KiTa wird aufgemöbelt

Nächster Schritt in der KiTa-Offensive: Sanierung und neuer Anbau für Kindertagesstätte Sankt Nikolaus

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Weitere Betreuungsplätze: Statt wie derzeit 80 sollen künftig insgesamt 155 Kinder Platz zum Spielen, Lernen und Toben in der Kindertagesstätte Sankt Nikolaus bekommen.

Kempten – Seit 2018 darf das Nebengebäude des Kindergarten Sankt Nikolaus in der Memminger Straße nicht mehr genutzt werden. Die Brandschutzmängel sind zu hoch. Nun wird das denkmalgeschützte Haupthaus renoviert und die Anbauten neu errichtet. Raum für 75 zusätzliche Krippen- und Kindergartenplätze entsteht auf diese Weise. Insgesamt werden dann 40 Krippen und 115 Kindergartenkinder in der KiTa Sankt Nikolaus spielen, toben und lernen. Im September 2022 soll es so weit sein.

Therese Waldmann vom Amt für Gebäudewirtschaft sprach im Bauausschuss von einem „sportlichen Zeitplan“. Dem vorzeitigen Baubeginn muss die Regierung von Schwaben noch zustimmen. Das Haupthaus war einst das Wohnhaus des Kemptener Stiftsmalers Franz Georg Hermann und stammt aus dem Jahr 1730. Es bekommt ein neues Dach, neue Fenster, teils neue Geschossdecken und wird für aktuelle Brandschutzanforderungen fit gemacht, ohne dass die Gebäudestruktur wesentlich verändert wird. Soweit möglich, wird das Haus energetisch saniert. Obwohl 60 bis 70 Jahre älter, rechnet Waldmann nicht damit, dass sich die Renovierung des ehemaligen Waisenhauses so schwierig gestaltet wie beim Zumsteinhaus, da die Deckenlast nicht erhöht und weniger Gebäudetechnik untergebracht werden muss. 

Ein Fluchttreppenhaus, ein Aufzug und die Toiletten kommen im rückwärtigen Gebäude-Anbau unter, der abgerissen und neu errichtet wird. Der zweistöckige Neubau (auf dem Foto: weißes Gebäude) rückt in der künftigen Version vom Altbau ab und ist über einen ebenfalls zweistöckigen Verbindungsbau, in dem die Garderoben unterkommen, angedockt. Über diesen Zwischenbau fungiert auch als Zugang in die beiden anderen Gebäudetrakte. Wie Waldmann erklärte, sei das Konzept der Kindertagesstätte ein offenes, bei dem die Kinder in verschiedenen Funktionsräumen in altersgemischten Gruppen betreut werden. Eine Photovoltaik-Anlage kommt auf das Dach und im neuen Nebengebäude werden Mehrzweckraum, Bewegungsraum, Speiseräume, weitere Funktionssowie Schlafräume untergebracht. 

Vom Gerhardinger Haus erhält die KiTa ihre Mahlzeiten, für deren Verteilung im Neubau lediglich eine Ausgabeküche untergebracht werden muss. Auch der Anschluss an die Fernwärme ist über das Gerhardinger Haus gesichert, genauso wie die Parkmöglichkeiten. Stadtrat Hans-Peter Wegscheider (FW) wunderte sich darüber, dass der Neubau nach Osten hin keine Fenster bekommen soll. Waldmann beruhigte, dass die Nordfassade gegliedert sei und die Ostseite begrünt werden soll. Im Haushalt sind 5,6 Millionen Euro bereits bereitgestellt. Förderung wird in Höhe von 750.000 Euro über das Sonderinvestitionsprogramm sowie 2,6 Millionen Euro über die FAG-Förderung erwartet. Wenn alles nach Plan läuft, ziehen die Kinder bereits im August dieses Jahres vorübergehend in einen Teil des Margaretha- und Josefinenstifts, sodass die Baufahrzeuge anrollen können.

Susanne Lüderitz

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