"Wanted: Handwerk!" soll auch in den kommenden fünf Jahren stattfinden

Organisatoren ziehen Bilanz

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Blicken positiv auf den Projekttag „Wanted: Handwerk!” zurück: Gottfried Voigt (li.), Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Kempten, die beiden Organisatorinnen Annette Feiersinger (2.v.li.) und Ute Esfeld (3.v.li.), OB Thomas Kiechle (3.v.re.), Landrat Anton Klotz (2.v.re.), Kreishandwerksmeister Hans Peter Hartmann (re.) sowie die Sponsoren Günther Erdtl (AOK, 4.v.li.), Rainer Schaidnagel (Mitte, Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu), Alexandra Vogt (Baugenossenschaft Kempten, 5.v.re.) und Norbert Mack (Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, 4.v.re.).

Kempten – Die Jugendlichen auf das Handwerk aufmerksam machen und begeistern – das war der Grundgedanke der Aktion „Wanted: Handwerk! Azubi heute – Unternehmer morgen“ der Kreis- handwerkerschaft Kempten in Zusammenarbeit mit der Stadt Kempten und Sponsoren aus der Region Anfang Oktober auf dem Gelände der Schreinerei Bechteler in Sulzberg (der Kreisbote berichtete). 320 Schüler aus den Jahrgangsstufen 8 und 9M der Mittelschulen aus Kempten und dem Landkreis haben an dem Projekttag teilgenommen, davon haben sich rund 170 interessierte Schüler für Praktika eingetragen, wie die Verantwortlichen bei einer Abschlusskonferenz bekanntgaben.

„Für den ersten Rundgang sind das extrem viele, damit haben wir nicht gerechnet“, zeigten sich Ute Esfeld und Annette Feiersinger, die den Projekttag organisiert haben, erfreut über die positive Resonanz. 83 Prozent der Schülerinnen und Schüler hätten sich sogar mehrfach in die ausliegenden Listen eingetragen und Interesse gleich an mehreren Handwerksberufen gezeigt. Besonders beliebt seien dabei die Ausbildungsberufe des Elektronikers und des Lebensmittelfachverkäufers gewesen. „Außen vor stand aber kein Beruf, das Interesse war ziemlich verteilt“, so die beiden Organisatorinnen. „Wir freuen uns, dass die Berufsorientierung so eine Wirkung hat“, freut sich auch Norbert Mack von der Agentur für Arbeit. Durch gezielte Aktionen wie der Projekttag „Wanted Handwerk!“ könnte auch die Zahl der Ausbildungsabbrüche gesenkt werden, die bisher jährlich bei rund zehn bis 15 Prozent liege, so Mack weiter. Der Vorteil dieser Aktion liege auch darin, dass sowohl die Schüler als auch die Betriebe eine Vorentscheidung treffen können.

„Auch alle Asylbewerber an den Mittelschulen im Zuständigkeitsbereich der Kreishandwerkerschaft Kempten wurden an dem Projekttag integriert und haben auch Interesse gezeigt“, so Ute Esfeld. Kreishandwerksmeister Hans Peter Hartmann kann sich auch für die Zukunft vorstellen, mehr Asylbewerber bei der Aktion einzubinden. Allerdings sei dabei die Voraussetzung sinnvoll, dass diese Schüler in einer BAF-Klasse (Klassen für Berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge) waren, in der sie bereits alphabetisiert wurden. Diese Voraussetzung sei „schon allein wegen der verbalen Kommunikation“ notwendig, sind sich Landrat Anton Klotz und die Organisatoren einig. 

Aufgrund der positiven Resonanz soll der Projekttag kein „Stohfeuer“ bleiben, sondern in den kommenden fünf Jahren jeweils in der dritten Schulwoche für alle Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 8 und 9M der Mittelschulen durchgeführt werden. „Wir brauchen nicht nur Akademiker sondern auch qualifizierte Handwerker, um unseren Lebensstandart in Zukunft halten zu können“, hob OB Thomas Kiechle die Bedeutung der Handwerksberufe hervor. „Jede Initiative, die die Jugendlichen für das Handwerk begeistert, ist gut.“

"Wanted: Handwerk!" 

An dem Projekttag sollen Jugendliche an Handwerksberufe herangeführt werden und haptische Erfahrungen im Umgang mit Werkzeug sammeln. Den Schülern der Jahrgangsstufen 8 und 9M der Mittelschulen aus Kempten und dem nördlichen Oberallgäu wurden zuvor etwa 15 verschiedene Berufsbilder vorgestellt, wovon sie sich für drei entscheiden und diese am Projekttag in Sulzberg ausprobieren konnten. Bei Interesse konnten sie sich in Listen für Praktikastellen eintragen.

Lea Stäsche

 

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