Schadenfreude ist die schönste

„Die unglaublichen Vier“ sorgten als Soldaten mit viel Rhythmusgefühl mit ihren umfunktionierten Waffen nicht nur Häppchenweise sondern gleich Löffelweise für Stimmung.

Könnten Sie nach einem halbstündigen Feuerwerk noch sagen, welche Rakete die Schönste war? So dürfte es einigen Besuchern gegangen sein, als sie am Freitag nach der ersten Narrensitzung der FG Dietmannsried die Festhalle in Dietmannsried verließen. 44 Jahre alt ist die Faschingsgesellschaft und kein bisschen müde.

Die Arrivierten ließen ihre Klasse aufblitzen, der Nachwuchs demonstrierte, dass es Manfred Müller für die Zukunft nicht Bange sein muss. Er blickt mittlerweile auf 33 Jahre Präsidentschaft zurück, aber die Freude über das Geschehen auf der Bühne vor ihm war ihm deutlich anzusehen. Die Mischung aus Tanz, Gesang und Büttenreden festigte den Ruf Dietmannsrieds als Faschingshochburg im Allgäu. Der Schwerpunkt war weniger die Politik, das lokale Geschehen war ja schließlich viel interessanter. Die Kanalisierung von Reichholzried zum Beispiel oder der beschwerliche Heimweg eines Besuchers der VIP-Lounge beim Skifliegen, der den reichlich angebotenen alkoholischen Getränken nicht widerstehen konnte. Ebenfalls aufgrund seines Promillespiegels landete ein anderer ein Stockwerk zu hoch bei seiner 80-jährigen Nachbarin im Bett. Schadenfreude ist eben doch die schönste Freude. Dass ein Schweizer Tunnelbohrer die Lösung für viele Probleme anbot, wurde mit einigen Raketen, so heißt der Applaus bei der Narrensitzung, quittiert. Damit die Feier des 425-jährigen Jubiläums der Marktgemeinde würdig gefeiert werden kann, bat der FGD-Chor um eine Mark für H.P. Könnte damit er Bürgermeister gemeint sein? Der Geist, der anno dazumal von einem Ochsenkarren überfahren wurde, wird erst erlöst, wenn die Gemeinde schuldenfrei ist. Das könnte noch dauern, sangen die vier mit der „Hiarebiere“, die die Urkunde für die Verleihung der Marktgemeinderechte suchten. "I bi a Allgeier" Von den altgedienten Sitzungsbesuchern mit Vorfreude erwartet, sorgten der Hausmeister der FGD und der „Fernsehstar“ von der Memminger Sitzung „Schwaben weiss-blau“, der Allgäuer Wanderbursch, für eine gute Durchblutung der Lachmuskulatur. Nachvollziehen konnten alle den Ärger mit der Bedienungsanleitung eines neuen Fernsehers und dem Versuch, per Kundentelefon das Problem zu lösen. Golfspieler wissen, was ein Handicap ist. Der Experte erklärte es in seiner Büttenrede folgendermaßen: „I ha koi Handicap, i bi a Allgeier.“ Richtig in Wallung geriet der Saal, als die „Juniorchaoten“ in einer Requisitenkiste stöberten und die alten Kostüme wieder zu neuem Leben erweckten. Nicht fehlen durfte die Staubsaugerpilotin, diesmal mit Partnerin, die beide Geschlechter durch den Kakao zog. Das Finale mit den Seniorchaoten zeigte nochmals eindrucksvoll, dass Alter nicht vor Torheit schützt und sie gaben alles, und das erkennbar mit jeder Menge Spaß. Eine Augenweide waren wie gehabt die beiden Garden, die beim Showtanz demonstrierten, dass sie auch bei andersweitigen Tanzeinlagen eine gute Figur machen. Für den guten Ton sorgte die FGD Band. Der Präsident mit seinem „Siebenerrat“ konnte mehr als zufrieden sein mit der Performance seiner Untertanen, ein volles Haus bei den kommenden Sitzungen wird durch die Mundpropaganda garantiert. Darauf ein dreifaches „Gockolores ohe!“

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