Dietmannsrieds Bürgermeister Werner Endres zieht bei den Bürgerversammlungen eine positive Jahresbilanz

Anstrengendes, aber gutes Jahr

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Dietmannsried weitet sich gen Süden aus. Im Baugebiet „Am Seebach“ wurden 23 Bauplätze verkauft. Im angrenzenden „Gewerbepark Süd“ soll unter anderem ab Frühjahr 2016 ein Drogeriemarkt gebaut werden.

Dietmannsried – Dietmannsrieds Bürgermeister Werner Endres hat bei den traditionell in allen fünf Ortsteilen (Dietmannsried, Schrattenbach, Probstried, Reicholzried und Überbach) stattfindenden Bürgerversammlungen eine positive Bilanz gezogen. Die Gemeinde habe ein anstrengendes Jahr hinter sich, aber man sei auf einem guten Weg.

Erfreuliche Entwicklungen habe es etwa auf dem örtlichen Arbeitsmarkt gegeben, so Endres in seinem eineinhalbstündigen, trotz der trockenen Materie kurzweiligen Rückblick auf das Jahr 2015. In der Gesamtgemeinde, die derzeit 8399 Einwohner zählt, gibt es 2061 Arbeitsplätze. Das sind 200 mehr als im Vorjahr und fast 400 mehr als 2013. Diese werden im Wesentlichen von 180 Betrieben generiert (insgesamt sind im Ort 800 Firmen und Betriebe gemeldet). „Besonders im Dienstleistungsbereich haben wir stark zugelegt“, so Endres.

Im Februar verabschiedete der Marktgemeinderat einen Gesamthaushalt von rund 25 Mio. Euro (+ 4 Mio.). Die voraussichtliche Verschuldung liegt bei 9.350.000 Euro, die pro Kopf Verschuldung somit bei 1.180 Euro. Die Kreisumlage 2016 beläuft sich auf 3.314.000 Euro (+ 168.000 Euro) – eine von vielen ungeliebte Kostenstelle, die Endres aber verteidigt: „Der Landkreis hat schließlich viele wichtige Aufgaben und wir bekommen aus Sonthofen ja auch Mittel für unsere Anliegen.“ Dennoch müsse man irgendwie „170.000 Euro aus dem laufenden Betrieb rausbringen. 2016 wird eine spannende Angelegenheit.“

Im laufenden Jahr investierte die Kommune allein 3,8 Millionen Euro in den Erwerb von Baugebieten. Zusammen mit landwirtschaftlichen Flächen, ökologischen Ausgleichsflächen und Gewerbeflächen flossen so mehr als 7,25 Millionen Euro in Grundstückskäufe. 91 Bauplätze konnten ausgewiesen werden. „Wir haben trotzdem immer noch 80-100 Bauwerber, darunter viele, die aus der Stadt aufs Land ziehen möchten.“ Freilich könne man nicht jeden berücksichtigen, „das wäre auch keine gesunde Entwicklung“, findet Endres. Im Baugebiet „Gemeinderieder Weg“, wo neben Wohnbebauung auch ein Regenrückhaltebecken sowie eine neue kirchliche Kindertagesstätte (als Ersatz für den sanierungsbedürftigen, beengten Kindergarten St. Blasius) entstehen soll, seien die Gespräche mit der Kirche „auf einem sehr guten Weg“. In Schrattenbach wurden künftige Wohnbauflächen für 15 Einfamilien- oder Doppelhäuser am Sportplatz erworben (der Sportplatz selbst soll verlegt werden). In Probstried entsteht gegenüber der Festhalle ein Mischgebiet mit 13 Bauplätzen. In Überbach hat die Gemeinde jüngst am Sport- und Spielplatz Wohnbauflächen für Einheimische gekauft und in der Reicholzrieder Richolfstraße sind noch vier Bauplätze übrig, „die wir aufheben möchten“. Über die heuer gegründete Bürgerstiftung soll zudem voraussichtlich eine Wohnanlage mit 30-50 Wohneinheiten in der Heisinger Straße in Dietmannsried errichtet werden.

Auch in punkto Gewerbeflächen hat sich einiges getan. Im „Gewerbepark Süd“ am Wertstoffhof werden sich ein Reisezentrum, eine Elektrikerfirma, sowie ein dm-Drogeriemarkt mit 600 Quadratmeter Verkaufsfläche ansiedeln. Zudem verlegt das Raiffeisen Lagerhaus seinen Standort hierher. Über die Nutzung zweier weiterer Flächen wurde noch nicht entschieden. „Da schauen wir natürlich auch darauf, was in der Gemeinde noch fehlt.“ Im „Gewerbepark Ost“, östlich der A7, kaufte die Gemeinde jüngst 25.000 Quadratmeter zusätzlicher Fläche, „um Planungssicherheit und Erweiterungsmöglichkeiten zu haben.“

Zudem konnte die Baulücke südlich des Fitnessstudios geschlossen werden. Hier wird ab dem Frühjahr ein Logistikzentrum mit Kletterhalle gebaut. In Probstried sicherte sich die Kommune das Gebäude „Gasthof Hirsch“ samt Außenflächen und Maibaumwiese, „denn so haben wir alle Entwicklungsmöglichkeiten in der Hand.“ Aktuell stehen noch der Ausbau der Breitbandversorgung in den Außenbezirken, die Suche nach Unterkünften für weitere Asylbewerber sowie die Sanierung der Friedhofsmauer auf der Agenda. Der Bau des geplanten Kreisverkehrs an der unfallträchtigen Kreuzung beim Wertstoffhof muss hingegen vertagt werden. Ebenso wie der Bau des Radweges zwischen Dietmannsried und Heising.

iel geleistet wurde auch bei der Versorgung der Kinder und Jugendlichen in der Gesamtgemeinde. So nahm das Dietmannsrieder Jugendparlament (das zweite im ganzen Oberallgäu) seine Arbeit auf, Spielplätze und das Freibad wurden saniert, ein neuer Kunstrasenplatz konnte in Betrieb genommen werden. Für die fünf Kindertagesstätten gab es in den Sommerferien erstmals eine Feriengruppe, die so gut angenommen wurde, dass das Modell auch 2016 seine Fortsetzung finden wird. Der Sachaufwand für jeden der 519 Schüler im Schulverband Dietmannsried-Lauben-Haldenwang betrug 1500 Euro. 204 Schüler nutzen die Angebote der Mittagsbetreuung oder der Offenen Ganztagsschule. „Wir waren überrascht von der starken Nutzung des Ganztagsangebotes“, gibt der Rathauschef zu. Das Thema werde auch in Zukunft eine große Herausforderung darstellen.

Sabine Stodal

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