Eine sichere Region

Polizeiinspektion Kempten blickt auf ein "recht erfolgreiches Jahr" 2017 zurück

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PI-Leiter Günter Hackenberg (li.) und sein Stellvertreter Markus Asbach in der neuen blau-weißen Uniform.

Kempten – Erstmals in der neuen blau-weißen Uniform, die die Kemptener Polizeibeamten seit Anfang des Jahres haben, stellten Günter Hackenberg und Markus Asbach, Leiter und stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion (PI) Kempten, am Freitagvormittag die Kriminalitätsstatistik und Verkehrsunfallstatistik 2017 im Bereich der PI vor. „Wir leben in einer sehr sicheren Region“, stellte Hackenberg gleich zu Beginn klar.

Der Zuständigkeitsbereich der PI Kempten erstreckt sich über den Stadtbereich Kempten und den Altlandkreis. „2017 war ein recht erfolgreiches Jahr für uns“, meinte der PI-Leiter im Hinblick auf die Abnahme der Straftaten um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2017: 5606 Straftaten; 2016: 5858). Die Aufklärungsquote lag 2017 bei 71,7 Prozent und damit im 14. Jahr in Folge bei über 70 Prozent. Das bedeutet, dass im vergangenen Jahr von den polizeilich registrierten 5606 Straftaten 4018 aufgeklärt werden konnten.

Die Häufigkeitszahl, sprich die Zahl der Straftaten im Jahr pro 100.000 Einwohner, lag im Dienstbereich der PI 2017 bei 4053. Im Vergleich mit anderen kreisfreien Städten ähnlicher Einwohnerzahlen wie zum Beispiel Rosenheim, Bamberg oder Landshut ist die Häufigkeitszahl der Stadt Kempten die niedrigste.

Insgesamt gab es bei der Gesamtkriminalität keine großen Auffälligkeiten, berichtete Hackenberg. So nahmen die Gewaltkriminalität (z.B. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, schwere und gefährliche Körperverletzung) um 14 Fälle (202/+7,4%) und die Straßenkriminalität um 13 Fälle (827/+1,6%) geringfügig zu, während die Fallzahlen im Bereich der Diebstahlskriminalität um 68 Fälle auf 1490 (-4,4%) und die Rauschgiftkriminalität um 116 Fälle auf 502 (-18,8%) zurückgingen.

Die leichte Zunahme der Gewaltdelikte sei jedoch nicht auf Flüchtlinge und Asylbewerber zurückzuführen, hob Hackenberg hervor. In den Asylunterkünften gebe es zwar viele Einsätze wegen Sachbeschädigungen oder Körperverletzungen (meist Folge banaler Streitigkeiten, z.B. Küche nicht sauber gemacht usw.), im öffentlichen Raum zeigten sich jedoch keine Auffälligkeiten.

Ein großes Dunkelfeld sei die Rauschgiftkriminalität. „Je mehr Kontrollen stattfinden, desto mehr findet man“, so der PI-Chef. Vier seiner Mitarbeiter seien gezielt für diesen Bereich abgestellt.

Für die insgesamt rund 140.000 Einwohner, die die PI in Stadt und Altlandkreis betreut, stehen mehr als 100 Beamte zur Verfügung. „Wir könnten aber mehr Leute brauchen“, so Hackenberg. Aufgeteilt sind die Mitarbeiter in eine Ermittlungsgruppe, eine Verfügungsgruppe, die Rauschgift-Arbeitsgruppe sowie in vier Dienstgruppen, die die Einsätze rund um die Uhr abdecken. Im Verkehrsbereich gibt es zwei Jugendverkehrsschulen mit insgesamt vier Beamten und für die Prävention an den Schulen sind zwei Polizisten zuständig. 

Unterstützt wird die PI zudem von elf Sicherheitswacht-Mitarbeitern, die „sehr wertvolle“ Arbeit leisten. Hier ist die Polizei übrigens immer dankbar für neue Interessenten. Voraussetzung sind ein Mindestalter von 18 Jahren (Höchstalter 62) und keine Vorstrafen. Nach einer 40-stündigen Ausbildung werden die Sicherheitswachtler mit entsprechender Kleidung ausgestattet und erhalten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde, erläuterte Asbach. Interessierte können sich jederzeit bei der PI melden.

Die Verkehrsunfallstatistik im Bereich der PI Kempten für das Jahr 2017 ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren unauffällig. So wurden 3391 Verkehrsunfälle gemeldet, 2016 waren es 3210. 1717 (2016: 1674) und damit knapp über die Hälfte davon waren sogenannte Kleinunfälle (Auffahrunfälle, Anfahren vom Fahrbahnrand etc.). Verletzt wurden dabei insgesamt 722 Personen (2016: 702). Sechs Personen kamen bei Unfällen ums Leben (2016: 9).

Großes Thema ist weiterhin die Ablenkung im Straßenverkehr durch Handynutzung, weshalb Kontrollen in diesem Bereich auch heuer wieder einen Schwerpunkt darstellen. 

Ausblick

Zum Abschluss gab Hackenberg noch bekannt, dass ab Februar 2019 in Bayern flächendeckend die Bodycam für Polizeibeamte eingeführt werden soll. Da die Polizisten im Einsatz immer „öfter blöd angemacht“ oder sogar angegangen werden, können Szenen so künftig gefilmt werden. Der Beamte, der die Bodycam trägt, hat zum einen einen entsprechenden Hinweis auf der Uniform, zum anderen muss er sein Gegenüber auf das Einschalten der Kamera hinweisen, erklärte Asbach. Die Bodycam gilt dann auch als Beweismittel.

Melanie Weidle

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