Probleme vor Ort besprechen

Die Mitglieder der Lenzfrieder CSU lassen sich von OB Dr. Ulrich Netzer (vorne links) und Ortsvorsitzendem Andreas Kiechle (vorne rechts) die geplante Zukunft des Klostergeländes erläutern. Foto: privat

Bereits vor einigen Jahren hat OB Ulrich Netzer (CSU) begonnen, in den verschiedenen Stadtteilen gemeinsam mit den Anwohnern Spaziergänge zu unternehmen. Insbesondere dann, wenn das Gebiet vor größeren Umbaumaßnahmen steht. „Vor Ort kann man viele Dinge direkt besprechen, erklären und bei Problemen einen gemeinsamen Weg finden“, sagte Netzer. Jetzt hatte Netzer zusammen mit Thomas Kiechle, Vorsitzender der CSU-Lenzfried, zu einem Spaziergang durch den Stadtteil Lenzfried eingeladen.

Das Wetter hatte leider kein Einsehen und bot mit geringen Temperaturen und anhaltendem Nieselregen nicht unbedingt die besten Rahmenbedingungen für einen Spaziergang. Doch das schreckte die rund 50 Teilnehmer der Gruppe nicht ab, die sich am alten Klostergebäude traf. In dem Stadtteil mit seinen alten, gewachsenen Strukturen ist derzeit viel in Bewegung. Vor allem der Weggang der Klosterschwestern hat eine große Lücke hinterlassen. „Der Abschied hat uns sehr geschmerzt“, schilderte Kiechle die aus dem Wegzug der Schwestern entstandene Situation. Vor knapp drei Jahren hat die Stadt die verwaisten Gebäude – ausgenommen das Realschulhaus – erworben und seitdem an einem sinnvollen Konzept für die Weiterentwicklung auf dem Areal gearbeitet. Nun steht das Konzept fest. Mieter gesucht Für das Klostergebäude möchte die Stadt einen Mieter finden, der ehemalige Wirtschaftstrakt wird einem Neubau weichen wie auch der einstige Nutzgarten, der auf sieben Wohneinheiten mit Grundstücksgrößen von rund 100 bis 700 Quadratmetern verteilt werden soll. „Wir haben in Kempten eine große Nachfrage nach Baugebieten ohne festen Bauträger für individuelle Gestaltung“, berichtete Netzer. Im Rahmen des Bebauungsplans ist es auf dem einstigen Nutzgelände den Bauherren gestattet, ganz nach ihren Vorstellungen zu bauen. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude wird ganz verschwinden – die Kosten für eine Sanierung würden jeden Rahmen sprengen und die Möglichkeiten des Stadtsäckels überschreiten. Insbesondere da seit drei Jahren und auch für die kommenden drei Jahre der Schwerpunkt der Investitionen der Stadt im Bereich von Bildung und Erziehung liegt, wie der OB berichtete. In Lenzfried erhielt das Schulgebäude der Grundschule erst vor kurzem einen Erweiterungsbau. Ein besonderes Kleinod und bisher nur den Klosterschwestern zugänglich, ist der alte Klostergarten. Dieser soll, so Netzer, fast in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben und künftig als kleiner Park der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Eine Nachricht, die von den Teilnehmern positiv aufgenommen wurde. Kritische Anwohner Nächste Station war das Neubaugebiet der BSG mit insgesamt 49 Wohneinheiten, die am südöstlichen Rand zum Golfplatz hin entstehen. Derzeit gibt es dort allerdings etliche unzufriedene Anwohner. Der Trilschweg und seine Bankette sind durch die Schwerlasterverkehr beim Bau des Golfplatzes arg beschädigt worden. Die Anlieger haben in Gemeinschaftsarbeit und aus der eigenen Tasche die Seitenstreifen bereits mit festem Kies und Schotter befestigt, jedoch zeigte der verregnete Sommer, dass hier Schotter alleine nicht hilft. Netzer versprach, schnelle Abhilfe noch in diesem Jahr zu schaffen um den Arbeitseinsatz und die freiwillige Kostenübernahme der Anlieger nicht gänzlich „weg zu schwemmen“. Eine Befestigung aus Teer soll die Straße besser stabilisieren. Für recht schmal befanden einige Teilnehmer die Straßenbreite im Neubaugebiet und befürchteten Probleme beim Durchgangsverkehr zum Golfplatz wie auch bei der Einfahrt in die Hauptstraße. In diesem Zusammenhang verwies Netzer auf die Nordumgehung, die seit längerem in Planung ist und nun verwirklicht werden soll. „Sobald diese Baumaßnahme abgeschlossen ist, wird es sichtlich weniger Verkehr aus Richtung Wildpoldsried und Betzigau geben und die Straßen werden den Anforderungen sicherlich entsprechen“, sagte er. Letzte Station war der Wettmannsberger Weg. Für die Sanierung, so informierte Netzer, sind bereits rund 200 000 Euro vorgesehen.

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