Schneller Fahndungserfolg

Raubüberfall in Kemptener Innenstadt: Mutmaßliche Täter festgenommen

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Raubüberfall auf Uhren-/Schmuckgeschäft in Kempten

Kempten - Nach dem Raubüberfall auf einen Juwelier in der Innenstadt gelang der Polizei die Festnahme von drei Tatverdächtigen. Polizeipräsident Werner Strößner ist entsetzt über die rücksichtslose Vorgehensweise der Täter, aber auch erleichtert, dass sie durch die schnelle Reaktion der Polizeikräfte zeitnah gefasst wurden. Die Tatverdächtigen befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

Kurz vor 16 Uhr klingelte laut Polizeimeldung am Dienstag einer der Männer an der Ladentüre des Uhren- und Schmuckgeschäfts in der Salzstraße. Als ihm geöffnet wurde, betraten zwei Männer den Laden, während einer auf dem Gehweg davor stehen blieb und „Schmiere“ stand. Im Geschäft bedrohte einer der Männer die Angestellte mit einer vorgehaltenen Pistole, während der andere nach derzeitigem Kenntnisstand mit einem Beil die Vitrinen zerschlug und hochwertige Uhren in einer Tasche verstaute. Nach nur einer Minute flüchteten die Männer zunächst zu Fuß und später mit Fahrrädern vom Tatort. Die bedrohte Frau erlitt einen Schock und musste behandelt werden. Die sofort eingeleitete Fahndung hatte Erfolg: Bereits 15 Minuten nach der Tat gelang Beamten der Polizeiinspektion Kempten die Festnahme zweier Tatverdächtiger im Alter von 28 Jahren. Sie wurden im Bereich des Illerdamms zwischen THW und Schrebergärten aufgegriffen. Die Fahrräder hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits in der Iller versenkt. Die erbeuteten Uhren im Wert von rund 350.000 Euro fanden die Beamten mit Spürhunden noch in der Nacht ebenfalls am Illerdamm. Parallel ermittelte die Kriminalpolizei, um welche Täter es sich handeln könnte. Dabei fanden sie einen Hinweis auf Stuttgart. Dort nahmen Ermittler der Kripo Stuttgart bereits gegen 22 Uhr den dritten 37-jährigen Tatverdächtigen in einem Hotel fest. Er war mit seinem Fahrrad in eine andere Richtung geflüchtet. Wie er in die Baden-Württembergische Landeshauptstadt gekommen war, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Polizeipräsident Werner Strößner verurteilte die schnelle und rücksichtslose Tat und zeigte sich erleichtert, dass niemand schwer verletzt wurde. „Ich wünsche der unter Schock stehenden Frau, dass sie über die Erlebnisse bald hinwegkommt. Den Einsatzkräften danke ich für die gut koordinierte Fahndung und den schnellen Ermittlungserfolg in Kempten und Stuttgart. Und über die schnelle Festnahme der Männer bin ich vor allem deswegen erleichtert, weil sie dadurch nicht nochmal woanders zuschlagen können“, unterstrich der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/ West in Kempten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten wurden die drei Männer mit litauischer Staatsangehörigkeit am Donnerstagmittag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Kempten vorgeführt. Dieser erließ gegen alle einen Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts eines schweren Raubes und Körperverletzung. Der Ermittlungsrichter sah den Haftgrund der Fluchtgefahr als gegeben an. 

Durch die Ermittlungen konnte auch ein Beil aufgefunden werden, das wahrscheinlich zum Zerschlagen der Vitrinen verwendet worden war. „Nun haben wir vorrangig die Tatausführung und das Fluchtverhalten zu beleuchten“, sagte Michael Haber, Leiter der Kemptener Kriminalpolizei. „Dabei halfen uns bereits mehrere vielversprechende Zeugenhinweise. Es gab sogar Passanten, die mit ihrem Smartphone geistesgegenwärtig Filmaufnahmen anfertigten und uns diese zukommen ließen“, lobte der Kriminaldirektor. Staatsanwaltschaft und Polizei werden diese Hinweise nun prüfen. Dabei geht es auch um die Frage, ob neben den drei Tatverdächtigen noch weitere Personen vor Ort waren und ob es weitere Hintermänner gibt. Die Polizei vermutet, dass wie bei anderen vergleichbaren Überfällen in den vergangenen Jahre, zum Beispiel in der Kemptener Schlöß- le-Passage, eine organisierte Bande hinter dem Überfall steckt, die die Räuber gezielt rekrutiert hat. Die Männer reisen dann nach Deutschland und begehen den Überfall. Aber welche Spur im aktuellen Fall nach Litauen führt, das ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht laut Pressesprecher Christian Eckel jedenfalls, dass die drei Täter bei den bisherigen Raubüberfällen noch nicht in Erscheinung getreten waren. 

Kreisbote / Susanne Kustermann

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