Ruhe soll endlich einkehren

Bürgermeister Rainer Magenreuter (v.l.), OSK-Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Harrison, Förderverein-Vorsitzender Dieter Hechelmann und der Koordinator des Klinikums Westallgäu, Dr. Sebastian Wolf, nach der Versammlung. Foto: Schubert

Die Jahreshauptversammlung des Fördervereins zum Erhalt des Isnyer Krankenhauses hatte am vergangenen Donnerstag nicht nur den Jahresbericht und sonstige interne Angelegenheiten auf dem Programm. Geschäftsführerin Dr. Elisabeth Harrison war extra angereist, um zur Entwicklung des „OSK-Klinikums Westallgäu“ Stellung zu nehmen. Dass nun alles in ruhigeres Fahrwasser kommt, wird jedenfalls von allen Beteiligten gewünscht.

Begrüßung und Jahresbericht übernahm der erste Vorsitzende Dieter Hechelmann. Ein ganze Reihe von Sitzungen, unendlicher Schriftverkehr und viele Anrufe waren nötig, um wenigstens etwas Einfluss auf die Entwicklung rund um das Krankenhaus nehmen zu können. Das Krankenhaus Isny war immerhin zu Beginn des Jahres fast in der Auflösung. Es folgten Kreistagssitzungen, Entwicklung von Betriebsmodellen und Protestaktionen. Das Vertrauen in die laufend wechselnden Verlautbahrungen der OSK wurde dabei immer geringer (der KREISBOTE berichtete mehrfach). „So ein Jahr wie das vergangene wollen wir nicht noch einmal erleben“, betonte Hechelmann. „Bedingt durch die negativen Diskussionen um unser Krankenhaus in den zurückliegenden acht Monaten hat sich in der Bürgerschaft Resignation eingestellt.“ Das hatte auch die Mitgliederzahl des Fördervereins schrumpfen lassen. Von ursprünglich über 300 Mitgliedern sind nun noch 250 übrig. „Gerade in der jetzigen Zeit benötigt unser Krankenhaus jede Hilfe“, so Hechelmann. Im Anschluss berichtete Dr. Harrison über den Stand der Dinge aus Sicht der OSK. Die Verhandlungen mit dem Sozialministerium sind demnach abgeschlossen und das Konzept für das Klinikum Westallgäu genehmigt. Mit der Beibehaltung einer stationären Abteilung (19 Betten) und der Abteilung „Innere Medizin“ unter Leitung von Dr. Gradl ist Isny als rote Zahlen fabrizierender Zwerg im Verbund der OSK-Kliniken aufgenommen. Der richtungweisende Satz der Sozialministerin war: „Ein kleines Krankenhaus ist für mich ein Krankenhaus mit weniger als 200 Betten.“ – Und was ist dann Isny? Dr. Harrison meinte jedenfalls, Isny könne sich freuen. Mit dem Medizinischen Versorgungszentrum, Notfallversorgung, dermatologischer Wundbehandlung und einer neuen Ausstattung von Dr. Gradl sei doch einiges übrig geblieben. Positiv äußerte sie sich immer wieder über das Krankenhaus Wangen mit seinem breit aufgestellten Behandlungsangebot. Die OP-Container am Isnyer Krankenhaus sollen den Isnyer Ärzten zur Verfügung gestellt werden, die dann Betrieb und anstehende Renovierung bis hin zum Austausch in einigen Jahren zu tragen hätten. Nach Dr. Harrisons Aussage ist der letzte OP- Tag in Isny der 15. Dezember. Anschließend geht es nach Leutkirch oder Wangen, falls nicht das Medizinische Versorgungszentrum dafür zuständig ist. Neuer Koordinator Für die Koordination der drei Häuser im Westallgäuer Klinikverbund wurde Dr. Sebastian Wolf eingestellt, der als Dr. Harrisons Stellvertreter und federführend bei den Verhandlungen mit dem Sozialministerium bereits seine „Sporen verdient“ hat. Mit Betriebswirtschafts- und Medizinstudium soll er das Ganze nun richten. Und dabei Ruhe und Vertrauen in die Bevölkerung tragen. Dass Vertrauen notwendig ist, wenn das Krankenhaus Isny zumindest mittelfristig eine Chance bekommt, betonen alle Beteiligten. Das Schlusswort von Bürgermeister Rainer Magenreuter war deutlich: „Ganz wichtig ist mir, dass Sie gesund bleiben. Vertrauen zu schaffen, ist jetzt das A und O und ich weiß, dass das nicht ganz einfach ist."

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