Spezielle »Mietnomaden« 

Stadt Kempten beendet Missbrauch der Bikeboxen 

Künftig sind die Bikeboxen statt kostenfrei mit Münzeinwurf, um dem anhaltenden Missbrauch Einhalt zu gebieten.
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Künftig sind die Bikeboxen statt kostenfrei mit Münzeinwurf, um dem anhaltenden Missbrauch Einhalt zu gebieten.

Kempten – „Räumung“ ist in dicken Lettern auf den Plakaten an den Türen der „Bikebox“ zu lesen. Alle Nutzer wurden gebeten, Schließfächer und Abstellboxen bis Montag, 10. Mai, komplett zu räumen. Wer der unmissverständlichen Aufforderung nicht nachgekommen ist, kann noch auf die ebenfalls dort angekündigte Gnadenfrist hoffen: 

Gegenstände, die sich zur Zeit der Räumung in der Anlage befinden, werden am Baubetriebshof für vier Wochen zwischengelagert und danach entsorgt. Sollte der Eigentümer der Gegenstände ermittelt wer- den können, wird dementsprechend eine Rechnung für die Entsorgung erstellt werden.

Was hat die Stadtverwaltung zu solch einem drastischen Schritt veranlasst? Auf Nachfrage des Kreisboten erklärt Stephan Schlüter vom Amt für Tiefbau und Verkehr, dass es sich hier bereits um die dritte Räumung handle. Und auch diesmal, weil die Leute die Bikeboxen schlicht als Lagerraum für alles Mögliche benutzen, von Malerfarbe, Reifen, Skiern, DVD- und CD-Sammlungen bis zum Laminatboden nur keine Räder oder Radzubehör.

Uneinsichtige Nutzer der Bikeboxen haben die Verwaltung zum Handeln gezwungen.

Damit sei jetzt aber Schluss. Laut Schlüter wird das bisher kostenfreie Angebot auf ein kostenpflichtiges umgestellt. „Wir haben bisher an den Verstand der Bürger appelliert“, sagt er, was leider nicht funktioniere. Sogar die Schlüssel zu den Boxen seien „teilweise weggeworfen worden“, so dass alle Schließzylinder ausgetauscht werden müssen, schüttelt er den Kopf.

Sobald alles auf das Mietangebot mit Münzeinwurf umgestellt ist, soll ein Schild darauf hinweisen, dass das Schloss nach 24 Stunden öffnet und die Boxen zudem ausschließlich für Fahrräder und -zubehör genutzt werden dürfen. Er bedauert, dass der Schritt nötig sei, auch weil es natürlich vor allem „Arbeit macht“, da die Automaten immer geleert werden müssen. Dennoch sei es „die beste und günstigste Lösung“. Eine App habe sich hier als „wirtschaftlicher Unfug“ herauskristallisiert.

Christine Tröger

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