Einsatzübung in der Steiermark

THW probt den Ernstfall

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Lagebesprechung in der Führungsstelle des THW.

Zwaring/Kempten – Nachdem ein Erdbeben der Stärke 6,6 auf der Richterskala den Südosten der Steiermark erschüttert hat, rücken sofort erste Erkundungstrupps aus Österreich, Italien und Deutschland ins Krisengebiet vor. Zum Glück handelt es sich bei dieser Lagemeldung um den Beginn einer Einsatzübung. Eine Führungsstelle mit der Einsatzleitung stellte dabei das Kemptener THW mit der Fachgruppe Führung und Kommunikation.

Fast 100 Rettungskräfte vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), vom Weißen Kreuz und vom Technischen Hilfswerk (THW) übten jetzt in der Südsteiermark die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen. Hauptziel war es, die Schnittstellenkommunikation auf internationaler Ebene weiter zu verbessern, um im Notfall effizient Hilfe leisten zu können. Um die Einsatzübung so realistisch wie möglich gestalten zu können, wurden alle Vorgänge wie Alarmierung und Anreise in Echtzeit abgewickelt. Für die eingesetzten Kräfte gab es vorher weder ein Training noch ein Briefing für Erdbeben oder sonstige Vorabinformationen über das Einsatzgebiet. Alle Führungsfunktionen wurden absichtlich mit jungen Kräften besetzt. Fehler sollten ganz bewusst zugelassen werden, um zu lernen. „Wir sprechen nicht dieselbe Sprache, obwohl wir alle Deutsch reden“, stachelte Übungsleiter Josef Riener die Mannschaft anfangs an, um den Ehrgeiz zu wecken und das volle Leistungsspektrum der Teilnehmer abzurufen.

Hohe Anforderungen

Die Aufgaben des THW waren im weiteren Verlauf der Übung vielfältig. So stellten die Kemptener mit der Fachgruppe „Führung und Kommunikation“ eine Führungsstelle mit der Einsatzleitung, die in den wichtigen Positionen durch alle teilnehmenden Organisationen besetzt war. Die THWler aus Ergolding rückten mit einer Bergungsgruppe an, um ver- schüttete Personen aus schwer zugänglichen oder eingestürzten Häusern zu retten. Außerdem brachten sie noch eine 230 KVA Netzanlage mit, die zuverlässig Strom für alle Verbraucher lieferte.

Der ASB war mit mehreren Rettungs- und Krankentransportwagen unterwegs, um sofort Erste-Hilfe leisten zu können und die Verletzten sicher ins Krankenhaus zu bringen. Zusätzlich hatte er eine Hundestaffel dabei, die Tag und Nacht immer wieder bewusstlose Personen im ganzen Gelände aufspüren konnte.

Positive Bilanz

Das Weiße Kreuz kümmerte sich unterdessen um das Zeltlager und die Verpflegung. Sie stellten die komplette Küche, einen Duschcontainer und mehrere Zelte für die Unterbringung. Sie reisten aber auch mit Rettungstransportwagen (RTWs) an, um sich an den Rettungsmaßnahmen beteiligen zu können.

„Die Übung hätte nicht besser laufen können“, bilanzierte Übungsleiter Josef Riener anschließend. „Wir sitzen hier nicht als drei Hilfsorganisationen zusammen, sondern als ein besonderes Team. Wir haben alle viel gelernt.“ Die Aufgaben seien besser erledigt worden als von ihm erwartet.

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