Prächtig gediehen

Am Freitag war es jetzt wieder einmal so weit: Die Storchenbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen, Ute Reinhard, hatte einen Termin in Isny und ist mit Erhard Bolender mit Hilfe einer Hebebühne aus Kempten zum Storchennest hinaufgefahren. Bis zum letzten Augenblick hatte „Romeo“, das Storchenmännchen, beim Nachwuchs ausgehalten und räumte schließlich nur sehr widerstrebend das Nest.

Mit dem Ergebnis der Exkursion auf Isnys höchstes Häuserdach war Ute Reinhard durchaus zufrieden. Mit einem Gewicht von rund drei Kilo und Schnabellängen von fast zehn Zentimetern waren die Nestlinge gesund und munter, duckten sich in ihr Nest und ließen die Aktion anstandslos über sich ergehen. Jetzt sitzen die Ringe am linken Bein. 5737, 5738 und 5739 sind ihre Registriernummern. Die Aktion ist jedoch recht aufwendig und kostspielig, zur Registrierung aber dringend notwendig. Die Zahlen auf den Ringen sind so groß, dass sie auch aus einiger Entfernung gelesen werden können. Große Popularität Die Isnyer Störche haben mittlerweile sowieso einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Die Alten ziehen nicht weg, sondern bleiben auch den Winter über in Isny. Dann werden sie natürlich zusätzlich gefüttert und wenn es wirklich bitterkalt wird, kann man sie auch schon mal im Wasser der Ach stehen sehen, denn dort friert das Wasser nicht und die Isnyer Adebars haben nicht so kalte Füße. Wenn dann die Brutzeit beginnt, wird vom Blaserturm auch die Kamera dazu geschaltet und die Störche sind im Internet zu besichtigen. Das ist eine Aktion, die weltweit für Aufmerksamkeit sorgt, denn bis aus Amerika und selbst China sind Zugriffe zu verzeichnen. So halten sich zwei Dinge die Waage: Die Störche werden gut versorgt und sorgen gleichzeitig für größere Bekanntheit ihrer Heimatstadt. Sturm gut überstanden Kaum war das Nest am Freitag wieder freigegeben, kam auch Aufpasser „Romeo“ wieder angesegelt, landete elegant auf dem Nestrand und beäugte den eigenen Nachwuchs kritisch. Jetzt ist dort oben aber die Welt wieder in bester Ordnung. Selbst den heftigen Sturm der vergangenen Woche hatte das Storchennest ebenfalls erstaunlich gut standgehalten. Die Altstörche hatten sich einfach über den Nachwuchs geduckt und größere Schäden so erfolgreich verhindert.

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