Wenn die Narren übernehmen

Rathaussturm in Isny war ein kleines Volksfest

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Das hochehrwürdige Narrengericht.

Isny – Pünktlich sind sie aufmarschiert, die Hästräger der lachenden Kuh und vorne weg die Isnyer Guggenmusik.

Vor dem Rathaus hatte sich schon eine Menschenmenge angesammelt, die ihren Spaß haben wollten. Schnell war seitwärts am Rathausbalkon die Leiter aufgestellt und der auch über das Treppenhaus vorrückenden, geballten Narrenkraft waren die Rathausangestellten nicht gewachsen.

Schnell war die Schandgeige dem Bürgermeister Rainer Magenreuter und dem Hauptamtsleiter Frank Reubold um den Hals gelegt und dann wurden sie unter großem Beifall auf den Balkon geführt, um sie dem jubelnden Volk zu zeigen. Frank Müller, der Vorsitzende der Lachenden Kuh präsentierte den symbolischen Rathausschlüssel und die Guggenmusik lieferte den entsprechenden Trommelwirbel. Dann wurden alle Zuschauer in den großen Sitzungssaal eingeladen, wo das Narrengericht tagen wollte. Oben standen Getränke bereit und für die Zeit nach der Gerichtsverhandlung gab es auch noch Wienerle für alle. Das Motto im Rathaus war in diesem Jahr „Isny macht Schule“ aber die Kostümierung als Lehrer hatten den Bürgermeister auch nicht vor den Narren retten können. 

Schule dürfte die Freizügigkeit aber trotzdem gerne machen. Jetzt aber war erstmal die Guggenmusik am Zuge und ließ das Rathaus ordentlich beben. Gut das damals so gründlich saniert worden war. Nun aber wurde es ernst. Da gab es schon einiges vorzutragen, an dem in Isny noch geknabbert werden könnte: Marktplatzgestaltung, Schließung der Post, Ausbau des Schulzentrums mit der heutzutage üblichen Preissteigerung und Magenreuters zarter Umgang mit dem Gemeinderat (Ach, der aber mit ihm doch eigentlich auch). Schuldig in allen Punkten der Anklage von Bürgermeister und Hauptamtsleiter, urteilte das Narrengericht. Das Urteil fiel recht milde aus. Beim Sommerfest der Narrenzunft haben sich Rainer Magenreuter und Frank Reubold an den Grill zu stellen und die Narren nach bestem Wissen und Gewissen abzufüttern. Mit einem kräftigen „He Muh“ endete der geplante Teil und zu so manchem Schwätzchen konnte man schon noch zusammenbleiben. Hauptsache man konnte sich bei dem Konzert der Guggenmusik verständigen, aber das gehört nun mal dazu. 

Manfred Schubert

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