APC-Geburtstag: Heißer Sonntag – coole Band

Mit sanfter Brise

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APC-Geburtstagsausklang: mit „Die Propeller“.

Vergangenen Sonntag war zum Abschluss der „APC-Geburtstagsparty“ die Leutkircher Band Die Propeller engagiert. Über den Tag verteilt waren mehrere Auftritte an verschiedenen Orten des Archäologischen Parks geplant, wovon der erste als Jazzfrühschoppen für 11 Uhr im Tempelbezirk angekündigt war.

Wie in einer spanischen Stierkampfarena waren an diesem heißen Sommervormittag die Schattenplätze die besten Plätze innerhalb des Innenhofs der römischen Doppelhalle. Anders als in Spanien aber waren diese Plätze nicht die teuersten, denn der Auftritt der Band wurde von der Stadt Kempten gesponsert und die Besucher waren eingeladen. Auf der kleinen Bühne im Schatten der Bäume spielten drei sommerlich lässig-elegant gekleidete Musiker mit einer Minimalausrüstung an technischem Equipment eine Mischung aus klassischem Gypsy Swing à la Django Reinhard, Bossa Nova à la Antonio Carlos Jobim, modernem Gypsy Swing vom niederländischen Rosenberg Trio, Great American Songbook und südamerikanischen Schlagern.

Alles mehr oder weniger bekannte Stücke, die aber von den Musikern mit einer derart unaufgeregten Intensität und Präzision arrangiert und interpretiert wurden, dass der Spaß beim Zuhören sich bereits mit der Neugierde und Vorfreude auf das nächste Stück verband. Spielte zunächst Marco Müller die Sologitarre mit flirrenden, aber präzisen Läufen im Stile eines Django Reinhard, so wechselten danach die beiden Gitarrenspieler wie selbstverständlich die Rollen und Pit Fischer übernahm den Solopart, genauso gekonnt, vielleicht mit einer etwas stärkeren Formung des einzelnen Gitarrentons im Gegensatz zu Marco Müllers Hinwendung zum Tonmaterial.

Happy Birthday APC!

Die beiden Gitarrenstimmen wurden vom Kontrabass von Hardy Pfahl, der mit abgeklärt-humorigen Moderationen die Stücke ankündigte, zu einer an allen Stellen wohlaustarierten klanglichen Einheit verwoben, die auf ein langjähriges Zusammenspiel schließen ließ.

Seit 2009 gibt es diese Band, deren Mitglieder professionelle Ausbildungen auf Jazzschulen und Konservatorien vorweisen können. Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde – so genau wollten es die Musiker nicht nehmen – war das erste Set zu Ende. Um 13 Uhr spielte die Band dann in der Halle der kleinen Thermen vor kleinerem Publikum, die Akkustik war eine andere als draußen, als Zuhörer war man – obwohl der Sound auch da erstaunlich präsent gewirkt hatte – noch näher dran an den Musikern, an den Instrumenten, vor allem aber am perfekten Swing einer perfekt harmonierenden Band. Eine einzige Frage kam dem musikalisch befriedigten Zuhörer in den Sinn: Spielt diese bemerkenswerte Band beim nächsten Kemptener Jazzfrühling?

Jürgen Kus

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