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Schnell-Ladesäulen elektrisieren nicht jeden

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Von: Lutz Bäucker

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Bis jetzt nur ein Modell, ab August dann an ausgewählten Standorten im ganzen Allgäu zu finden: Schnell-Ladestationen für Elektroautos.
Bis jetzt nur ein Modell, ab August dann an ausgewählten Standorten im ganzen Allgäu zu finden: Schnell-Ladestationen für Elektroautos. © Collage: Numbat

Wiggensbach/Buchenberg – Das Autoland Deutschland soll in absehbarer Zeit unter Strom stehen. So will es die Politik. 

Die Zahl der Elektroautos steigt stetig, doch die benötigten Ladesäulen sind nach wie vor rar, auch im Allgäu. Hier hat sich das Kemptener Start-up-Unternehmen „Numbat“ zum Ziel gesetzt, bis Ende des laufenden Jahres ein Netz aus Schnelllade-Säulen zu knüpfen, an denen ein PKW in einer Viertelstunde zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden kann.

Das vom regionalen Lebensmittelhändler Feneberg unterstützte Vorhaben stößt allerdings nicht überall auf Interesse.

»Brauchen wir nicht« heißt es in Wiggensbach

In Wiggensbach hat der Gemeinderat am Montagabend den Vorschlag von Bürgermeister Thomas Eigstler abgelehnt, am Marktplatz eine entsprechende Ladestation des Kemptener Unternehmens zu positionieren. „Die Mehrheit der Räte sieht keine Notwendigkeit dafür“, so Eigstler gegenüber dem Kreisboten, „wir bieten bereits drei öffentliche Lademöglichkeiten an“, lautet die Begründung. Bedenken gab es auch gegen die Größe und die werbliche Gestaltung der Säule. „Dadurch wird das Ortsbild nicht schöner“, hieß es im Rat. Die Ablehnung stößt bei Eigstler und bei „Numbat“-Sprecher Uli Benker auf Unverständnis. „Durch die derzeitige staatliche Förderung von mehr als 100.000 Euro pro Säule bekommen die Kommunen unsere Säulen quasi zum Nulltarif.“ Der Betrieb und die Wartung erfolgt durch das Kemptener Start-up. Durch das innovative Konzept seines Lademodells – Nutzung von grünem Strom, Speicherung in einer Spezialbatterie, Anschluss ans Niederstromnetz – sind Standorte fast in jeder Lage möglich, außerdem entfallen aufwendige Bauarbeiten. Ihre Rendite erhoffen sich Numbat und Feneberg durch Ladeerlöse und weitere finanzielle Effekte der Kooperation. Der Strompreis aus der 300 Kilowatt starken Station beträgt für den E-Autofahrer aktuell etwa 55 Cent pro KW-Stunde. „Ob wir den ab Fertigstellung unserer derzeit 40 geplanten Ladesäulen im August allerdings anbieten können, hängt von der Entwicklung der Strompreise ab“, gibt Benker zu bedenken, „und da geht die Tendenz ja bekanntlich nach oben.“

»Her damit!« freut sich Buchenberg

In Buchenberg reagierte der Gemeinderat ganz anders als in Wiggensbach. Dort nickte das Gremium den Aufbau einer Schnellladestation einstimmig ab. „Das ist ein attraktives Angebot für unsere Gemeinde“, sagte Bürgermeister Toni Barth, „uns entstehen keine Kosten.“ Die Stromzapfstelle wird an einem großen Parkplatz in der Ortsmitte platziert, den viele Bürger zum Einkaufen und wohl bald auch zum Auffüllen ihrer Auto-Akkus nutzen können.

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