"Guter Beginn einer langen Freundschaft"

eza! und Verbraucherzentrale Bayern arbeiten bei Energieberatung zusammen

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Zu umweltfreundlicher Energienutzung beraten eza! und Verbraucherzentrale Bayern künftig gemeinsam. Über die gemeinsame „Mission“ freuen sich: Andreas Winkler, Leiter der Verbraucherzentrale Beratungsstelle Kempten, Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Heidemarie Krause-Böhm, Leiterin des Referats Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit der Verbraucherzentrale Bayern und eza!-Geschäftsführer Martin Sambale.

Kempten/Allgäu – „Wir haben festgestellt, dass wir schon seit Jahren nahe beisammen liegen, da macht es keinen Sinn, getrennt weiterzumarschieren“, sagte Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!).

Zusammen mit der Verbraucherzentrale Bayern hatte er am Dienstag zu einem Pressegespräch ins Kemptener Rathaus eingeladen. Gemeinsam stellten die beiden Einrichtungen ihre Kooperation vor, die im Januar 2018 anlaufen soll. Beide sind bereits in der Energieberatung etabliert.

Wie kann ich bei mir zu Hause Energie einsparen? Welche Heizung ist für mein Haus die richtige? Was tun bei Schimmel? Wie kann ich an Fördergelder gelangen? Zu all diesen Themen können sich Verbraucher künftig an eza! und Verbraucherzentrale Bayern wenden. Die Verbraucherzentrale führt im Allgäu in Kempten, Immenstadt und Memmingen Beratungen durch. Und die eza! an 46 Allgäuer Standorten. An allen diesen Stellen bieten die Berater ab 2018 das gemeinsame Portfolio an.

Kemptens Oberbürgermeister und Vorsitzender der eza!-Gesellschafterversammlung Thomas Kiechle sprach vom „guten Beginn einer langen Freundschaft.“ Für ihn passt die Zusammenarbeit gut ins Konzept der Stadt. Kempten ist eine von 19 Klimaschutz-Pilotkommunen und erarbeitet Strategien, wie Energieverbrauch und CO2-Ausstoß bis ins Jahr 2050 halbiert werden können. „Ich erwarte mir sowohl für Bürger als auch für die Stadt ein noch besseres Angebot“, sagte das Stadtoberhaupt beim Pressegespräch. Er bedauerte, dass die Zahl der energetischen Sanierungen zur Zeit stagnieren. „Die Energiekosten sind gesunken, die Bürger sanieren weniger“, sagte er und hofft hier auf neuen Schwung durch die gemeinsame Energieberatung.

Neben kurzer Telefon- und Online-Beratung sowie Gesprächen in den Beratungsstellen sind auch Checks zu Hause im Angebot. Beispielsweise der Basis-Check richtet sich neben privaten Haus- oder Wohneigentümern auch an Mieter.

Nach einem einstündigen Termin in den vier Wänden gibt der Berater eine Einschätzung über die energetische Situation. Im Blick hat er dabei den Strom- und Wärmeverbrauch sowie die Geräteausstattung. In einem schriftlichen Bericht, der rund vier Wochen nach dem Vor-Ort-Termin eintrifft, erhalten die Verbraucher einen Überblick über Sparpotentiale und Handlungsempfehlungen.

Beim Gebäude-Check kommen Informationen über Haustechnik, baulichen Wärmeschutz und Einsatzmöglichkeiten erneuerbarer Energien hinzu. Bei Detail-Checks können individuelle Probleme angegangen werden. Die Effizienz des Heizsystems steht beim Heiz-Check im Mittelpunkt. Im Herbst und Frühjahr ist der Solarwärme-Check möglich, bei dem Solarthermische Anlagen auf ihre Einstellung und Wirksamkeit überprüft werden.

„Bei unseren Angeboten ist uns generell die Anbieterunabhängigkeit wichtig“, sagt Heidemarie Krause-Böhm, Leiterin des Referats Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit der Verbraucherzentrale Bayern, „unser Auftrag ist die Erstinformation, letztendlich entscheidet der Bürger selbst über die Maßnahmen.“

Dabei fallen nur bei der Beratung zu Hause Verbraucher-Kosten von zehn bis 40 Euro an. Den Rest übernehmen Kommunen und das Bundeswirtschaftsministerium. Einkommensschwache Haushalte erhalten die Beratung stets kostenlos, sagt Krause-Böhm.

In Gemeinden und Stadteilen stehen künftig Check-Dein-Haus-Aktionen an. In einem bestimmten Zeitraum ist dann zum Beispiel der Gebäude-Check für die Hauseigentümer kostenlos. Die beteiligten Gemeinden übernehmen hier Kosten. Mit Briefen, Haustür-Besuchen und Presseinformationen werden die Hausbesitzer auf die Aktionen aufmerksam gemacht. „Erfahrungen im Unterallgäu haben gezeigt, dass viele Eigentümer so zu einer Sanierungsmaßnahme motiviert werden können“, sagt eza!-Geschäftsführer Sambale. 

Susanne Kustermann

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