Mit oder ohne Busse?

"Hoppla, eine andere Situation"

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Neu aufgestellte Blumenkübel sollen „verirrten” Autofahrern signalisieren, dass sie sich in einer Fußgängerzone befinden.

Kempten – Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Bahnhofstraße-Nord könnte weitaus früher fallen als erwartet.

Bereits in der nächsten Verkehrausschusssitzung (voraussichtlich am 6. Juni) soll diskutiert und womöglich auch bereits entschieden werden, ob die Straße komplett für den Verkehr gesperrt wird. Bis der Gesamtverkehrsplan Anfang 2014 vorliegt, will die Stadtverwaltung nach Angaben von Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann, jedenfalls nicht mehr warten. Ursprünglich galt dieser als Grundlage für eine Entscheidung pro oder contra Sperrung. 

„Bis der Gesamtverkehrsplan fertig ist, wollen wir nicht mehr warten”, sagte Wiedemann am Freitagvormittag gegenüber dem Kreisboten. Bereits in der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses – die voraussichtlich am 6. Juni stattfinden wird – soll eine Verlängerung der Fußgängerzone auf die nördliche Bahnhofstraße erneut diskutiert und womöglich bereits entschieden werden, kündigte der zuständige Amtsleiter an. „Wir wollen darüber sprechen: Wie soll es weiter gehen?” 

 Ein großes Fragezeichen steht dabei hinter der Frage, ob die Stadtbusse auch künftig passieren dürfen, oder ob sie für den Verkehr komplett dicht gemacht wird. Die Stadtbusse müssten dann auf eine andere Route ausweichen. Erst im Oktober hatte sich der Verkehrsausschuss darauf geeinigt, das nördliche Teilstück der Bahnhofstraße zunächst zwar als Fußgängerzone auszuweisen, für Busse aber befahrbar zu lassen und die Situation zunächst einmal zu beobachten. Eine finale Entscheidung sollte erst nach der Vorstellung des Gesamtverkehrsplans für Kempten getroffen werden. Mit dessen Fertigstellung durch Modus Consult ist allerdings wohl nicht vor Frühjahr 2014 zu rechnen. Bereits im März aber hatte sich insbesondere die SPD-Fraktion im Kemptener Stadtrat für eine schnelle Entscheidung stark gemacht (der Kreisbote berichtete). 

Weniger Autos 

Dass nun tatsächlich schnell entschieden werden soll, liegt wohl nicht zuletzt daran, dass sich die Situation vor Ort offenbar eingespielt hat. Hatte es zu Beginn noch massive Beschwerden über Autofahrer gegeben, die fast im Minutentakt die Fußgängerzonen-Regelung ignorierten und durchfuhren, scheint sich die Lage mittlerweile beruhigt zu haben. „Das sind wesentlich weniger geworden”, berichtete Wiedemann. Ein wesentlicher Grund dafür sind auch die Maßnahmen, die das Baureferat nach zahlreichen Klagen von Passanten ergriffen hat. So seien an der Einfahrt größere Schilder aufgestellt worden, um auf die Fußgängerzone hinzuweisen, oder ein farbiges Fußgängersymbol auf die Straße gemalt worden, berichtet Wiedemann. Ferner habe die Verwaltung einige Pflanzkübel in die Straße versetzt aufgestellt. „Damit man sieht: Hoppla, hier habe ich eine andere Situation”, so der Tiefbauamtsleiter. Dazu kommen stichprobenhafte Kontrollen und Zählungen durch das Verkehrsamt und die Polizei. Derzeit würden die Ergebnisse in der Verwaltung ausgewertet. 

Keine Konflikte

 Die zunächst befürchteten Konfliktsituationen zwischen Busverkehr und Fußgängern habe man ebenfalls nicht feststellen können. „Das läuft reibungslos”, sagte Wiedemann. Darüber hinaus hat sich die neue Situation zumindest unter den einheimischen Autofahrern mittlerweile offenbar herum gesprochen. „Bei solch gravierenden Änderungen der Verkehrsregelung ist leider immer wieder zu beobachten, dass deren konsequente Umsetzung durch die Verkehrsteilnehmer geraume Zeit in Anspruch nimmt, was auch in der Bahnhofstraße Nord sicherlich der Fall ist”, erklärt OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). In einem Schreiben an SPD-Fraktionsvorsitzenden Ludwig Frick mahnt das Stadtoberhaupt aber zur Besonnenheit: „Letztlich werden bei der endgültigen Entscheidung über die Ausweisung als Fußgängerzone alle Aspekte genau abzuwägen sein, damit eine dauerhaft verträgliche Lösung gefunden werden kann”, so Netzer. Matthias Matz

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