Die Privaten springen ein

Unzählige Löcher und Risse durchziehen die Herrenstraße von der Orangerie bis zur Madlenerstraße. Foto: Ferder

Dass der Zustand der Herrenstraße vielen Bürgern unter den Nägeln brennt, zeigte sich eindrucksvoll am Dienstagabend: Rund 100 Besucher versammelten sich zur Bürgerinformation „Ausbau der Herrenstraße“ im Gasthaus Klecks, wo der aktuelle Bebauungsplan der 340 Meter langen Herrenstraße von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann vorgestellt wurde. Obwohl die Stadt heuer eigentlich kein Geld für die Sanierung hat, könnten bereits im Juni die Arbeiten beginnen. Möglich machen das die Sozialbau und BSG Allgäu, die finanziell in Vorleistung gehen wollen.

„Der Ausbau der Straße ist ein langgehegter Wunsch der Bürger und Anwohner“, so Wiedemann, „denn die Herrenstraße ist zweifellos in einem schlechten Zustand.“ Pfützen, Löcher und Risse durchziehen die Strecke, die von der Madlenerstraße bis zum Hofgarten reicht. Neben dem schlechten Straßenzustand bereitet Anwohnern und Nutzern auch die Parkplatzsituation sowie die hohe Unfallgefahr Sorgen. „Die Herrenstraße ist täglich einem Verkehrschaos ausgesetzt“, klagen Anwohner. Durch nahgelegene öffentliche Einrichtungen, wie „Das Haus für Kinder“-St. Lorenz, die Stadtbibliothek oder das Jugendhaus wird die Herrenstraße von Fußgänger sowie Autofahrern ständig genutzt. Die Ziele des Ausbaues wurden deshalb für die Bauverwaltung am Dienstagabend vergangener Woche rasch deutlich: Erneuerung des Gesamtaufbaues der Straße, Einrichtung einer Tempo 30-Zone, Beibehaltung des Parkplatzangebotes, Überquerungsmöglichkeiten und Anfahrtszone für das „Haus der Kinder“-St. Lorenz. Reges Interesse Trotz fehlender Gelder im Haushalt 2011 für den Straßenausbau könnten diese Ziele schon diesen Sommer verwirklicht werden, denn dank eines Vorschusses von Sozialbau und Bau- und Siedlungsgenossenschaft Allgäu (BSG) wäre es möglich, die Gesamtkosten von rund 580 000 Euro zu decken. „Doch bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann, möchten wir die Bürger der Stadt miteinbeziehen“, verdeutlichte OB Netzer und eröffnet damit eine rege Diskussion. Der Aufforderung zur offenen Meinungsäußerung kamen viele der Anwesenden – vor allem Bürger und Anwohner der Herrenstraße – nach, zeigten großes Interesse und stellten offen Fragen zur künftigen Straßenführung oder zu den Parkplatzkosten. Besonders deutlich wurde auch die Ablehnung des momentanen Bebauungsplans. Über 90 Prozent der Anwesenden sprachen sich für eine vorgestellte Alternativvariante aus. Diese favorisierte Möglichkeit bietet 76 Parkplätze, eine wechselseitige Parkierung und den Erhalt der Bäume. Der derzeit geltende Bebauungsplan sieht dagegen 81 Parkplätze, eine gestreckte Linienführung, sowie die Entfernung der Bäume vor. „Wir können uns beide Varianten vorstellen“, erklärt Tiefbauamtsleiter Wiedemann. „Dennoch würden Planänderungen mehr Zeit in Anspruch nehmen“, mahnte er. Wie sich der Bauausschuss – voraussichtlich im März – über den Ausbau der Herrenstraße schließlich entscheiden wird, wird sich nach einer genaueren Überprüfung beider Varianten im Laufe der nächsten Wochen zeigen. Aktuelle Pläne und weitere Informationen zum Thema gibt es auch im Internet unter www.kempten.de.

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