Das KQA nimmt Gestalt an

Projektentwickler Thomas Wirth stellt überarbeitetes Kulturquartier-Konzept vor

So könnte das Kulturquartier Allgäu (KQA) nach den aktualisierten Plänen von Projektentwickler Thomas Wirth aussehen. In der Allgäuhalle (links) sollen Musiker und Theaterleute ebenso eine Heimat finden wie der Flohmarkt; die Kälberhalle teilt sich hier zu einem Drittel in Bar mit Bühne und zu zwei Dritteln Skaterbahn sowie Repair-Café mit Fahrradwerkstatt. Die Verbindung zwischen den Hallen bilden ein Biergarten und Spielplatz.
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So könnte das Kulturquartier Allgäu (KQA) nach den aktualisierten Plänen von Projektentwickler Thomas Wirth aussehen. In der Allgäuhalle (links) sollen Musiker und Theaterleute ebenso eine Heimat finden wie der Flohmarkt; die Kälberhalle teilt sich hier zu einem Drittel in Bar mit Bühne und zu zwei Dritteln Skaterbahn sowie Repair-Café mit Fahrradwerkstatt. Die Verbindung zwischen den Hallen bilden ein Biergarten und Spielplatz.
  • VonHelmut Hitscherich
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Kempten – „Uns ist klar, dass angesichts der Haushaltslage der Stadt Kempten die bisher angedachte Realisierung in Höhe von bis zu zwölf Millionen Euro nicht möglich ist“, sagt Projektentwickler Thomas Wirth.

Allgäuhalle und Kälberhalle müssten aber auf jeden Fall ertüchtigt werden, so Wirth, insbesondere Böden sanitäre Anlagen, Fenster und die Stromversorgung. Hier entstünden Kosten in Höhe von 850.000 Euro. Die Stadt als Eigentümer müsste diese Arbeiten ohnehin erledigen.

Ferner müssten für den Brandschutz noch 80.000 Euro aufgebracht werden. Mit einem jährlichen Zuschuss über einen Dreijahreszeitraum seitens der Stadt in Höhe von 150.000 Euro könne das Projekt Kulturquartier wirtschaftlich geführt werden. In einer dreijährigen Erprobungsphase kann die Wirtschaftlichkeit des Projektes überprüft werden. Das Projekt wird vom Verein Kulturquartier Allgäu (KQA) gemanagt und betrieben.

Der Grundgedanke für das Allgäuhallenareal sei die Versorgung aller Kunst- und Kulturschaffenden mit Proberäumen und Auftrittsmöglichkeiten. Für Jung und Alt soll ein Raum geschaffen werden, an welchem man sich ohne Zwänge treffen kann. Jeder solle sich wohl fühlen.

Die Gedenkstätte für das KZ-Außenlager ist ein wesentlicher Baustein für dieses ­Areal. Statt eines Gebäudes soll die Gedenkstätte in Modulen (ca. 100 Quadratmeter) eingerichtet und die Gestaltung von Künstlern übernommen werden. Beide Gebäude sollen in ihrer Grundsubstanz erhalten bleiben, so dass kein Eingriff in deren Struktur erforderlich wäre.

In der Allgäuhalle sollen laut Wirth 200 bis 250 Zuhörer Platz finden. Die Bühne soll je nach Bedarf verschiebbar sein. In der Halle sollen Proberäume für Musik, Theater und ein Tonstudio eingerichtet werden. Das Foyer und die Gaststätte sollen unverändert erhalten bleiben. „Die Gaststätte kann man nicht weghauen, das wäre ein Frevel“, meint Wirth. Der Flohmarkt soll in der Halle auch weiterhin möglich sein, da die Entstuhlung schnell zu bewerkstelligen sein soll.

Zwischen den beiden Hallen sind ein Biergarten und Spielplatz geplant. Ein Teil des Biergartens soll mit Eigenverpflegung besucht werden können, lediglich Getränke müssen gekauft werden.

Ein Drittel der Kälberhalle soll, mit Bühne und Bar versehen, für Musikveranstaltungen zur Verfügung stehen. Im größeren Hallenteil soll einer Anlage für Skateboarder entstehen, hinter der Kälberhalle ein Repair-Café mit Fahrradwerkstatt.

„Wir sind mit allen Vereinen, die Inklusion machen, in Kontakt, um dort Menschen mit Behinderung zu Arbeit zu verhelfen“, betont Wirth. Sein Ziel ist, dass die beiden Hallen für die Stadt wertvoll gemacht werden. Die Stadt Kempten soll seines Erachtens nämlich nicht nur Einkaufsstadt sein, sondern auch Kulturstadt werden. So kann sich der Projektentwickler nicht nur Theater-, Afrikatage und ähnliches vorstellen, sondern ebenso eine regelmäßige Bespielung des Kulturquartier Allgäu mit (Mädchen-)Flohmarkt, Gebrauchtwagenmarkt und vielem mehr.

Wirth geht von einer moderaten Mietzahlung „in Höhe von circa 1.000 Euro“ für das gesamte Areal an die Stadt aus, da es auch einen Mehrwert für diese bringe.

Für Proben will er die Räume kostenfrei zur Verfügung stellen. Dagegen sollen „Nutzungsentgelte“ aus den Eintrittsgeldern der Veranstaltungen an den Verein fließen. Eine Versammlungsstättengenehmigung wäre bei beschriebenem Konzept laut Wirth für beide Hallen erforderlich.

Lesen Sie auch: Allgäuhalle: Wer macht das Rennen?

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