»Wir brauchen die Besten!« 

Polizeipräsidium Schwaben Süd/West wirbt um Auszubildende bei der Polizei 

Im Allgäu unterwegs sein und mit Menschen in Kontakt kommen, das ist für viele Jugendliche das, was den Beruf des Polizeibeamten oder der -beamtin so attraktiv macht.
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Im Allgäu unterwegs sein und mit Menschen in Kontakt kommen, das ist für viele Jugendliche das, was den Beruf des Polizeibeamten oder der -beamtin so attraktiv macht.

Kempten/Landkreis – Jungen Menschen fällt es derzeit schwer, sich über die verschiedenen Ausbildungsberufe zu informieren. Bis vor Corona fanden im Allgäu verschiedene Berufsfindungsmessen statt, die von den Jugendlichen häufig besucht wurden. Zu den Ausstellern gehörte immer auch das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, das über Ausbildungswege bei der Polizei informiert. Die Möglichkeit, das Berufsbild in Präsenz darzustellen, ist derzeit nicht gegeben, die Nachfrage aber nach Ausbildung bei der Polizei ist so hoch wie nie zuvor. 

In unsicheren Zeiten bietet die Polizei nach erfolgreicher Ausbildung einen krisensicheren Arbeitsplatz mit geregeltem Einkommen. Zudem winken gute Sozialleistungen und Aufstiegschancen. Das Kriterium aber, dass nachweisbar die meisten jungen Menschen zwischen 17 und 30 Jahren über eine Ausbildung bei der Polizei nachdenken lässt, ist das Versprechen auf einen sehr abwechslungsreichen Beruf mit breitem Aufgabenspektrum und nicht zuletzt viel persönlichem Kontakt zu Menschen. 

Nie fad 

Die Abwechslung war es auch, die Gabriela Sathianesan (21), Daniel Fröhlich (26) und Jakob Hafenmair (18) eine Ausbildung zur Polizistin bzw. zum Polizisten beim PP Schwaben Süd/West vor einem Jahr beginnen ließ. Über die Gründe ihrer Berufswahl und die Inhalte ihrer Ausbildung gaben die Aspiranten auf den Polizeidienst im Rahmen eines Pressegesprächs bereitwillig Auskunft. Unterstützt wurden sie dabei durch die beiden Einstellungsberater des PP SWS Matthias Merkle aus Memmingen und Sarah Ehrmann aus Kempten. 1500 Ausbildungsplätze hält die Bayerische Polizei jedes Jahr für junge Menschen bereit, im ersten Lehrjahr ist mit einem durchschnittlichen Gehalt von 1200 Euro netto, Steuerklasse I, zu rechnen, zum Ende der Ausbildung beträgt dieses dann bis zu 2050 Euro, StKl. I. Begonnen werden kann die Ausbildung jährlich zu zwei Einstiegsterminen im März und im September. Anders als vor Jahren ist es heute Usus, dass Auszubildende ihre Praktika in heimatnahen Polizeiinspektionen absolvieren. Wer sich also im Zuständigkeitsgebiet des PP Schwaben Süd/West zur Ausbildung bewirbt und die Aufnahmeprüfung besteht, wird seine vorgeschriebenen Praktika von insgesamt vier Monaten bei einer der ansässigen Polizeiinspektionen absolvieren können. Die überbetriebliche Ausbildung findet in Königsbrunn nahe Augsburg bei der V. Bereitschaftspolizeiabteilung statt. Dort werden die Aspiranten auf verschiedene Einsatzsituationen eines Bereitschaftspolizisten vorbereitet. Das umfasst die Bereiche Rechtliche Ausbildung (u.a. Straf- und Verkehrsrecht), Praktische Ausbildung (u.a. Sport, Selbstverteidigung, Kriminalistik, Fahrausbildung) und Persönlichkeitsbildung (u.a. Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Stressstabilität, Selbstständigkeit). Am Ausbildungsstandort Königsbrunn bietet das PP SWS seinen Auszubildenden zudem ansprechende Unterbringungszimmer, Teeküchen und Gemeinschaftsräume sowie vielfältige Sport- und Freizeiteinrichtungen. Vor Antritt einer Ausbildung bei der Polizei gilt es, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. So sind u.a. die deutsche Staatsbürgerschaft, Mindestgröße und -alter, die entsprechende gesundheitliche Eignung und ein qualifizierter Abschluss einer Mittelschule mit abgeschlossener Berufsausbildung oder ein höherwertiger Berufsabschluss erforderlich.

Kindheitswunsch

„Ich wollte von Kindeszeit an Polizist werden“, sagt Jakob Hafenmair und beschreibt seine Ausbildung als sehr abwechslungsreich. „Kein Tag ist wie der andere, das hatte ich mir erhofft und es ist eingetreten.“ Ähnlich äußert sich die Aspirantin Gabriela Sathianesan, die sich nicht vorstellen mochte, ihren Lebtag immer das Gleiche tun zu müssen. „Ich will raus, will mit Menschen zu tun haben und ihnen nach Möglichkeit helfen.“ Sie hat familiäre Wurzeln in Sri Lanka, ihr Teint ist dunkel, ihr Deutsch akzentfrei. Menschen mit Migrationshintergrund sind bei der PP Schwaben Süd/ West sehr willkommen. „Wir wollen ein Abbild der Gesellschaft sein“, sagt die Einstellungsberaterin Sarah Ehrmann und findet es gut, dass heute weder das Geschlecht noch die Provenienz ein Einstellungskriterium bei der Polizei darstellt.

Der Dritte im Bunde ist Daniel Fröhlich. Er hat bereits Polizeibeamte in der Familie und auch bei ihm war der Berufswunsch Polizist ein Kindheitstraum. Allerdings ließ er sich zuerst zum Automobilkaufmann ausbilden, den Beruf empfand er aber bald als fad und entschied sich für eine zweite Ausbildung bei der Polizei.

Alle drei Polizeianwärter haben ihre Berufswahl nie bereut und würden sich wieder für den Beruf des Polizisten entscheiden. Dass die Polizei bei Jugendlichen ihr Image verbessern konnte, liegt zu einem gewissen Teil auch am verbesserten, zeitgemäßen Look der Beamten, weg vom biederen Grün-Braun hin zum sportlich, legeren Blau. So bestätigen es unisono die beiden Einstellungsberater Sarah Erdmann und Matthias Merkle.

Jörg Spielberg

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