Gemeinderat forciert innerörtliche Planungen 

Planungen für eine Ortsdurchfahrt in Probstried

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Die neue Ortsdurchfahrt würde oberhalb des Schwedenstadels (links im Bild) nach rechts über den Dorfanger verlaufen.

Dietmannsried/Probstried – Seit vielen Jahren wird über die Zukunft der Ortsdurchfahrt Probstried (Marktgemeinde Dietmannsried) beraten. Die Staatsstraße 2377 verläuft in Ost-West-Richtung mitten durch das Dorf und bringt tagtäglich eine Verkehrsbelastung von 2914 bis 3797 Fahrzeugen mit sich. Zu viel für die Bürger, aber trotzdem zu wenig, um in die Dringlichkeitsliste des Ausbauplans für Staatsstraßen Bayern aufgenommen zu werden. Nun hat die Marktgemeinde die Planung für eine Ortsumgehung hintangestellt. Stattdessen wird die innerörtliche Planung vorangetrieben.

Die Realisierungsmöglichkeiten für eine Ortsumfahrung (Umgehungsstraße) seien „mit den verschiedensten Fachstellen intensiv beraten und besprochen“ worden, versicherte Bürgermeister Werner Endres im Rahmen der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats. Da bislang allerdings noch kein Antrag für eine Umgehung gestellt wurde, ist die Maßnahme auch nicht im aktuellen 7. Ausbauplan für Staatsstraßen Bayern enthalten. Eine Fortschreibung des Ausbauplanes erfolgt voraussichtlich 2021. Angesichts der vergleichsweise niedrigen Verkehrszahlen (zum Vergleich: Durch Altusried fahren täglich 8150 Fahrzeuge, durch Kimratshofen 4979) und im Hinblick auf Unfallstatistiken und Wirtschaftlichkeit seien die Chancen für die Realisierung einer Ortsumfahrung aber grundsätzlich „eher gering“. 

Im günstigsten Fall sei nach heutigem Stand nicht vor dem Jahr 2036 mit einer Umsetzung zu rechnen, gab Endres zu bedenken. „Wenn wir diesen Antrag stellen, bedeutet das gleichzeitig, dass keine weiteren Planungen für die Ortsmitte erfolgen. Der jetzige Zustand ist aber für niemanden befriedigend. Jetzt ist die Chance, innerorts eine Weiterentwicklung zu bekommen“, mahnte er. Daher wurde der Planungsschwerpunkt seitens der Gemeinde nun auf die Ortsdurchfahrt gelegt. „Da müssen wir jetzt den Einstieg finden. Nur so bekommen wir einen Fuß in die Tür der staatlichen Planung.“

Der Marktgemeinderat entschied, eine von vier möglichen Varianten weiter zu verfolgen. Diese sieht eine Veränderung des jetzigen Straßenverlaufs vor. Von Osten kommend würde die neue Straße bei der Einmündung zum Seebachweg (Höhe Kreuzung Gasthof Hirsch), östlich des gemeindlichen Waaghäuschens, quer über den Dorfanger verlaufen, auf dem jetzt der Maibaum steht. Direkt oberhalb des denkmalgeschützten sogenannten Schwedenstadels würde sie die jetzige Trasse queren und unterhalb des Pfarrhofes mit einer sanften, langgezogenen Kurve wieder auf die alte Trassenführung Richtung Dietmannsried münden. 

Endres beleuchtete die Vorteile dieser Variante: Die aktuell unübersichtliche und gefährliche Einmündung in den Haslachweg sowie die Querung zum Kirchbuckel wären übersichtlicher. Zwischen Seebachweg und Haslachweg wäre endlich ein südseitiger Gehweg möglich. Sollten alle Grundstücke zur Verfügung stehen, könnte das Kindergartengrundstück eventuell vergrößert werden. Der Garten des Kindergartens läge mehrere Meter oberhalb der neuen Fahrbahn, „die Straße verschwände also aus dem Blickfeld der Kinder“, was auch in puncto Lärmbelastung von Vorteil wäre. Beim Waaghaus wären eine verbesserte Querung und gegebenenfalls ein Haltebereich für den öffentlichen Nahverehr möglich. 

Die Trasse solle überdies kein gerader Durchstich werden, „dann wird erst recht Gas gegeben“, sondern eine Ausbauchung erhalten. Sowohl das Waaghaus als auch der Schwedenstadel würden dabei als – rein optische – Engstelle wahrgenommen werden, was eine Reduzierung der Geschwindigkeit zur Folge hätte. Die alte Straße würde aufgelöst und ginge in Gemeindebesitz über.

„Das Staatliche Bauamt Kempten hat in einem Vorgespräch signalisiert, dass die Variante grundsätzlich machbar wäre“, so Endres. „Wir brauchen jetzt eine definierte und untersuchte Planung.“ Nur so könne man belastbare Daten für eine spätere konkrete Beschlussfassung erhalten. „Die Ergebnisse der Untersuchungen werden der Bevölkerung selbstverständlich mitgeteilt“, versprach er. Mit dem Thema Ortsumfahrung werde man sich 2021 nochmals intensiv befassen.

Sabine Stodal

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