Riesenfreude bei Lisa Schmid

Mit ihren schnellen Fauststößen holte Lisa Schmid (rechts) am Samstag viele Punkte und wurde zum zweiten Mal nach 2010 Deutsche Meisterin. Fotos: privat

„Besser kann's ja fast nicht laufen“, freute sich Siggi Drexel am Wochenende auf der Deutschen Karate-Meisterschaft in Erfurt. Seine Schützlinge vom 1. Kemptener Karate Dojo im TVK 1856 nahmen einen kompletten Medaillensatz mit nach Hause. Lisa Schmid bewies einmal mehr ihre Klasse und holte sich den Titel. Ruth Malsch bot ebenfalls eine starke Leistung und sicherte sich den zweiten Platz. Im Team erkämpften sich die beiden zusammen zudem noch die Bronzemedaille.

Freudestrahlend sprang Lisa Schmid ihrem Trainer Siggi Drexel nach dem Finale am Samstag in die Arme. Soeben hatte sich die 16-Jährige den Deutschen Meistertitel erkämpft. Sie startete im Kumite (Freikampf) bei den Juniorinnen in der Klasse über 59 Kilo. Von Beginn an ließ sie keine Zweifel an ihrem Siegeswillen aufkommen und schickte ihre ersten beiden Gegnerinnen klar mit 6:0 und 5:0 von der Matte. Im Halbfinale traf sie auf ihre Bundeskaderkollegin Aneet Kahlon (Essen). Es entwickelte sich ein spannendes Duell, das nach einem 1:1 in der regulären Kampfzeit in die Verlängerung ging. Schmid agierte taktisch klug und war die aktivere Kämpferin. Weder ihr noch Kahlon gelang es allerdings den entscheidenden Punkt zu machen. Im Kampfrichterentscheid ging die Allgäuerin mit 4:0-Stimmen jedoch eindeutig als Siegerin hervor und stand somit im Finale. Dort begann sie gegen die Baden-Württembergerin Katharina Kemmet eher defensiv, kontrollierte aber das Geschehen. Rund 20 Sekunden vor dem Ende platzierte Schmid einen ihrer blitzschnellen Fauststöße am Kopf ihrer Gegnerin, entschied damit den Kampf und holte sich nach 2010 ihren zweiten Deutschen Meistertitel in Folge. Ebenfalls in Topform war Ruth Malsch. Die 15-Jährige hatte es bei den Jugendlichen über 54 Kilo im ersten Duell mit einer unangenehmen Kämpferin zu tun, bewahrte aber die Ruhe und siegte am Ende souverän mit 4:2. In den nächsten Runden kontrollierte sie ihre Kämpfe, gewann klar mit 3:0 und 4:0 und sicherte sich damit das Finalticket. Enges Finale Mit Ezgi Kaya aus Duisburg wartete dort eine „alte Bekannte“ aus dem Bundeskader. Die beiden lieferten sich ein spannendes und enges Duell. Am Ende musste sich Malsch allerdings knapp mit 1:2 geschlagen geben. Trainer Drexel freute sich mit ihr über den Vizetitel, der nach zwei dritten Plätzen in den Vorjahren ihr bestes DM-Ergebnis bedeutete. Zusammen mit Eva Roßner (Münchberg) und Annalena Steidle (Durach) kämpften Malsch und Schmid zudem im Kumite-Team. Die ersten beiden Duelle gegen Bergedorf und Oberhausen gewann das Team durch Siege von Malsch und Steidle bzw. Schmid und Malsch vorzeitig mit 2:0. Im Halbfinale verpassten die Mädchen nur um einen Punkt den Einzug ins Finale. Gegen Walterhausen verlor Roßner mit 2:4, Schmid siegte mit 2:1 und Malsch kämpfte 0:0. Die Kemptenerinnen sicherten dem Team aber anschließend die Bronzemedaille. Im Duell mit dem TuS St. Arnold holte Malsch einen 4:0-Sieg und Schmid besiegelte mit einem klaren 7:1 in ihrem Kampf den dritten Platz. Knapp das Podium verpasst hat Marco Hartmann (17) im Kumite-Team zusammen mit Philipp Amman (Durach) und David Jobst (Traunreut). Das Trio musste sich in der Vorrunde dem späteren Meister Banzai Berlin geschlagen geben, erkämpfte sich in der Trostrunde aber noch Platz fünf. Die gleiche Platzierung schaffte das Kata (Formenkampf)-Team vom Karate Dojo Kempten mit Julian Sichler (13 Jahre), Christian Hepting (13) und Kevin Schinköthe (elf): Als mit Abstand jüngstes Team im Feld gewannen sie ihr Auftakt-Duell klar mit 3:0. Das Aus kam dann gegen den späteren Deutschen Meister aus Berlin. Über die Trostrunde sicherten sie sich den guten fünften Rang. Noch nicht ganz für die vorderen Plätze hat es für Selina Kettner (14) und Julian Sichler im Kata-Einzel und Diana Hörmann (16) im Kumite gereicht. Sie mussten sich in der Vorrunde starken Gegnern beugen.

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