"Sicherste Stadt in Bayern"

"Wir haben keinen Brennpunkt"

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Günter Hackenberg, Leiter der PI Kempten, blickt insgesamt zufrieden auf die Kriminalitätsentwicklung des vergangenen Jahres in seinem Zuständigkeitsbereich.

Kempten – „So wenig Straftaten wie seit zehn Jahren nicht“, blickte Günter Hackenberg, Leiter der PI Kempten, zufrieden auf die Zahlen 2013 für den Bereich Stadt und Altlandkreis. „Kempten ist verglichen mit anderen Städten ähnlicher Größe die sicherste Stadt in Bayern“, freute er sich.

Insgesamt verzeichnete er 5490 polizeilich erfasste Straftaten – 107 weniger als im Jahr zuvor. Mit einer Aufklärungsquote von 71,8 Prozent – 3944 der 5490 Fälle konnten laut Statistik gelöst werden – liege man deutlich über der bayerischen und nehme innerhalb des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/ West „eine Spitzenposition“ ein. Hackenberg führte das Ergebnis nicht zuletzt auf die „Mitwirkung der Bürger“ und die gute Zusammenarbeit mit der Sicherheitsbehörde sowie der Sicherheitswacht zurück.

„Wir haben zur Zeit keinen Brennpunkt“ hob er die Sicherheit in allen Stadtteilen hervor. Das liege sicher mit an der präventiven Arbeit der Polizei, zum Beispiel an Schulen oder der Mitwirkung der Polizei im Integrationsbeirat, Jugendhilfeausschuss oder dem Runden Tisch für Häusliche Gewalt. „In Kempten wird sehr gut ermittelt“, ergänzte Andreas Buchmiller, Leiter der Ermittlungsgruppe, und die rechtlichen Möglichkeiten würden ausgeschöpft. So liegt beispielsweise die Aufklärungsquote im insgesamt rückläufigen Bereich Gewaltkriminalität bei 85,8 Prozent.

Abnehmende Tendenz

Als Erfolg der Jugendprävention wertete Ulrich Müller, 1. Polizeihauptkommissar und stellvertretender Leiter der PI Kempten, vor allem die vergleichsweise niedrige Zahl der tatverdächtigen Kinder, die erstmals unter „Hundert“ gesunken sei. Ebenfalls abnehmende Tendenz zeigt die Statistik bei Jugendlichen und Heranwachsenden, wo laut Buchmiller „jede zweite Straftat“ unter „Ladendiebstahl, leichte Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Beleidigung“ falle.

Täter oft alkoholisiert

Nach wie vor sei Alkohol ein Thema, der bei vielen Straftaten eine Rolle spiele: 655 der 3032 registrierten Tatverdächtigen standen zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss, so die Statistik, 46,1 Prozent davon waren unter 25 Jahre alt. Eine Zunahme räumte Hackenberg im Bereich der Rauschgiftdelikte ein, wo-bei Designerdrogen in seinem PI-Bereich „kein echtes Thema ist“.

Während die PI Kempten einen Rückgang bei Körperverletzungsdelikten und, entgegen dem Bayerntrend, auch bei Wohnungseinbruchdiebstähle verbuchen kann, hat die Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen vor allem durch zerkratzen oder darüberlaufen „stark zugenommen“, machte Buchmiller „oft Wut und Frust“ dafür verantwortlich. Zwar sei die Aufklärungsrate besser als im Vorjahr, aber insgesamt doch „recht gering“. Hier sei die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Einen wichtigen Schwerpunkt im laufenden Jahr setzt die PI Kempten auf die Fortführung der Jugendpräventionsarbeit an Schulen.

Christine Tröger

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