Priester mit Humor

Zahlreiche Ehrungen für einen menschennahen Pfarrer: Die goldene Rathausmedaille wurde Pfarrer Helmut Doll aus der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Pfarrsaal von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer (CSU) verliehen. Er würdigte damit die zahlreichen Verdienste, die der Geistliche im Laufe seiner fünfundvierzigjährigen Dienstzeit, von der er vierunddreißig Jahre in der Pfarrei „Mariä Himmelfahrt“ wirkte, erworben hatte. Der Seelsorger sei, so Netzer, seiner Zeit im Denken und Handeln stets voraus und ein wichtiger geistlicher Ansprechpartner gewesen.

Der Kirchenpfleger Magnus Möst überreichte dem Priester zum Abschied, als Geschenk der Pfarrei, einen Messkoffer. Er würdigte Doll als einen Menschen, der immer für die Nöte anderer da war und spirituelle Schwerpunkte setzte, die anderen neue Perspektiven eröffnet hätten. Doll selbst nennt als Grundlage seiner Arbeit den Wunsch, die frohe Botschaft vor zu leben und sie anderen als heilsame Perspektive näher zu bringen. „Ich wollte“, so der Geistliche, „nicht nur am Altar mit den Menschen an einem Tisch sitzen, sondern auch im Alltag.“ Diese Nähe zum Menschen wurde Doll auch vom Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Reinhard Lehner bescheinigt. Der evangelische Kirchenrat, Jörg Hammerbacher, ehemaliger Nachbarspfarrer in der „Christuskirche“, sprach von Begegnungen, die stets auf Augenhöhe stattgefunden hätten. Dabei sei auch der Humor nicht zu kurz gekommen. So hätte ihm der katholische Doll einmal erzählt, wie aufwändig es sei, auf dem Friedhof jedesmal das Wasser zu weihen. Deshalb hätte er schließlich einfach den Wasserhahn gesegnet. Im feierlichen Festgottesdienst, den er gemeinsam mit Dekan Dr. Michael Lechner, Pfarrer Franz Heumann und Diakon Karl-Heinz Bernegg zelebrierte, legte der Ortsgeistliche seine Verantwortung in die Hände des Dekans zurück und bat um dessen Segen. Er ließ seine frohen und traurigen Erlebnisse in der Pfarrei noch einmal Revue passieren. Dabei sprach er von schwierigen Trauerbegleitungen und unerfüllbaren Wünschen ebenso wie von lustigen Versehen während der Gottesdienste und Späßen mit den Ministranten. Lechner schilderte in seiner Laudatio Doll vor allem als einen Mann der Begegnung, der für eine wichtige Sache auch einmal laut werden könne. Bis zuletzt sei er bereit gewesen, Verantwortung zu tragen. Musikalisch gestaltet wurden die Festlichkeiten vom Chor Jubilate, Organist Bernd Obermayr, der Alphornbläsergruppe des Musikvereins St. Mang und der Akkordeongruppe Lore Golombowski. Beim Pfarrfamilienabend war Doll dann im wahrsten Sinne des Wortes „Hahn im Korb“, als ihm der Frauenkreis einen Hahnenkamm aufsetzte und in die Mitte der Hühnerschar platzierte. Engel gaben ihm gute Wünsche mit in den Ruhestand, den er ab 1. September antreten wird. Der Chor Jubilate, die Ministranten und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lehner brachten ihm selbstgedichtete Ständchen und auch die Theatergruppe gab ein Abschiedsstück zum Besten.

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