Projekte kommen in Fahrt

Helga Keller (v.l.), Annette Feiersinger, davor Jennifer Miller, Martin Slavicek (alle Kempodium), Kornelia Brams (Kempodium) und die neue Stadtteilmanagerin Indra Baier-Müller sowie ihr Vorgänger Oliver Stiller bei der Vorstellung ihrer Projekte. Foto: Spielberg

Drei Jahre nach dem Start des Projekts „Stärken vor Ort” in St.-Mang haben die Verantwortlichen der Koordinierungsstelle vergangene Woche Bilanz gezogen. „2010 haben wir mit unseren Mikroprojekten dann richtig Fahrt aufgenommen”, berichtete der ehemalige Quartiersmanager Oliver Stiller. Verlierer des Projekts gibt es augenscheinlich keine.

Um Vorurteile zu entkräften und um benachteiligten jungen Menschen und Frauen mit Problemen beim Einstieg und Wiedereinstieg ins Berufsleben und die Gesellschaft zu helfen, wurde im Jahr 2009 durch das Familienministerium das durchaus viel beachtete Projekt „Stärken vor Ort” ins Leben gerufen. Heuer, drei Jahre danach, wird von den bundesweit 280 Standorten eine Bilanz der dreijährigen Aktion vor Ort gezogen. So auch in St.-Mang, der auch vor der Aufgabe steht, Menschen mit schlechteren Voraussetzungen und Lebensperspektiven einen möglichst niedrigschwelligen Einstieg oder Wiedereinstieg in die Gesellschaft zu ermöglichen. Der bisherige Quartiermanager Oliver Stiller berichtete im Jugendhaus, welche konkreten Mikroprojekte im Stadtteil angegangen wurden und mit welchem Erfolg. „2010 haben wir mit unseren Mikroprojekten dann richtig Fahrt aufgenommen”, berichtet Stiller den Anwesenden. Anschließend hatten Initiatoren und Beteiligte die Gelegenheit, unmittelbar aus den Projekten zu berichten. Kornelia Brams vom Verein „Wir in Kottern” und zugleich die durchführende Kraft des Stadtteil-Projektes „Gemeinsam statt einsam”. Darin versuchte sie Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren für die Bildung eines gemeinsamen sozialen Netzwerkes zu begeistern. Die Frauen sollten sich mental gegenseitig unterstützen, sich Mut machen, Stärken an sich zu entdecken und diese in alltäglichen Situationen angstfrei einzusetzen und anzuwenden. „Ich kann das nicht”, so Kornelia Brams, war oftmals anfänglich das Credo der beteiligten Frauen. „Aber es geht”, konnte Kornelia Brams berichten – am Ende fanden einige ihrer Frauen den Weg zurück ins Berufsleben oder besetzten hernach Praktikumsstellen. Sie helfen sich nun viel mehr gegenseitig, treffen sich und haben im Rahmen der Maßnahme durch Kornelia Brams selbst ihre Angst vor dem Besteigen der 17 Meter hohen Kletterwand im Engelhaldepark überwunden. Persönliche Eindrücke Ein ähnlich positives Resümee zogen die Beteiligten des Projektes „Junge Leute möbeln ihre Berufschancen auf”. Damit nicht immer nur die fachlichen Leiter und Begleiter dieser Mikroprojekte an diesem Abend zu Wort kamen, hatte sich Teilnehmerin Jennifer Miller ein Herz gefasst und erzählte von ihren ganz persönlichen Eindrücken aus ihrer Projektarbeit. Sie und acht weitere Teilnehmer sollten während der Ferien an einem handwerklichen Projekt im Kempodium teilnehmen. Ziel war es am Ende mit einem eigens angefertigten Werkstück aufwarten zu können. Dabei waren Pünktlichkeit und Durchhaltevermögen gefragt und es gab gemeinsame Rituale, wie gemeinsame Mittagessen. Diese Regeln waren nicht verhandelbar. Und dass das Projekt trotz oder gerade wegen solcher Bedingungen Jennifer Freude bereitete, davon konnte sie jedem im Saale durch ihren fröhlichen Rapport überzeugen. Nach den positiven Darstellungen der Beteiligten, fasste Quartiermanagerin und Dipl. Sozialpädagogin Indra Baier-Müller die Ergebnisse anhand einer an die Mikroprojekte anschließenden Studie zusammen. Sie betonte den Gewinn, der dem Stadtteil St.-Mang durch die Teilnahme an „Stärken vor Ort” widerfahren ist. Die Gesamtausgaben für die drei Jahre des Projektes mit seinen annähernd 30 Mikroprojekten, bezahlt aus Mitteln der Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Stadt Kempten, belaufen sich übrigens auf rund 197 000 Euro.

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