Grünanlage und Tiefgaragengebäude finden Anklang

Pläne für Zumsteinwiese abgesegnet

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Sicht auf das planmäßig künftige Areal Zumsteinwiese aus der Vogelperspektive.

Kempten – Es grünt, blüht und sprießt bereits kräftig im neuen Stadtpark.

Viele Kemptener haben ihn, vor allem seit die Wurststände auf dem Wochenmarkt dorthin verlegt wurden, auch schon längst in Beschlag genommen. Bis Ende des Monats soll laut Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann das Spielgerät wieder einsatzbereit sein, eine Verzögerung, die Corona geschuldet sei, und auch die noch fehlenden Einglasungen an der Bushaltestelle sollen bis dahin angebracht werden. Zeit sich der nächsten Fläche des Areals zuzuwenden – der Zumsteinwiese, Schnittstelle zwischen Residenz und Stadtpark. Sie soll zugunsten sinnvoller Synergien der Maßnahmen parallel zu den kürzlich angelaufenen Sanierungsarbeiten an der darunterliegenden Sparkassen-Tiefgarage inklusive neuem Abfahrtsbauwerk in Angriff genommen werden.

Da die Zumsteinwiese zu 75 Prozent unterbaut ist, muss auf die besonderen statischen Anforderungen sowie auf die eingeschränkten Bepflanzungsmöglichkeiten Rücksicht genommen werden. Wie der Berliner Landschaftsarchitekt Stefan Grieger vor dem Planungs- und Bauausschuss meinte, sei die Auswahl deshalb weitgehend auf kleinere, vorzugsweise mehrstämmige, schirmförmige Gehölze, beschränkt. Als Eckpfeiler gilt auch für die Zumsteinwiese die Nutzbarkeit für die Festwoche. Zudem muss der aktuell am Friedensplatz befindliche Begegnungsort zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wieder integriert werden. In der Rasenfläche sollen benutzbarer Kurzrasen, großflächige artenreiche Wiesen und buschige Staudenpflanzungen mit Gehölzen variieren; westlich des Waschhauses ist ein Berggarten mit Sitzmauer als parkartige Erweiterung des als botanischer Schaugarten angelegten Alpengartens neben dem Zumsteinhaus geplant. 

Darin sollen vorwiegend heimische alpine und voralpine Pflanzen spießen. Die Fläche soll unter anderem deswegen möglichst dicht bepflanzt werden, um ein Begehen des neuen, vollständig begrünten Rampendachs der vom Architekturbüro Maucher + Höß geplanten Tiefgarage zu verhindern. Im Abfahrtsbauwerk sollen sämtliche technische Anlagen sowie die Fluchttreppe integriert sein, deren Funktionen durch die Verlängerung des Rampendachs, die ein kleines Atrium umschließt, verbunden werden. Unter dem Dach befindet sich der Treppenaufgang und auch einige Fahrradbügel. Unter dem restlichen Dach kann sich Grieger temporäre Veranstaltungen oder auch einen Unterstand vorstellen. Der Heinz-Schubert-Platz zwischen Zumsteinhaus, Mosaikbrunnen und Waschhaus soll zur öffentlichen Nutzung sowie für Museumspädagogik zur Verfügung stehen.

Neben den Beeteinfassungen sollen einige der vorhandenen kleinen Springbrunnen wieder zum Einsatz kommen. Weichen muss der Friedensbaum, der an seinem jetzigen Standort laut Grieger „vor sich hin mickert“ und auch der Festwoche im Weg umgehe. Neben der Neupflanzung an anderer Stelle steht auch ein Umzug für die Gedenksteine an, da es der Stadt ein Anliegen sei, „die Gedenkstätte aufzuwerten“, so OB Thomas Kiechle. Keine allzu großen Veränderungen sieht Grieger für die Hallen und Zelte der Festwoche in diesem Bereich. Halle 8 rückt laut Planung ein bisschen Richtung Westen und wird vergrößert. An ihrer Westfront sollen kleinere Zelte und Stände Platz finden. Halle 7 bleibt in ihrer Größe erhalten und wird hinter dem Friedensplatz integriert. Fläche für ein weiteres Zelt ergibt sich im Bereich Heinz-Schubert-Platz. Die Brutto-Gesamtkosten bezifferte Tina Großmann vom Tiefbauamt mit 3,1 Millionen Euro. Sie setzen sich zusammen aus Baukosten im Freiraum in Höhe von knapp zwei Millionen Euro, Baukosten, die die Festwoche betreffen und laut Großmann „nicht förderfähig sind“, mit 450.000 Euro sowie Baunebenkosten in Höhe von 660.000 Euro. Im Haushalt 2020 seien 300.000 Euro an Planungskosten eingestellt und für 2021/22 2,8 Millionen Euro bereitgestellt. Die Stadt rechnet mit einer Städtebauförderung in Höhe von circa 60 Prozent. 

Die Sanierung der Tiefgarage soll im Juli 2021 abgeschlossen sein. Wie Großmann erläuterte, muss dabei die gesamte darüber liegende Freifläche „komplett freigeräumt“ werden. Nach Abschluss der Sanierung soll ab Herbst 2021 die Neugestaltung der Zumsteinwiese in Angriff genommen und bis Juli 2022 abgeschlossen werden. Lob gab es vor allem für die Tiefgaragenabfahrt, die laut Erwin Hagenmaier (CSU) jetzt „ein großes gestalterisches Moment in der Planung“ sei, während Theo Dodel-Hefele (Die Grünen) die „Inszenierung der Abfahrt“ als „sehr gelungen“ und „das Schlüsselelement, das noch fehlt“, würdigte. Wie bereits bei der Umgestaltung des Stadtparks ist auch hier eine Bürgerbeteiligung geplant, die aufgrund der aktuellen Situation in der Zeit vom 19. bis 26. Juni allerdings lediglich online, mit Hilfe eines Erklärvideos (das in einer Rohfassung gezeigt wurde) durchgeführt werden soll. 

Christine Tröger

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