Den Radweg neu erfinden

Schattenboxen um neue Fahrradstraße

Radfahrer auf Fahrradstraße
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Radwege sollen ausgebaut werden.

Kempten – Die CSU-Stadtratsfraktion hat vor kurzem, unter der Federführung von Sybille Knott, beantragt, der Verkehrsausschuss möge sich „in einer der nächsten Sitzungen“ mit dem „Ausbau der Wiesstraße zur Fahrradstraße“ befassen und dementsprechend die Erweiterung des Radwegenetzes nördlich der Innenstadt beschließen.

Diese Verlängerung der „Nord-Süd-Achse“ vom Bahnhof über das Forum Allgäu, die Königstraße, den Residenzplatz und die Rottachstraße biete zahlreiche Vorteile und sei dem aufwendigen „Umbau der südlichen Bahnhofstraße“ eindeutig vorzuziehen. Anders als dort entstünde in der Wiesstraße keine Fahrspur, die gleichzeitig von FahrradfahrerInnen und Omnibussen des ÖPNV genutzt würde und auch der „motorisierte Individualverkehr würde dort nicht beeinträchtigt, da die Straße für ihn in Richtung Innenstadt – zwischen Ärztehaus und Berufsschulgelände – in einer Sackgasse endet.

Somit wäre dies eine Lösung, die „nicht auf Kosten ebenso notwendiger leistungsfähiger Verbindungen“ für andere Verkehrsteilnehmer ginge und damit den grundlegenden Vorgaben des städtischen Mobilitätskonzepts entspräche. Zudem könnte man so nicht nur das Berufsschulzentrum per Radweg an die Innenstadt und den Hauptbahnhof samt Fahrradverleih anbinden, sondern ebenso die beiden Studentenwohnheime an der Wiesstraße und, über die Straße „Fischerösch“, auch die Hochschule. Für die Finanzierung der Fahrradstraße schlägt Knott vor, die angedachte Umgestaltung der Bahnhofstraße zu streichen und „ die hierfür eingestellten Mittel“ für die „Kennzeichnung und Umwidmung“ der Wiesstraße zu verwenden.

Wenige Tage nachdem die CSU ihren Antrag veröffentlicht hatte, haben die Freien Wähler (FW) in einer Pressemitteilung den Vorschlag für sich reklamiert: Sie hätten bereits im Juni 2017 beantragt, die Wiesstraße zu einer Fahrradstraße umzugestalten, und seien mit dieser „guten Idee“ auch erfolgreich gewesen, denn der Verkehrsausschuss habe den Antrag im Oktober 2017 einstimmig angenommen. Allerdings seien sie nach wie vor „überzeugt“, dass „es nicht damit getan ist, eine Straße blau anzumalen“; vielmehr sei es wesentlich die Radstrecke „sicher und barrierearm“ zu gestalten und für eine durchdachte „Weiterführung“ der Fahrradstraße über Bahnhof- und Königstraße bis zum Residenzplatz zu sorgen.

Zudem ist der Finanzierungsvorschlag der CSU für die FW nicht tauglich, da die „Umweltspur zwischen Hochschule und Forum Allgäu nach dem Beschlussvorschlag der Verwaltung in erster Linie der Bevorrechtigung des Busverkehrs“ diene. Auch für die Studierenden der Hochschule sowie die Schulen im Haubenschloss könne so „eine attraktive Anbindung per Rad ans Forum“ und weiter in Richtung Süden geschaffen werden. Folglich wäre die neue Fahrradstraße – die zweite nach der Herrenstraße – „kein Ersatz“ für die geplante Umweltspur auf der Bahnhofstraße.

kb

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