Projektmanagerin Sarah Diem soll die Öko-Modellregion voranbringen

Das Allgäu setzt auf "Bio"

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Seit Anfang Februar ist die Allgäuerin Sarah Diem als Projektmanagerin für die Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten tätig. Am Mittwoch wurde sie von Landrat Anton Klotz (li.) und Kemptens OB Thomas Kiechle offiziell vorgestellt.

Kempten/Landkreis – Das Oberallgäu ist zusammen mit der Stadt Kempten seit Mai 2015 eine von zwölf staatlich anerkannten Öko-Modellregionen in Bayern. Am vergangenen Mittwoch wurde Projektmanagerin Sarah Diem vorgestellt, die Strategien im Bereich von Ökologie, Regionalität und Nachhaltigkeit in konkrete Projekte überführen und so die Öko-Modellregion weiter voranbringen soll.

Von den rund 2600 bestehenden landwirtschaftlichen Betrieben im Oberallgäu und der Stadt Kempten wirtschaften derzeit über 472 nach Bio-Richtlinien, so OB Thomas Kiechle. Damit sei der Anteil der Bio-Betriebe mit rund 18 Prozent im bayernweiten Vergleich bereits sehr hoch. „Diese Betriebe haben eine echte Perspektive, weil die Nachfrage nach Ökoprodukten steigt und wir diese Nachfrage aber derzeit noch nicht befriedigen können“, ergänzte Landrat Anton Klotz. Durch die Umstellung auf einen Öko-Betrieb könnten beispielsweise 20 Cent mehr pro Liter Milch erzielt werden. „Uns sind die konventionellen Landwirte aber gleich viel wert, auch deren Milch ist wertvoll, wir wollen die Landwirte nicht spalten“, betonten Kiechle und Klotz. Allein in Kempten gebe es rund 100 landwirtschaftliche Betriebe, wovon zwei Drittel im Haupterwerb tätig sind.

Als Öko-Modellregion möchten der Landkreis und die Stadt Kempten günstige Rahmenbedingungen dafür schaffen, die Wertschöpfungskette für Bio-Produkte auszubauen. „Die Kleinwalsertäler sind uns ein Beispiel in der Hotellerie und Gastronomie“, erklärte Klotz. Denn dort werden die Speisen in Restaurants bereits mit regionalen Produkten zubereitet. Da aber Bio-Produkte nicht so kostengünstig seien wie importierte Produkte aus dem Ausland, sei eine Bewusstseinsbildung der Menschen im Allgäu notwendig, betonte Kiechle. Diem werde daher auch mit Schulen und der Gastronomie zusammenarbeiten und auf öffentlichen Veranstaltungen wie der Allgäuer Festwoche im August vertreten sein. Für das begleitende Management wird die Region zwei Jahre lang mit rund 98.000 Euro bezuschusst.

Potentiale der Region nutzen 

Als Projektmanagerin wird Diem aber vor allem Akteure aus der Region – darunter Landwirte, Vermarkter und Gastronomien – dabei unterstützen, sich in konkreten Projekten zu engagieren. „Ich bin dafür da, um Wünsche und Bedürfnisse aufzunehmen und gemeinsam mit den Akteuren Projekte zu entwickeln“, erzählt Diem, die ein Master-Studium in „Ökologische Agrarwissenschaften“ absolviert hat. Auch für die Vernetzung der Akteure ist die 29-Jährige zuständig und hilft so, die bestehenden regionalen Strukturen weiterzuentwickeln und gleichzeitig neue zu schaffen. Begleitet wird Diems Arbeit von einer zehnköpfigen Steuerungsgruppe mit Mitgliedern aus verschiedenen Organisationen, darunter Vertreter des Landkreises und der Stadt, des AELF Kempten, der Kommunen, des Bauernverbands sowie Bio-Erzeuger- und Verbraucherorganisationen.

Vier Themenschwerpunkte der Öko-Modellregion Oberallgäu Kempten wurden von dieser Steuerungsgruppe bereits festgelegt: So soll eine regionale Bio-Kälbermast und -vermarktung ausgebaut werden, mehr Vielfalt in der Bio-Produktpalette, z.B. durch Gemüseanbau und Milchziegenhaltung, entstehen, regionale Logistikstrukturen ausgebaut (in Immenstadt befindet sich derzeit ein Bio-Großhandel im Aufbau) und Bio-Produkte auch in der Außer-Haus-Verpflegung etabliert werden.

Auftaktveranstaltung geplant 

Als „Impuls für den Anfang“ befindet sich derzeit eine große Auftaktveranstaltung in Planung, zu der interessierte Landwirte und Mitwirkende eingeladen sind. Dort sollen die Themenschwerpunkte in Workshops vertieft und Arbeitskreise gebildet werden. Der genaue Termin werde rechtzeitig bekanntgegeben, so Diem.

Als Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Öko-Modellregion steht Diem im Landratsamt Oberallgäu unter Tel. 08321/612663 oder per E-Mail an sarah.diem@lra-oa.bayern.de zur Verfügung. Mehr Infos sind auch unter www.oekomodellregionen.bayern/oko-modellregion/landkreis-oberallgaeu/ zu finden.

Lea Stäsche

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