OB Kiechle lädt die ErzieherInnen der Kemptener Kindertagesstätten ins Rathaus ein

Im Gespräch mit den Leitungen der Kitas

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Zum Rathausgespräch hatte Oberbürgermeister Thomas Kiechle die Verantwortlichen Erzieherinnen und Erzieher der Kemptener Kindertagesstätten in die Schrannenhalle des Rathauses eingeladen.

Kempten – Um den Austausch zwischen politisch Verantwortlichen, Stadtverwaltung und den Kindertagesstätten in Kempten zu intensivieren, hatte Oberbürgermeister Thomas Kiechle eingeladen. Zu dieser Gesprächsrunde in der Schrannenhalle des Rathauses begrüßte Kiechle die LeiterInnen der Kindergärten und Kinderkrippen, die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats und die Beauftragte des Stadtrats für Kinder und Familie, Erna-Kathrein Groll. Aus der Stadtverwaltung standen Benedikt Mayer (Referat Jugend, Schule und Soziales), Dr. Richard Schießl (Referat Wirtschaft, Kultur und Verwaltung), Tim Oliver Koemstedt (Referat Planen, Bauen und Verkehr) und Marion Haugg (Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport) zum Austausch bereit.

Kiechle betonte in seinem Grußwort, dass die Erziehung der Kinder in der Familie beginne. So wie die Gesellschaft sich verändere, sei aber auch die Familie und somit auch die Erziehung einem dynamischen Wandel ausgesetzt. Von großer Bedeutung sei heute ein hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot in der Wohnumgebung. Die Stadt Kempten komme der gesetzlichen Verpflichtung nach. Seit dem Jahr 1996 haben Kinder zwischen dem dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt Anspruch auf frühkindliche Förderung (SGB VIII, Paragraph 24, Artikel 1, Absatz 3). Im Jahr 2013 hat der Gesetzgeber den Förderanspruch auf Kinder zwischen dem vollendeten ersten bis zum dritten Lebensjahr ausgeweitet (Absatz 2). Seinen Dank sprach Kiechle an dieser Stelle den MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung aus, die die gesetzlichen Vorgaben vor Ort umgesetzt haben, und den Verantwortlichen in den Kindertagesstätten, die die gesetzlichen Vorgaben tagtäglich praktizierten.

Die aktuellen Herausforderungen liegen laut Kiechle in den Geburtenzahlen, die in den letzten beiden Jahren höher lagen als prognostiziert, den neuen Wohnbebauungen in der Keselstraße, der Rosenau und dem geplanten Neubaugebiet Halde Nord. Der Zuzug von Familien wirke sich unmittelbar durch eine höhere Nachfrage bei den Bildungseinrichtungen aus. Nicht zu vergessen seien die Konsequenzen aus den Flüchtlingsströmen. Und auch die Zuwanderung aus anderen EU-Staaten wirke sich auf Kempten, die Einwohnerzahlen und den Bedarf an Kindergartenplätzen aus. „All diese Faktoren machen ein ständiges Nachjustieren notwendig“, erklärte Kiechle. Große Veränderungen hat es auch bei den Inhalten und den Formen der frühkindlichen Förderung gegeben. „Das hat Nichts damit zu tun, was in manchen Köpfen als Bild existiere“, betonte Kemptens OB. Von den Vormittagsangeboten über die Ganztagsbetreuung, differenzierter Förderung für kleinere und größere Kinder, spielerischem Musik- und Sprachunterricht und Vorschulangebote als Vorbereitung auf die Schullaufbahn reiche die Vielfalt der frühkindlichen Förderung. Vor einem „schwierigen Spagat“ stehen die Träger der Einrichtungen. Einerseits müssen sie die Einhaltung der Förderrichtlinien beachten, andererseits dürfen sie die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren.

Bei Punkt „Fragen-Wünsche-Anregungen“ wurde von Seiten der Leitungen der Kindertagesstätten angemerkt, dass das pädagogische Personal während und nach dem Mittagessen durch Essensausgabe, Essensverteilung und Abwasch gebunden und gleichzeitig die Zeit für das Essen mit den Kindern stark eingeschränkt sei. Für die Mittagszeit wäre eine zusätzliche Hilfskraft wünschenswert. Die Frage sei allerdings, wie diese finanziert werden könne. Amtsleiterin Marion Haugg machte deutlich, dass alles was mit Essen zusammenhänge – und dazu zählen auch die Küchenarbeiten – von den Eltern finanziert werden müsse. Referatsleiter Benedikt Mayer merkte an, dass nicht in allen Kindertagesstätten die Obergrenze für Elternbeiträge erreicht sei. Da gebe es für die jeweiligen Einrichtungen noch Spielraum nach oben.

Lebhaft diskutiert wurden auch die Unterschiede bei den Elternbeiträgen in den Kemptener Einrichtungen. Diese betragen zwischen 30 und 50 Euro. Teilweise haben sich Eltern schon auf diese höheren Beträge bezogen und einen zugesagten Kinderplatz storniert.

Michael Schropp

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