Einheitliche Tarife als Ziel

mona GmbH: Kempten, Oberallgäu, Kaufbeuren und Ostallgäu Hand in Hand

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Für die Busnutzer in Kempten, Kaufbeuren sowie im Ober- und Ostallgäu wird sich ab 2019 einiges verändern. Die mona strebt einheitliche Tarife und eine professionelle Vertriebsplattform an.

Kempten/Oberallgäu/Ostallgäu – Gute Nachrichten für alle Busnutzer in Kempten und Kaufbeuren sowie im Ober- und Ostallgäu. Unter dem Dach der 2014 gegründeten mona (Mobilitätsgesellschaft für den Nahverkehr im Allgäu) konnten mittlerweile 17 Verkehrsunternehmen vereinigt werden.

„Damit hat die mona eine Entwicklung nehmen können, die unglaublich viele Chancen bietet“, frohlockte OB Thomas Kiechle, Aufsichtsratsvorsitzender der mona GmbH, am Freitagmittag in einem Pressegespräch, bei dem einige Neuerungen vorgestellt wurden. So soll es ab 2019 eine einheitliche Tarifstruktur geben, die (digitale) Fahrgastinformation soll ausgeweitet und verbessert werden und auch die Fahrpläne und Haltestellen werden genau unter die Lupe genommen. Außerdem stellte mona-Geschäftsführer Herbert Beck das Projekt „Schwabenbund Services“ , ein Vertriebssystem mit Webshop und Handyticket, vor.

Den anfangs neun Gesellschaftern der mona schlossen sich Anfang August vier weitere aus Kaufbeuren und dem südlichen Oberallgäu an. Vier weitere Verkehrsbetriebe haben sich im Rahmen eines Kooperationsvertrags mit der mona vernetzt. Damit umfasst das Gebiet der mona nun die Landkreise Oberallgäu und Ostallgäu sowie die kreisfreien Städte Kaufbeuren und Kempten (insgesamt circa 400.000 Einwohner). „Die Verkehrsunternehmen unterstreichen dadurch ihr Ziel, den ÖPNV in der Region weiter voranbringen zu wollen“, unterstrich Helmut Berchtold, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

Die primäre Aufgabe der mona ist es, das Leistungsangebot der 17 Verkehrsunternehmen zu vereinheitlichen und unter der Marke mona zu vermarkten. Die wichtigste Reform, mit der Anfang 2018 begonnen wird, ist die Schaffung einer gemeinsamen Tarifstruktur mit einheitlichen Tarifen im gesamten mona-Gebiet. „Zurzeit hat jeder Verkehrsverbund verschiedene Angebote, beispielsweise hinsichtlich der Abonnements. Ziel ist es nun, eine einheitliche Struktur zu schaffen, die leicht verständlich ist“, so Beck. Finanziell wird die Tarifharmonisierung unterstützt von den Aufgabenträgern (Städte, Landkreise) und durch die Regionalentwicklung Oberallgäu und Ostallgäu im Rahmen eines LEADER-Programms. „Dieses Projekt ist nicht aus eigenen Kräften zu stemmen, weshalb wir Anträge bei den Regionalentwicklungen Oberallgäu und Ostallgäu gestellt hatten, die einstimmig unterstützt wurden“, erläuterte Beck.

Aktivität und Mobilität verknüpfen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umsetzung und Einführung des Projekts Schwabenbund Services (SBS). Dieses wurde von den bayerischen Mitgliedern des Schwabenbunds in Abstimmung mit den Verkehrsverbünden Mittelschwaben und mona auf den Weg gebracht. Bei SBS handelt es sich um eine professionelle Vertriebsplattform mit Webshop und modernem Handy-

ticketsystem. Die Plattform informiert über Mobilitätsangebote und stellt diese zur Buchung zur Verfügung – bequem von zuhause aus bzw. unterwegs mit dem Smartphone. So können Fahrtickets künftig unabhängig von Büroöffnungszeiten der Verkehrsunternehmen via Smartphone erworben werden.

Ein wichtiger Baustein in diesem Projekt ist die Verknüpfung von (Freizeit-)Aktivität und Mobilität. So sollen beispielsweise Bergbahn- und Nahverkehrsticket kombiniert werden können. Über das System SBS werden diese Angebote regionsübergreifend kommuniziert und zur Online-Buchung zur Verfügung gestellt. Die Einführung ist für 2019 geplant.

Haltestellenfahrplan und -ausstattung

Im Jahr 2018 wird die mona gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen auf Basis bereits vorliegender Entwürfe einheitliche Fahrpläne für die Haltestellen entwickeln. Darüber hinaus sollen die Ausstattungsmerkmale der Haltestellen festgelegt werden, sprich welche Haltestellen sollen mit elektronischen Fahrplananzeigen ausgestattet werden.

Des weiteren soll eine App auf den Weg gebracht werden, um die digitale Fahrgastinformation weiter zu verbessern, erklärte Sandra Rudhard, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der mona. Außerdem sei die Homepage optimiert worden.

Vor der mona liegt nun ein arbeitsreiches Jahr 2018, denn 2019 sollen beide Projekte – Tarifvereinheitlichung und SBS – umgesetzt sein. Die Finanzierung beider Projekte ist jedenfalls gesichert und Verträge mit allen beteiligten Unternehmen regeln, dass keiner aussteigt. Allein die Vereinheitlichung der Tarife wird 150.000 bis 200.000 Euro kosten, so Berchtold.

An der Überarbeitung bzw. Verbesserung der Busverbindungen, Linien und Taktung wird ebenfalls gearbeitet. Sowohl in Kempten als auch im Oberallgäu seien hierfür Nahverkehrskonzepte erstellt worden bzw. werden erstellt. Was davon letztendlich umgesetzt wird bzw. werden kann, darüber wird in den politischen Gremien entschieden. „Es ist die Frage, inwieweit wir uns finanziell auf Änderungsvorschläge einlassen. Wir können nicht alle Schritte des Konzepts gehen“, betonte OB Kiechle. Ziel sei es sagen zu können: „Wir haben ein attraktives Angebot.“ Die Vereinheitlichung der Tarife sieht er als „greifbare Verbesserung“.

Für Berchtold sind dabei die Herausforderungen in den ländlichen Regionen viel größer als in der Stadt. Insgesamt findet er, dass das bestehende Angebot gut sei und nun ein paar Stellschrauben verändert werden müssten.

Melanie Weidle

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