Energieteam Haldenwang lädt zu den 1. Energietagen

Kampf gegen Stromfresser

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Das Haldenwanger Energieteam besteht aus engagierten Bürgern und Politikern der Gemeinde, die sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Energiewende auseinandersetzen. Von links: Hermann Hops, Energieberater Roman Beck, Florian Schneid, Gemeinderat Manfred Gabler, Josef Diepolder, Wolfgang Braunegger, 3. Bürgermeister Peter Mair, Peter Skutella, 2. Bürgermeister Matthias Amann, Georg Hartmann (Geschäftsleitung der Gemeinde) und Teamleiter Anton Klotz. Es fehlen Hubert Friedrich und Leonhard Prestel.

Haldenwang – Bei den 1. Haldenwanger Energietagen konnte sich die Bevölkerung am vergangenen Wochenende über die Möglichkeiten der Speicherung von Strom aus Photovoltaikanlagen zur Eigennutzung in Privathäusern informieren und bereits installierte Anlagen besichtigen.

Das Energieteam der Gemeinde hat zudem eine Heizungspumpen-Tauschaktion initiiert, bei der „stromfressende“ Pumpen zum günstigen Preis gegen hocheffiziente Neugeräte ersetzt werden können. 

Bei der Auftaktveranstaltung im Sportzentrum informierte Michael Stamm von der Firma Solux, mit der die Gemeinde seit Jahren zusammenarbeitet, die rund 50 Zuhörer umfassend über die Möglichkeiten und Kosten der Stromspeicherung an Photovoltaik-Anlagen in Privathäusern. Der mit der eigenen PV-Anlage erzeugte überschüssige Solarstrom kann in Blei-Gel-Batterien (Stellfläche unter 1qm) für die Eigennutzung gespeichert werden. Sind die Batterien voll, wird der Solarstrom gegen Entgelt ins Netz eingespeist. Sinkt die Solarstromproduktion abends unter den Verbrauch im Haus, wird der fehlende Anteil aus den Batterien abgerufen. Heutzutage sei bei PV-Anlagen nicht mehr die Einspeisevergütung das wirtschaftlich interessante Thema, betonte Stamm. „Die Zukunft gehört der Eigennutzung.“ Mit ihr mache man sich bei anfallenden Investitionskosten von unter 20 000 Euro unabhängiger von den großen Stromkonzernen und deren Preisgestaltung. Roman Beck vom Haldenwanger Energieteam referierte über alle wichtigen Details zu der bis 31. März laufenden Heizungspumpen-Tauschaktion. 

Die Gemeinde hat mit sechs Installationsfirmen ein Angebot ausgehandelt, bei dem Haldenwanger Privathaushalte ihre veralteten, energieintensiven Heizungspumpen unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Pauschalpreis von rund 300 Euro durch neue Pumpen der Energieeffizienzklasse A ersetzen können. Damit ließe sich der Energieverbrauch der Heizanlagen um rund 50 Prozent und der CO2-Ausstoß um bis zu 240 kg/Jahr reduzieren. (Alle Infos auf www.haldenwang.de unter der Rubrik „Energie und Umwelt“). 

Mehr alternative Energie 

Die Aktion geht auf die Initiative des vor zwei Jahren gegründeten 13-köpfigen Energieteams zurück, das sich mit den klimapolitischen Zielen der Gemeinde auseinandersetzt. Zu den weiteren geplanten Maßnahmen, die von Gemeindeseite finanziell und personell unterstützt werden, gehört der künftige Betrieb aller kommunalen Liegenschaften und Anlagen mit Ökostrom, die Reduzierung des Gesamtenergiebedarfs der Gemeinde, sowie ein verstärktes Augenmerk auf Nachhaltigkeit beim Bauen und Sanieren. Die Stromproduktion der Gemeinde aus regenerativen Energien soll von derzeit rechnerisch 100 Prozent auf 200 Prozent, der Anteil alternativ erzeugter Wärmeenergie von derzeit 27 Prozent auf 40 Prozent erhöht werden. Haldenwang investiert seit 2001 in PV- und Windkraftanlagen. 

 Der geplante Bau weiterer Windräder im Kronholz musste allerdings aufgrund der derzeit diskutierten sogenannten „10H-Abstandsregelung“ (nach der die Entfernung eines Windrades von Wohnbebauung das Zehnfache der Höhe der Anlage betragen muss) sowie der unvermittelt aufgetauchten Problematik des in Lenzfried stationierten Drehfunkfeuers bis auf weiteres gestoppt werden. Das Bundesaufsichtsamt für die Luftsicherheit blockiert mit Letzterem den Bau neuer Windräder mit der Begründung, die Rotoren könnten möglicherweise den Leitradar von Flugzeugen stören und so zu Gefährdungen im Flugverkehr führen. Zwischen Windkraftanlage und Drehfunkfeuer müsse ein Abstand von 15 Kilometern eingehalten werden. Durch diese beiden Punkte können im gesamten Landkreis keine weiteren Windkraftanlagen gebaut werden. Was die Speicherung von Ökostrom im großen Maßstab angeht, erwähnte Bürgermeister Anton Klotz, das AÜW prüfe die Errichtung eines 60 Millionen Euro teuren Pumpspeicherkraftwerks im Grüntengebiet (der Kreisbote berichtete), mit dem die Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen werden können.

Sabine Stodal

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