MCS soll ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken

Chemikalienunverträglichkeit-Betroffene werben für Akzeptanz

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Grüne-Stadträtin Erna-Kathrein Groll (3.v.l.), Albrecht Hung (4. v.l.),Vorsitzender Behindertenbeirat Kempten, Alexander Hold (3.v.r.), Stadt- u. Bezirksrat der Freien Wähler, Christine Abt (2. v. r.), Sprecherin der Selbsthilfegruppe, umrahmt von Mitgliedern der Selbsthilfegruppe bei der Übergabe von Lösungsansätzen mit der dringenden Bitte um Unterstützung.

Menschen mit dem Krankheitsbild MulitipleChemicalSenistivitiy (MCS) müssen oft einen langen Leidensweg gehen, bevor sie Unterstützung und Hilfe finden können.

MCS ist eine Erkrankung, bei der Betroffenen eine akute Hypersensibilität gegenüber geringsten Konzentrationen von Chemikalien wie zum Beispiel Lösemitteln, Haushaltsreiniger, Pestiziden, Zigarettenrauch, Parfüm oder auch Arzneimitteln entwickelt haben. Die Kemptener Selbsthilfegruppe MCS mit ihrer Sprecherin Christine Abt möchte für mehr Verständnis werben und die Öffentlichkeit über die Chemikalienunverträglichkeit mit deren Folgen informieren. „Es ist leider so, dass Betroffene oft in die psychosomatische Ecke geschoben werden, weil das Krankheitsbild vielfältig und sehr individuell ist und spezialisierte Umweltärzte kaum zu finden sind“, so Abt. Auch die finanziellen Folgen seien gravierend. „Viele verlieren ihren Arbeitsplatz durch die langjährige Erkrankung. Untersuchungen und Medikamente müssen privat bezahlt werden und belasten damit die Betroffenen zusätzlich.“ Bezirksrat Alexander Hold und Stadträtin Erna-Kathrein Groll versprachen, sich  für mehr Aufklärung über dieses Krankheitsbild und schnellere Hilfestellungen für Betroffene einzusetzen. „Das beginnt schon bei der Ausbildung der Ärzte, die auch die Erkrankungen durch alltägliche Schadstoffe mit in den Blick nehmen muss“, machte Hold deutlich. Groll ergänzte im Blick auf relevante schädliche Substanzen im Baubereich, dass es eine verpflichtende Beratung bei öffentlichen Bauvorhaben geben sollte, die auf mögliche gesundheitsgefährdende Substanzen hinweisen müsse. Zusammen mit Albrecht Hung vom Behindertenbeirat der Stadt Kempten war man sich einig, dass alles dafür getan werden muss, die Barrieren auch für Menschen mit dem Krankheitsbild MCS abzubauen sowie eine breitere Information zu MCS in die Öffentlichkeit zu bringen.  Zu dem Treffen waren auch Vertreter von CSU, SPD und VDK eingeladen.

Die Treffen der Selbsthilfegruppe finden einmal monatlich statt, offen für alle Betroffenen und Angehörige.

Infos unter www.mcskempten.de sowie telefonisch unter: 08378/26 69 673

kb

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