Verbesserung

"Sehr erfreuliche Zahlen"

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Günter Hackenberg, Leiter der PI Kempten.

Kempten – Das Leben in Kempten und dem nördlichen Alt-Landkreis ist im vergangenen Jahr erneut sicherer geworden: Mit 5597 registrierten die Beamten der Polizeiinspektion (PI) Kempten 422 Straftaten weniger als 2011 und so wenige wie seit 2002 nicht mehr.

„Wir sind eine der sichersten Regionen in ganz Deutschland“, freute sich Günter Hackenberg, Leiter der PI, am Freitag bei der Vorstellung der neuen Kriminalitätsstatistik und sprach von „sehr erfreulichen Zahlen“.

Besonders freuen dürfte Hackenberg, dass seine Beamten mit einer Aufklärungsquote von 71,8 Prozent (4018 Fälle) um 3,9 Prozent besser dastehen als das Polizeipräsidium Schwaben/Südwest (der Kreisbote berichtete). Der Unterschied zum Landesdurchschnitt ist mit 8,6 Prozent noch besser. Darüber hinaus schaffte die Kemptener Polizei im neunten Jahr in Folge eine Aufklärungsquote von über 70 Prozent. „Die Bürger in unserer Region leben sehr sicher“, betonte Hackenberg.

Den Erfolg führt er nicht zuletzt auf den Einsatz seiner Polizisten, aber auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, der Sicherheitswacht und die Nähe seiner Beamten zum Bürger zurück.

Im Einzelnen stellten die Beamten im vergangenen Jahr in der Stadt Kempten 4407 Fälle (- 396) und im Altlandkreis 1190 Straftaten (- 26) fest. Dabei besonders erfreulich: In fast allen Bereichen gingen die Fallzahlen zurück. Lediglich im Bereich der Drogenkriminalität stieg die Zahl der registrierten Fälle um 56 auf 306 (Kempten: 237/Landkreis: 69). Dazu kommt ein Rauschgifttoter. Grund für die gestiegenen Zahlen ist laut Hackenberg, dass seine Ermittler im vergangenen Jahr verstärkt in der Szene tätig waren. Auch in diesem Jahr soll der Drogenkriminalität verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden, kündigte er an.

Bei der Gewaltkriminalität stellten die Beamten einen Rückgang um fünf Fälle auf nunmehr 230 fest, wobei vor allem die Zahlen bei der schweren und gefährlichen Körperverletzung (92 Prozent aller Fälle) um sechs (185) und bei Raub um acht (27) zurückging. Bei Vergewaltigungen (+ 2/9), Totschlag (+ 4/4) und Mord (+ 2/4) verzeichnete die PI hingegen steigende Zahlen.

Weniger Diebstähle

Im Bereich der Straßenkriminalität geschahen 2012 96 Fälle weniger als im Vorjahr. Insgesamt ereigneten sich 789 Delikte in diesem Bereich, wobei 607 (- 109) auf die Stadt und 182 (+ 13) auf den Landkreis entfallen. Gestiegen ist im Landkreis auch die Zahl der mutwilligen Beschädigungen an Autos – um 15 auf 66. Im Stadtgebiet ging die Zahl dagegen von 279 auf 240 zurück. Nach unten zeigen auch die Zahlen bei Sachbeschädigungen und Fahrraddiebstählen. Allerdings wurden mit 125 fünf Autos mehr aufgebrochen als 2012.

Bei der Diebstahlskriminalität konnte Hackenberg mit 1513 (- 285) den geringsten Wert seit zehn Jahren verkünden. „Der erfreuliche Trend betrifft allerdings nur die Stadt Kempten mit einem deutlichen Rückgang von 312 Delikten“, erklärte der Leiter der PI, „während sich im Altlandkreis die Fallzahlen um 27 auf 293 erhöhten.“ Zunehmen weniger Interesse scheinen Diebe dabei an Einbrüchen zu haben: Hier vermeldet die PI einen Rückgang von 69 auf 48. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Betrugsdelikte, die von 723 auf 680 sank.

Viele Betrunkene

Als Tatverdächtige konnten in sämtlichen Fällen 3181 Personen ermittelt werden. Von den 2348 männlichen Verdächtigen und 833 weiblichen waren 129 Kinder, 387 Jugendliche, 335 Heranwachsende und 2330 Erwachsene. 18,9 Prozent der Tatverdächtigen waren Ausländer, im Stadtbereich sogar 21,2 Prozent (Ausländeranteil in Kempten: 12 Prozent).

Eine nicht unwesentliche Rolle beim Ausüben einer Straftat spielt offenbar der Alkoholpegel. So waren laut PI-Statistik 707 der Tatverdächtigen betrunken. Die Hälfte davon war jünger als 25 Jahre.

Daher wird auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Beamten sein, den Alkoholkonsum von Jugendlichen zu zügeln, etwa durch verstärkte Überwachung an Ladenkassen oder der Überwachung der Kernstadtverordnung. Außerdem soll die Präventionsarbeit an den Kemptener Schulen fortgesetzt werden.   Matthias Matz

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