Respektvoller Umgang

Julius und Elisabeth Schmidt halten sich seit 60 Jahren die Treue. Anlässlich ihrer Diamantenen Hochzeit gratuliert auch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Foto: Spielberg

„Nicht wegrennen, nicht gleich beim kleinsten Problem die Flinte ins Korn werfen”, so umreißt Elisabeth Schmidt das Rezept für das Gelingen einer langen Ehe. Vor kurzem feierte sie mit ihrem Mann Julius im Wilhelm-Löhe-Haus „Diamantene Hochzeit”.

Die beiden haben sich im Januar 1952 das „Ja-Wort” gegeben und bis auf den heutigen Zeit haben sie Wort gehalten, als sie sich seinerzeit versprachen „…bis, dass der Tod uns scheidet”. Dass das Ehepaar Schmidt erst vor zwei Jahren seinen Weg in die Allgäu-Metropole gefunden hat, ist dem Umstand zu verdanken, dass es sich bei den beiden um die Eltern des Präsidenten der Fachhochschule Kempten, Prof. Dr. Robert. F. Schmidt, handelt. Dabei führte das gemeinsame Leben des Paares sie durch halb Europa, denn beide stammen ursprünglich nicht aus dem Allgäu. Julius Schmidt, geboren 1919, wurde in Neu-Werbaß – heute auf dem Gebiet Serbiens – geboren. Sein Weg führte ihn über Zagreb, wo er Pharmazie studierte und die Grundlage für seinen späteren Beruf des Apothekers legte. Ende des Zweiten Weltkriegs flüchtete er vor den Russen über Thüringen nach Ansbach in Mittelfranken. Dort lernte er seine spätere Ehefrau kennen – die acht Jahre jüngere Elisabeth Mehringer – die sich ebenfalls für die Pharmazie interessierte und sich in Nürnberg zur Apothekenassistentin ausbilden ließ. Und so blieb nicht aus, dass beide in den darauf folgenden Jahren Apotheken in Ansbach und Karlsruhe pachteten und betrieben. Zu Beginn des Ruhestandes zog es die beiden zunächst nach Baiersbronn in den Schwarzwald, wo sich das Ehepaar ihren großen Leidenschaften widmen konnten – Julius Schmidt fand Muße und Kraft in der Gartenarbeit und Elisabeth Schmidt konnte sich der Malerei und Schriftstellerei zuwenden. Von Dießen nach Kempten Bevor sie ihren Weg nach Kempten fanden, bezogen sie das Wohnstift Augustinum in Dießen am Ammersee. Da Julius Schmidt pflegebedürftig wurde, holte ihr Sohn sie zu sich nach Kempten. Nach ihren eigenen Aussagen gefällt es beiden in Kempten sehr und sie fühlen sich im Wilhelm-Löhe-Haus gut aufgehoben. Die beiden, und das konnte man beim kleinen Empfang sehen und spüren, sind über die sechzig Jahre glücklich geblieben und haben heute noch den selben Respekt voreinander wie am ersten Tage ihres Kennenlernens.

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