Retter werden oft gebraucht

Die steigenden Einsatzzahlen belasten Rettungswagen. Immerhin sind alle mittlerweile mit Allradantrieb besser an die Einsatzbedingungen angepasst. Foto: BRK

Sonntagmorgen, sechs Uhr auf der Rettungswache des Roten Kreuzes im Kemptener Rettungs- und Sozialzentrum. Es ist Zeit für die Schichtübergabe. Die Mitarbeiter besprechen kurz die wichtigsten Ereignisse – dann geht der Alltag auch am Sonntag weiter. Zwei Rettungswagen müssen pro Schicht besetzt werden, ein Rettungsassistent und ein Rettungssanitäter bilden die Besatzung. „Wenn ehrenamt- liche Rettungssanitäter uns unterstützen, werden sie meist als Fahrer eingeteilt“, erläutert Rettungsdienstleiter Peter Fraas vom Roten Kreuz Oberallgäu.

Sechs Rettungswachen gibt es in Kempten und verteilt im Landkreis Oberallgäu. Ihre Aufgabe: 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr bei Notfällen innerhalb von zwölf Minuten am Ort des Geschehens zu sein. Die Einsatzbilanz des Jahres 2011 liegt inzwischen vor. Danach gab es 20 685 Einsätze – ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent. Als alarmierend wird aber die außergewöhnliche Steigerung der Notfalleinsätze um 14,5 Prozent im gesamten Einsatzgebiet angesehen. „Auf der Rettungswache Kempten stiegen die Notfalleinsätze sogar um 15,8 Prozent.“ Überdurchschnittliche Steigerungsraten verzeichnen auch die Notarzteinsätze, hier legte Kempten mit 3,8 Prozent deutlich zu. Rückgänge gab es dagegen bei den Krankentrans- porten. Mit insgesamt 12 303 im Gesamtgebiet betrug der Rückgang 172 Fahrten oder 1,4 Prozent. Allein in Kempten gingen die Krankentransporte um 6,5 Prozent zurück. Zugenommen haben die zurückgelegten Gesamtkilometer. 42 801 Kilometer mehr auf insgesamt 733 267 Kilometer entsprechen einem Plus von 6,2 Prozent. Inzwischen haben die meisten Fahrzeuge 200 000 Kilometer oder mehr auf dem Tacho. Einschließlich der nicht mit den Krankenkassen abgerechneten Einsätze errechnete der Rettungsdienstleiter durchschnittlich 80 Einsätze pro Tag. „Da kommt es immer wieder vor, dass die Rettungswache verwaist ist, weil alle unterwegs sind“, so Fraas. Allerdings: Wenn Not am Mann ist, helfen die Rettungskräfte der nächstgelegenen Rettungswachen der Nachbarlandkreise aus. Oder auch umgekehrt.

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