Rütteln und informieren

Zum neunten Mal hatte die Stadt Lindenberg am vergangenen Samstag zum internationalen Käse- und Gourmetfest eingeladen. Das Fest war gleichzeitig auch der offizielle Auftakt zu den erstmals stattfindenden Allgäuer Herbstmilchwochen. Im gesamten Allgäu soll die Veranstaltungsreihe das Grundprodukt Milch in den Mittelpunkt stellen. Die Initiatoren der Herbstmilchwochen wollen über die Situation der Milchbauern informieren, sie wollen verbinden, aufrütteln und Perspektiven öffnen. „Wir wollen dem Produkt wieder ein Gesicht geben“, rief Elmar Karg, der stellvertretende Vorsitzende des Bauernverbandes, den zahlreichen Besuchern auf dem Stadtplatz zu.

Noch gibt es rund 600 Milcherzeuger im Landkreis Lindau und diese Betriebe gilt es dauerhaft zu erhalten. „Sie erzeugen nicht nur das gesündeste Produkt das es gibt, wir brauchen die Landwirte auch zur Pflege unserer Kulturlandschaft“, warb Staatssekretär Dr. Gerd Müller (CSU) für die regionale Landwirtschaft. Durch den niedrigen Milchpreis ist die Existenz zahlreicher bäuerlicher Betriebe gefährdet. Im vergangenen Sommer hatte der Bundesverband der deutschen Milchviehhalter mit einem neuntägigen Milchlieferstopp und zahlreichen Protestaktionen auf die existenzbedrohende Situation der Landwirte aufmerksam gemacht. Doch bis heute hat sich kaum etwas verändert. Noch immer gibt es keinen kostendeckenden Milchpreis, der Kampf um den Mindestlohn für die Milchbauern geht weiter. Mit den Allgäuer Herbstmilchwochen wird auf die Aufklärung und Sensibilisierung der Verbraucher gesetzt. Mit zahlreichen Veranstaltungen sollen sie für den Kauf regionaler Produkte gewonnen werden und dadurch die heimische Wirtschaft unterstützen. „Regional ist fair“, sagte Müller und warb dafür, zu Produkten aus der Region zu greifen und so die Situation der heimischen Bauern zu verbessern. Doch neben diesem ernsten Thema kam in Lindenberg auch der Genuss nicht zu kurz. In allen Variationen und Geschmacksrichtungen präsentierten die zahlreichen Anbieter auf der Käsemeile das edle Milchprodukt. Des Namens würdig Das Käse- und Gourmetfest machte seinem Namen alle Ehre. Überall wurden kleine Kostproben gereicht, Käse aus dem Allgäu, aus dem benachbarten Vorarlberg und aus der Schweiz. Jede Sorte mit einem ganz einzigartigen Geschmack. Hier ein Stückchen Felsenkäse, dort eine kleine Scheibe Rotweinkäse, am nächsten Stand ein alter würziger Bergkäse und dazu ein Schluck Grauburgunder vom Bodensee, einfach eine Gaumenfreude. Beim genussvollen Bummel über die Käsemeile, untermalt von Dixie Musik, zeigte sich schnell, Milch und Käse aus der Region sind in der Tat ein Hochgenuss. „Sie tun sich damit selbst etwas Gutes“, hatte Elmar Karg mit Blick auf die naturbelassenen gesunden Regionalprodukte gesagt. Die Besucher des Lindenberger Käse- und Gourmetfestes konnten sich jedenfalls beim persönlichen Gaumentest vom Wahrheitsgehalt dieser Aussage eindrucksvoll überzeugen.

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