Planung optimiert

Mit Hilfe eines Turbokreisverkehrs soll die Situation am Knotenpunkt Kaufbeurer Straße/Heisinger Straße verbessert werden. Grafik: Stadtverwaltung

Bessere Leistungsfähigkeit und weniger Flächenverbrauch – aus diesen Gründen soll an der Kreuzung Kaufbeurer Straße/Heisinger Straße nun ein sogenannter Turbokreisverkehr entstehen. Die Pläne segnete der Verkehrsausschuss vergangene Woche einstimmig ab. Außerdem soll die Kaufbeurer Straße teilweise vierspurig ausgebaut werden, um Rückstaus künftig zu vermeiden.

Im Sommer hatte der Stadtrat beschlossen die bereits jetzt in der Spitzenstunde überlastete Einmündung mit einem zweispurigen Kreisverkehr mit Bypass leistungsfähiger zu machen (der KREISBOTE berichtete). Damit sollte auch die Erschließung des geplanten Gewerbegebiets Leubas-Süd östlich der Kaufbeurer Straße gewährleistet werden. Aufgrund des hohen Flächenverbrauchs bekam die Verwaltung den Auftrag, die Planung nochmals optimieren. Mit Hilfe von Verkehrsingenieur Dr. Lothar Bonzio aus Bochum wurden die Pläne überarbeitet und der Turbokreisverkehr als Lösung herausgearbeitet. Die Verkehrsabwicklung läuft derzeit über eine Einmündung ohne Ampel. „Die ist bereits im Bestand in der Spitzenstunde überlastet“, verdeutlichte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann im Verkehrsausschuss. Die Berechnungen der Leistungsfähigkeit an diesem Knotenpunkt zum Prognosejahr 2020 zeigen, dass der Verkehr in den untergeordneten Zufahrten Heisinger Straße und Zufahrt Gewerbegebiet nicht mehr leistungsfähig abgewickelt werden kann. Die Verkehrsqualität wäre ohne baulichen Eingriff ungenügend, das heißt, Staus und lange Wartezeiten wären auch außerhalb der Spitzenstunde die Folge, betonte Wiedemann. Diese Befürchtungen bestätigte auch Experte Dr. Bonzio. Aufgrund der prognostizierten Verkehrsbelastung von bis zu 26 500 Fahrzeugen pro Tag wäre der Knotenpunkt ohne Ausbau im Jahr 2020 überlastet. „Es besteht mit und ohne Gewerbegebiet Ausbaubedarf“, unterstrich Bonzio. Seiner Meinung nach könnte der Verkehr zwar auch über eine Kreuzung mit Ampeln abgewickelt werden („Das wäre ok.“), ein Turbokreisverkehr wäre aber die bessere Lösung. Dadurch könne der Verkehr noch besser abgewickelt werden. Um für Radfahrer und Fußgänger eine sichere Überquerung zu ermöglichen, wird der Geh- und Radweg entlang der Kaufbeurer Straße und Heisinger Straße jeweils unterirdisch geführt. Die Unterführung der Kaufbeurer Straße wird aber voraussichtlich noch nach nach Norden verschoben. So spart sich die Stadt einen zusätzlichen Grundstückserwerb. Gegenüber der Planung vor einem Jahr mit dem zweispurigen Kreisverkehr kann der Flächenverbrauch mit dem Turbokreisverkehr von 7300 Quadratmetern auf 4700 reduziert werden (4500 mit Ampeln). Der Verkehrsausschuss stimmte der geänderten Planung mit dem Turbokreisverkehr einstimmig zu. Als nächste Schritte wird die Verwaltung die Planung weiter entwickeln und die Kosten im Detail berechnen. Damit die Autos künftig aber nicht nur gut über den Knotenpunkt Kaufbeurer Straße/Heisinger Straße kommen, soll mittelfristig die Gesamtsituation in der Kaufbeurer Straße verbessert werden. Zur Optimierung der Situation hat das Staatliche Bauamt in einem ersten Bauabschnitt an der Einmündung Daimlerstraße eine Ampel installiert. Der Ausbau führte laut Wiedemann zwar insgesamt zu einer höheren Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit, Wartezeiten gibt es aber immer noch. Zur Verbesserung der Situation unter Berücksichtigung der Verkehrsentwicklung hat sowohl das Staatliche Bauamt als auch die Stadt Kempten unabhängig voneinander Gutachten erstellen lassen. Die Gutachter kommen zum gleichen Ergebnis: mittelfristig kann die Leistungsfähigkeit nur durch einen Ausbau der Kaufbeurer Straße verbessert werden. Dr. Bonzio empfahl einen teilweise vierstreifigen Ausbau der Kaufbeurer Straße zwischen den Knotenpunkten Autobahnan- schluss Nord und Daimlerstraße. Damit kann die Leistungsfähigkeit der einzelnen Knotenpunkte garantiert werden. Die Verwaltung wird die Planung gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt weiter entwickeln und die Kosten berechnen. Der Verkehrsausschuss stimmte dem Konzept geschlossen zu.

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