Regen, Kunst und Brücken bauen

Ein Blickfang in der Skulpturenecke gleich am Eingang ist Alto Gmelchs Skulptur „o.T.“ aus der Serie Fundstücke“ Nr.5 „13-Töner“, der mit einem Holzklöppel zum Anschlagen einlädt und damit, ganz im Sinne des abendlichen Mottos, eine Brücke zwischen bildender Kunst und Klangkunst schlägt. Foto: Tröger

Einen gehörigen Strich durch die Rechnungen machte den Organisatoren der Eröffnungsfeier zur Kunstausstellung im Rahmen der Allgäuer Festwoche ein satter Regenguss. Zumindest die Preisverleihungen mit Rahmenprogramm mussten vom Innenhof der Residenz in den Fürstensaal verlegt werden, wo sich die Gäste dicht an dicht in tropisch anmutender, feucht-warmer Luft ein Stelldichein gaben.

Gelitten hatte dabei vor allem das Rahmenprogramm, das schlussendlich zwar aus sehr schönen, aber eben nur musikalischen Einlagen der Stadtkapelle Kempten, unter Leitung von Thomas Frasch, und Hannes Ritschel als Solist am Klavier bestand. Die geplante Vorführung mit Tänzerinnen und Tänzern des KaRi-Dance Studios mit einer Choreographie nach Musik des zeitgenössischen Komponisten Ragnar Söderlind, das im letzten Jahr bei Fürstensaal Classix für Begeisterung gesorgt hatte, fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Dabei sollte es ein anschauliches Beispiel werden für das Motto des Abends - „Brücken bauen“ – und außerdem, so OB Dr. Ulrich Netzer in seiner Ansprache, „Appetit machen, auf den Tanzherbst und Fürstensaal Classix“, beides etwas, „worauf man sich sehr gut einlassen kann“, wie auch auf moderne Kunst. Denn, so Netzer, „Brücken bauen zwischen den verschiedenen Bereichen und Disziplinen in Kunst und Kultur ist eine der wichtigen Aufgaben, gerade auch einer Kommune wie Kempten“. Die bildende Kunst könne kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen reflektieren, oder auch „einfach gute Arbeit sein, ohne inhaltlichen, dazu gedeuteten Tiefgang, gute Arbeit in Handwerk und Gestaltung“. Unter diesem Blickwinkel bleibe die Einschätzung der Ausstellung jedem Besucher selbst überlassen. Tolles Programm Für den Brückenschlag zwischen Musik und bildender Kunst sorgte das abgespeckte Rahmenprogramm dennoch, mit Stücken aus der Klavierkomposition „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, in einer speziellen Fassung für Bläser nach Ravels erfolgreicher Orchesterfassung und von der Stadtkappelle hervorragend präsentiert. Die drei am Eröffnungsabend mit Preisen ausgezeichneten, noch weitgehend unbekannten Künstler – Markus Pieper, Grünenbach (Kunstpreis der Stadt Kempten), Walter Mack, Pfronten (Thomas-Dachser-Gedenkpreis) und Elisabeth Bader, Augsburg (Förderpreis der Dr.-Rudolph-Zorn-Stiftung) – gaben sich eher wortkarg und ließen lieber ihre Bilder für sie sprechen. Wie ausführlich berichtet, hatte Pieper mit seinen beiden Gemälde „Edelweiß“ und „Nagelfluhkette mit Jägerstand“ überzeugt, Mack mit seinen Acrylbildern „Bewahrung der Schöpfung“ und Innenschau“ und Elisabeth Bader für ihre „Tasche mit zwei Baguettes“ aus Draht und gehärtetem Papier sowie für ihr Bild „Schiff“ aus verschiedenen Papieren, Pigment, Tusche, Graphit und Klebeband. Mehr zur Ausstellung lesen Sie in der nächsten Ausgabe des KREISBOTEN am 25. August. Besichtigt werden kann die Ausstellung noch bis zum 12. September im Hofgartensaal in der Kemptener Residenz, täglich von 10 bis 18 Uhr, bei freiem Eintritt.

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