Stadtrat will für die ödp/UB ins Kemptener Rathaus einziehen

Hofer geht ins Rennen

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Stadtrat Michael Hofer will für die UB/ödp ins Rathaus einziehen.

Kempten – Nach der Wahl ist vor der Wahl, so könnte man das derzeitige politische Treiben beschreiben. Tatsächlich steht im März 2014 bereits die Kommunalwahl auf dem Programm – und die ist um einen Kandidaten reicher: Stadtrat Michael Hofer will für die ödp und die UB ins OB-Büro einziehen.

Als Motivation für seine Kandidatur nannte Hofer im Pfarrheim St.-Anton die „Sorge um die Heimatstadt”. Der gebürtige Schlesier, der seine Jugend in Köln verbrachte und durch den Dienst bei der Bundeswehr und das Studium in den Freistaat kam, will einen Politikwechsel. „Es steht nicht gut um die Finanzen der Stadt”, verkündete er. Hofer kündigte zeitnahe Enthüllungen über den tatsächlichen Stand der städtischen Finanzen an und verwies unter anderem auf erhebliche Mehrkosten beim Hildegardplatz und auf Nachschüsse wie beim Städtebauprojekt „Iller erleben” oder der „Nordspange”. Grundsätzlich sprach sich der Kandidat gegen die weitere Verwirklichung von „Luftschlössern” aus.

 Stattdessen stehe er für eine Beibehaltung der Stadtbibliothek in der Orangerie, sprach sich für die Schaffung eines Hauptmuseums im ehemaligen Marstall aus, favorisierte die Instandhaltung statt Neubau von Straßen und sprach sich klar gegen die Schaffung eines neuen Rathausfoyers aus, dessen Kosten er mit rund 2,3 Millionen Euro bezifferte. Er und Parteifreund Helmut Hitscherich wetterten an diesem Abend leidenschaftlich gegen die aus ihrer Sicht grassierende „Gutachteritis”. Beide plädieren für die Heranziehung teurer Gutachter nur dann, wenn städtische Projekte tatsächlich vor der Umsetzung stünden. So zeigte sich Hofer verwundert, dass jüngst bei einer Stadtbegehung durch den amtierenden OB Dr. Ulrich Netzer und CSU-Kandidat Thomas Kiechle die „stehende Welle” für Surfer in einem Seitenarm der Iller wieder in die Diskussion gebracht wurde. Und das, obwohl durch ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten bei der Hochschule belegt worden sei, dass eine solche Welle nicht machbar ist (der Kreisbote berichtete). 

Mehr Bürgerbeteiligung 

Irritiert zeigte sich der ohne Gegenstimme gekürte Kandidat auch über die strikte Ablehnung eines Parkhauses im Pfeilergraben durch OB Netzer. „Ein Projekt bei dem uns der Freistaat mit 50 Prozent Zuschuss unter die Arme greifen würde”, so Hofer. Wie ein roter Faden durchzog sich an diesem Abend allerdings ein Thema durch die Äußerungen der ödp-Vorderen. „Wir wollen mehr direkte Bürgerbeteiligung, wir wollen das Vertreter von Verbänden Rederecht im Stadtrat erhalten und wir wünschen uns eine bunte, politische Vielfalt im Stadtrat, denn nicht immer hat der Elefant recht”, betonten unisono Michael Hofer und Helmut Hitscherich. Ein Zuhörer, emotional spürbar geladen, fügte noch hinzu: „Nicht die willfährigen Vertreter der Aufsicht- und Verwaltungsräte der Stadt sollen entscheiden, sondern einzig und allein der mündige Bürger.” 

Rund ein halbes Jahr vor den Kommunalwahlen 2014 stehen damit bislang fünf Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters fest. Neben Hofer treten an Thomas Kiechle (CSU), Martin Bernhard (SPD), Thomas Hartmann (Grüne) und Michael Ulmer (Republikaner). Unklar nach wie vor ist, ob die FDP ebenfalls einen eigenen Kandidaten stellt. Derzeit spricht aber einiges für einen Verzicht der Liberalen.

Jörg Spielberg

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