Schier unendliche Geschichte

Jahrelang geht das Gerangel um das Baugebiet an der Birkenallee nun schon über sämtliche nur möglichen Instanzen. Rund 150000 Euro hat die Stadt für Gutachten jeder Sorte ausgegeben und noch immer ist kein Ende abzusehen. Dass die Stadt Baugebiete erschließen muss und will ist das eine, wie die Anwohner, die untere Naturschutzbehörde und das Regierungspräsidium Tübingen dazu stehen, eine andere Sache.

Unter der Leitung des Landtagsabgeordneten Gustav-Adolf Haas war nun die Kommission des Petitionsausschusses vor Ort, hörte sich die Vertreter der Stadt, des Landkreises, die Gutachter und auch die Betroffenen an. Die Meinungen gehen noch immer weit auseinander und Haas sowie Dr. Hans-Peter Wetzel sahen die Schwierigkeiten durchaus, die sich noch immer ergeben. Da geht es nicht nur um den oft zitierten Wachtelkönig und das Braunkelchen, sondern um ein Stück Land, das die Stadt notgedrungen beim Bau der Ratmooshalle mit erwerben musste und nun wieder zu Geld machen möchte. Das lag alles noch vor der Amtszeit von Bürgermeister Rainer Magenreuter, aber er und die Mitarbeiter des Rathauses sind gezwungen, eine gangbare Lösung zu finden und alle Gegenstimmen mit ins Kalkül zu nehmen. Irgendwann war es den Mitgliedern der Kommission einfach zu theoretisch und mit einer Begehung vor Ort wollten sie sich ein abschließendes Bild machen. So begab man sich geschlossen in die Birkenallee, bewunderte die blühenden Wiesen und suchte noch immer nach einem Vergleich. Im Prinzip sieht Haas folgenden Sachverhalt: Noch einmal sollte die Stadt ein überarbeitetes Gutachten erstellen, denn wenn der ganze Vorgang ans Verwaltungsgericht geht, ist das Gutachten das erste was dort angefordert wird. Links von der Birkenallee wird demnächst mit einer Bepflanzung begonnen, die das Habitat der Wiesenbrüter quasi von der Sicht auf die zu bauenden Häuser ausnimmt. Wird das Bauen auf irgendeine Weise trotzdem verhindert, gilt das dann als Naturschutzmaßnahme und kann gesondert abgerechnet werden. Diskussion geht weiter Eines machten Haas und Wetzel deutlich: „Wir sind hergekommen, um der Stadt zu helfen. Mit unserer zu erwartenden Entscheidung über die Petition kommt eine weitere Diskussion auf die Stadt zu.“ Das ist zwar noch nicht eine wirklich befriedigende Antwort, aber wer kann denn schon mit einer Entscheidung zufrieden sein, bei der eine Partei auf der Strecke bleiben würde. Eine Einigung muss her und das möglichst bald bevor auch der letzte Interessent an einem Baugrundstück in diesem Bereich sich woanders niedergelassen hat.

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