Schlimmer als angenommen

Atriumstützen im Hildegardis-Gymnasium: Sanierung wird teurer

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Bereits in den Herbstferien möchte die Stadt mit der Sanierung der Betonsäulen im Atrium des Hildegardis-Gymnasium fertig sein. Der im Schulausschuss gefasste Beschluss muss jetzt noch durch Finanzausschuss und Stadtrat.

Kempten – Von einer Überraschung berichtete Hochbauamtsleiter Andreas Geywitz dem Ausschuss für Schule und Sport am Donnerstag. Bei den Sanierungsmaßnahmen am Hildegardis-Gymnasium hat sich herausgestellt, dass die Innenhofstützen aus den 1960er Jahren stark sanierungsbedürftig sind.

Die Pfeiler hätten nicht einmal den Standards aus den 1960er Jahren genügt. „Käme eine größere Menschenansammlung zusammen und bewegten die Leute sich rhythmisch wie bei einer Tanzveranstaltung, „dann kann die Gefahr bestehen, dass das Ganze einstürzt“, so Geywitz. Davon ist man aber weit entfernt. Um das Atrium zu sichern, wurde die Konstruktion abgestützt.

Wie schlimm es um die alten Stützen tatsächlich bestellt ist, habe sich erst jetzt durch die Bestandsuntersuchung gezeigt. Bereits in den Haushaltsplanungen 2017 war für die Sanierung der Innenhofstützen ein Betrag von 900.000 Euro veranschlagt worden. Zu diesen kommen nun weitere rund 651.000 Euro hinzu. Der Ausschuss hat daher eine Empfehlung an den Haupt- und Finanzausschuss ausgesprochen, diese weiteren Mittel bereitzustellen, um die marode Konstruktion mit einer tragenden Stahlrahmenfassade zu entlasten.

Dieser 1.550.600 Euro teure Rahmen war die Variante, die die Verwaltung genauso wie die Architekten favorisierten. Hierbei wird eine zusätzliche Ebene eingezogen. Über die Unterzüge werden die Druckkräfte aus den Stahlstützen in die darunterliegenden Geschosse weitergeleitet. An manchen Stellen müssen auch diese mit einer Betonsanierung instandgesetzt werden.

Zur Debatte war auch die Instandsetzung der Stahlbetonpfeiler und Deckenträger selbst gestanden. Diese Variante sei mit Kosten von rund 1.343.000 Euro zwar günstiger, allerdings könnten während der Sanierung noch weitere Schäden zu Tage treten, was den Kostenvoranschlag schnell wieder zu Nichte machen könne. Außerdem sei diese Arbeit nur händisch auszuführen, und weniger gut planbar. Die Lebensdauer der auf diese Weise sanierten Stützen sei nicht so hoch wie durch eine Stahlrahmenkonstruktion, führte Geywitz aus.

Karl Sperl (CSU) wunderte sich, dass die Fragestellung im Schul- und Sportausschuss diskutiert wurde und nicht im Bauausschuss. Er wies darauf hin, dass die Kosten für eine Betonsanierung nicht berechnet werden könnten, sondern nur geschätzt. „Die können ganz schnell explodieren“, sagte er und plädierte für die Stahlrahmen. „Schlucken“ musste Siegfried Oberdörfer (SPD) angesichts der hohen Kosten, die letztendlich 70 Prozent höher seien als geplant. Ob die Zahlen auch hinsichtlich der Ausschreibungen realistisch seien, war seine Frage. Während es bei der Betonsanierung nur wenige Spezialfirmen gebe, sei die Situation bei den Stahlrahmenkonstruktion vorteilhafter, gab Geywitz Auskunft.

Dr. Dominik Spitzer (FDP) wollte wissen, wie der zeitliche Ablauf der Sanierung geplant sei. „Wenn die Ausschreibung mit Hochdruck läuft, können die Bauarbeiten in den Sommerferien starten. In den Herbstferien sind die Rahmen dann eingebaut“, sagte Geywitz, dann müssten nur noch die Fassaden angeglichen werden.

Susanne Kustermann

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