Polizei klärt auf

Markierten bei der Auftaktveranstaltung für die Aktion „Sicherheit auf Bayerns Straßen“ in Kempten den so genannten „Toten Winkel“: Erster Polizei Hauptkommissar Klaus Schorm (v.l.), sein Kollege Peter Kaiser, Bundestagsabgeordneter Stephan Thomae, stellvertretender Landrat Anton Klotz, Polizeidirektor Günther Hackenberg, Landtagsabgeordneter Leopold Herz, OB Dr. Ulrich Netzer, Polizei-Vizepräsident Klaus Faltenbacher und Martin Haf, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu. Foto: Tröger

Die Radfahrer stehen im Mittelpunkt der diesjährigen landesweiten Aktion „Sicherheit auf Bayerns Straßen“. Zur Auftaktveranstaltung für den Bereich des Kemptener Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West am August-Fischer-Platz unterstrich die Anwesenheit einiger Polit-Prominenz den hohen Stellenwert der aufklärenden Aktionsreihe. „Der Trend bei Unfällen ist zwar steigend, aber nicht bei verletzten und getöteten Personen“, betonte Polizei-Vizepräsident Klaus Faltenbacher.

Erfolge der Aktionen verdeutlichte er anhand einiger Zahlen. So habe es in seinem Zuständigkeitsbezirk 1994 noch 133 Verkehrstote und 6700 Verletzte gegeben, im Jahr 2010 dagegen nur mehr 42 getötete Personen und 5150 Verletzte. An 958 Unfällen seien, so Faltenbacher, im vergangenen Jahr Radler beteiligt gewesen, von denen 892 verletzt und fünf auch getötet worden seien. „Alle fünf trugen keinen Helm“, wies er auf die bedeutende Rolle von Schutzkleidung hin. Dazu gehöre, neben dem Helm, beispielsweise das Tragen von heller Kleidung um „für den anderen gut erkennbar zu sein“. Aber auch das korrekte Verhalten trage zur Verkehrssicherheit bei, wie das Benutzen von Radwegen, oder nicht gegen die Fahrtrichtung von Einbahnstraßen zu radeln. Für OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) „ist das Thema Fahrrad vor allem in der Stadt wichtig“. Um Unfälle zu vermeiden, müsse beides stimmen: „Die äußeren Bedingungen und das persönliche Verhalten“, zielte er auf Rad- und Autofahrer gleichermaßen ab. In Kempten gebe es seit Jahren eine Radwegekommission, die kritische Punkte anschaue und „schon viele Verbesserungen in unsere Stadt gebracht hat“. Voll des Lobes zeigte sich auch der stellvertretende Oberallgäuer Landrat Anton Klotz, für die von der Polizei „seit vielen Jahren geleistete Präventivarbeit“, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Der Landkreis unterstütze die Gemeinden beim Ausbau von Geh- und Radwegen, wobei viele schon vernetzt seien. In Zusammenarbeit mit der Stadt Kempten soll im Juli eine Karte für das Radwegenetz herauskommen, kündigte er an. Neben Broschüren, vordergründig zu Themen rund um die Sicherheit beim Fahrradfahren, konnten sich Interessierte auf einem echten Polizeimotorrad ablichten lassen. Beim mitgebrachten LKW staunte manch einer nicht schlecht über die Größe des mit Bändern markierten „Toten Winkels“. So diente die Aufklärungsarbeit nicht nur dazu, den eigenen Blick zu schärfen, sondern auch mit den Augen anderer Verkehrsteilnehmer zu sehen.

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