Profis am Werk

Bernd-Rüdiger Damerow (vorne) und Uwe Kleiner arbeiten derzeit an der Isnyer Stadtmauer. Foto: Schubert

An die Folgekosten hat bestimmt niemand gedacht als die Isnyer im 13. Jahrhundert Graben und Stadtmauer errichteten. Damals ist der Graben, in den die Bäche geleitet wurden, ausgehoben worden. Der Aushub wurde zum Wall und diente zum Schutz der Bürger, damit nicht ungebetene Gäste des Nachts in den Ort schleichen konnten. Aus dem beim Aushub vorgefundenen Geröll aus der letzten Eiszeit wurde dann der innere Ring der Befestigung, die Stadtmauer, errichtet. Damit die Stadtmauer noch viele Jahre in Schuss bleibt, muss sie immer wieder saniert werden. Momentan sind zwei Experten am Werk.

Bis der Ring der Stadtbefestigung stand, sind damals bestimmt einige Jahrzehnte vergangen. Der Boden musste nivelliert werden, Eichenbalken dienten häufig als Fundament und darauf wurde dann mit den vorgefundenen Steinen der Endmoräne und der Kalkmischung das Mauerwerk geformt. Die Tore, das Wassertor und das Espantor, sind in der heute noch sichtbaren Form erst später dazu gekommen. Sie dienten vor allem zur Sicherheit. Heute ist diese Funktion weitgehend weggefallen. Die „Heuschrecken“, die heutzutage über Firmen herfallen können, sind auch schwerlich mit einer Mauer davon abzuhalten. Seit Jahrhunderten hat Isny nun schon seine Stadtmauer und wenn auch einige Stücke fehlen, um sie Besuchern zu zeigen und auch ein wenig stolz darauf zu sein, reicht es allemal. Ohne das ständige Sanieren und „Ausflicken“ einzelner Teile wäre die Stadtmauer sicherlich nicht mehr so kompakt und vorzeigbar. Anbauten wurden beseitigt, neue Nutzungen entstehen, zum Beispiel am „Zwinger“, und auch bei der besonderen Güte der alten Mauern lockert sich so mancher Stein. Die Firma Colic aus Friedrichshafen geht im Augenblick noch den alten Schäden an der Mauer auf den Grund und hat zwei Facharbeiter aufs Gerüst gestellt, die mit Spachtel, Haken und Kelle Teile des Mauerwerks wieder fest verankern. Besonders alte Bausünden kommen nun heraus. Der Betonputz, von dem man sich erhöhte Festigkeit in vergangenen Jahren versprach, wird nun mühsam wieder entfernt und durch den ursprünglichen Kalkputz ersetzt. Restaurator und Stuckateur Uwe Kleiner und sein Kollege Bernd-Rüdiger Damerow, Bildhauer und Restaurator, werden nun bald die diesjährige Sanierung beenden. Im kommenden Jahr werden sie jedoch bestimmt wieder irgendwo an der Mauer stehen und Stein für Stein und Fuge für Fuge an Isnys „Alleinstellungsmerkmal“ weiter arbeiten.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Das „Große Loch“ im Fernsehen
Das „Große Loch“ im Fernsehen
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum

Kommentare