Beengte Waldwichtel

Waldkindergarten Buchenberg braucht mehr Platz

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Heidrun Landerer zusammen mit den Waldraupen (v.l.) Antonia, Felix, Charlotta, Isaira und Greta vor dem ältesten Bauwagen, bei dem eine Sanierung unwirtschaftlich wäre.

Buchenberg – Seit 2006 hat der erste und bisher einzige Waldkindergarten im Oberallgäu sein Zuhause in der Gemeinde Buchenberg, erst in Bischlags, seit 2014 direkt am Ortsrand von Buchenberg.

Der Träger ist mit der H&B Learning privat, sodass die Kosten durch die Elternbeiträge gedeckt oder die anfallenden Arbeiten durch die Eltern erledigt werden müssen. Bisher hat das auch sehr gut funktioniert. Doch nun stehen größere Arbeiten bzw. Anschaffungen an, die nicht von den Eltern alleine gestemmt werden können.

Der Bauwagen der Waldraupen – das sind die Krippenkinder des Waldkindergartens – wurde 2006 bereits gebraucht angeschafft und ist mittlerweile so baufällig, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Der Bauwagen der Waldwichtel (die Kindergartengruppe) ist aufgrund der gestiegenen Kinderzahl eng geworden. „Wenn alle zur Brotzeit zusammen sitzen, ist einfach kein Platz mehr, hinter den Bänken langzugehen“, erläutert Andreas Heller, der Leiter des Waldkindergartens, die Situation. Daher soll für die Waldwichtel ein geeignetes Modul angeschafft werden. „Diese Module sind zwar nur etwa 40 Zentimeter breiter und ein Stück länger, aber das würde schon reichen, um sich ordentlich bewegen zu können“, erläutert er. Gebaut werden diese Module von einem regionalen Hersteller, der diese auch als Erweiterungen konventionellen Kindergärten anbietet. „Der weiß, worauf es ankommt“, so Heller.

Dass es nicht so einfach ist, wurde bereits in der Gemeinderatssitzung im September deutlich. In dieser Sitzung wurde über die sehr hoch erscheinenden Anschaffungskosten für einen Bauwagen diskutiert. Von einem Gemeinderat kam der Vorschlag, einfach einen Container aufzustellen. Doch da staatsforstliche Vorschriften beachtet werden müssen, kann nicht einfach irgendetwas in den Wald gestellt werden. „Einbetonieren geht gar nicht“, erklärt Heller, „zudem müssen die Unterkünfte ohne große Hilfsmittel beweglich sein, falls mal Arbeiten im Wald vorgenommen werden müssen.“ Das schließt schon mal alles auf dem Boden stehende aus. Und dann bleibt nicht mehr viel Auswahl.

Dafür könnte aber nach einer Sanierung der alte Bauwagen gut für die Waldraupen genutzt werden, denn hier sind es nur fünf Kinder, die in den Bauwagen untergebracht werden müssen. Da reicht der Platz trotz Wickeltisch immer noch. In der großen Gruppe sind es dagegen derzeit 28 Kinder, nach dem Winter kommen noch ein paar dazu.

Insgesamt darf der Waldkindergarten 40 Kinder aufnehmen, der überwiegende Anteil kommt aus Buchenberg. Durch Spenden und verschiedene Aktionen es Fördervereins sind bisher circa 15.000 Euro zusammengekommen. Im Haushalt der Gemeinde wurden für eine Unterstützung zwar ebenfalls 10.000 Euro eingestellt, aber das reicht nicht, denn die Kosten für die Sanierung und die Neuanschaffung belaufen sich auf rund 100.000 Euro. „Damit wäre aber für die nächsten 20 Jahre Ruhe“, ist Heller zuversichtlich und hofft auf die Unterstützung des Gemeinderates.

Allerdings sind bisher lediglich Antje Pieckenbrock und Oliver Post der Einladung gefolgt, sich ein Bild vor Ort zu machen. Laut Bürgermeister Toni Barth soll der Zuschuss für den Waldkindergarten noch dieses Jahr erneut auf einer Gemeinderatssitzung besprochen werden. Barth macht deutlich, dass ein Zuschuss eine freiwillige Leistung sei. Anders als beim Kindergarten St. Magnus, der zwar einen katholischen Träger hat, bei dessen Gründung aber der Bedarf mit der Gemeide im Vorfeld abgesprochen und Verträge bezüglich der Kostenübernahmen aufgesetzt wurden.

Am Samstag, 16. Dezember, findet in der Pflanzgartenhütte Wirlinger Wald von 13 bis 17 Uhr eine Christbaumaktion statt, bei der Fichten gegen Spende für den Waldkindergarten abgegeben werden. Spenden sind darüber hinaus auch möglich auf das Konto des Fördervereins Allgäuer Waldwichtel e.V., IBAN: DE42 7335 0000 0610 4689 28.

Bianka Hauck

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