Ein Platz spaltet die Meinungen

Einige empfinden den St.-Mangplatz als zu leer und zu trostlos. Andere wiederum stören sich an dem harten und scharfen Belag. Foto: Matz

An der neuen Gestaltung des St.-Mangplatzes scheiden sich nach wie vor die Geister. „Ich erlebe jede Woche, dass sich Kinder verletzen“, schilderte Bernhard Kunze, Chef der Boulespieler, am Mittwochabend im Haus der Senioren seine Erfahrungen. „Wir finden diesen Platz wunderbar“, sagte dagegen Hansjürg Hensler, Ex-Vorstand der Altstadtfreunde. Andere Besucher der Bürgerversammlung wiederum beklagten, dass viele Autofahrer trotz Verbots weiter bei der „Lagune“ vorbeifahren würden. „Die fahren ganz bewusst da durch“, erzürnte sich ein Bürger. Die Bauverwaltung kündigte daher an, nach Lösungen zu suchen.

Vor allem die Innenstadt und deren Entwicklung war Thema der Bürgerversammlung am vergangenen Mittwochabend im Haus der Senioren. Die Gestaltung des erst im vergangenen Herbst eröffneten St.-Mangplatzes stand dabei im Blickpunkt des Bürgerinteresses. Vor allem im Zuge des Bürgerentscheids zum Hildegardplatz waren die kritischen Stimmen zunehmend lauter geworden. Kritisiert wird vor allem der raue, scharfe Belag, auf den Bernhard Kunze anspielte. Andere stören sich an dem leeren Platz ohne Pflanzen und Bäume oder den Bänken, die den einen zu hoch, den anderen zu tief angeordnet sind. Ein weiteres Problem: Trotz Verbotsschildes fahren viele Autofahrer an der „Lagune“ vorbei über den Platz. Auffallend, so ein Anwohner, sei, dass es sich dabei oft um Reisebusse oder Anlieferer handle, die offenbar noch von ihren Navigationsgeräten über diese Route gelotst werden. Eine Anwohnerin monierte auch, dass betrunkene Jugendliche den Eingang zur Erasmuskapelle als Rampe benutzen würden. „Ich habe wirklich Angst, dass da mal etwas passiert“, sagte sie. Appell an die Geduld OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) erinnerte an den langjährigen Planungsprozess zusammen mit vielen Bürgern. „Das ist mit den Bürgern ausgearbeitet worden – die Planer haben das nur umgesetzt“, betonte Netzer. „Im Ergebnis sehen Sie die Wünsche der Bürger.“ Lediglich die Verkehrsführung hin zum Rathausplatz sei seinerzeit strittig gewesen. Daher bat er um Geduld, sich an den umgestalteten Platz zu gewöhnen. „Wie in einem Wohnzimmer kommt ein Bild zum nächsten“, so Netzer. Über zusätzliche Bäume, Pflanzen oder Sitzmöglichkeiten könne dann immer noch nachgedacht werden. Hinsichtlich des offenbar nicht ungefährlichen Belags erklärte der OB, dass sich die Stadtverwaltung in Städten mit dem gleichen Belag vor Ort informiert habe. „Dieses Problem mit den Kindern hat uns in Schaffhausen niemand erzählt. Das war kein Thema in anderen Gemeinden“, betonte er. Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann meinte, dass sich die Steine möglicherweise noch abflachen. „Ich habe die Hoffnung, dass sich die Steine im Laufe der Zeit etwas abrunden.“ Zum Thema Reinigung des Platzes meinte er: „Wir sammeln jetzt Erfahrungen, wie wir das am besten machen können.“ In Sachen uneinsichtige Autofahrer erklärte Volker Reichle vom Amt für Verkehrswesen, dass eventuell ein Grünstreifen bei der „Lagune“ errichtet werden könnte. Mit steigenden Temperaturen würden die Restaurants außerdem die Außenbestuhlung aufstocken, „und dann stellen die Autofahrer von alleine fest, dass man da nicht reinfahren kann.“ Zuspruch erhielt der St.-Mangplatz übrigens von Hansjürg Hensler, langjähriger Vorsitzender der Kemptener Altstadtfreunde. „Ich finde diesen Platz wunderbar“, betonte er. Allen Gegnern anderen empfahl er einen „provokatorischen Vorschlag“: „Gebt den Platz doch frei für eine Schrebergartensiedlung.“

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