Schneller, besser, exakter

Die 64 am rechten oberen Rand der Maschine hat es Prof. Dr. Andrik J. Aschoff, Chefarzt der Radiologie, besonders angetan: „Das ist wie das GTI-Emblem“, frohlockte er am vergangenen Mittwoch in Anspielung auf die Top-Version des Autobestsellers aus Wolfsburg. Gemeint ist aber kein Volkswagen, sondern der neue Computertomograf (CT) des Klinikums Kempten-Oberallgäu. Mit dem neuen „64-Zeilen-System“ sehen sich die Verantwortlichen nun auf Augenhöhe mit den Krankenhäusern in Ulm oder München.

Drei Jahre, nachdem das Klinikum einen „40-Zeiler-CT“ angeschafft hatte, ist das Gerät nun auf das 64-Zeilen-System „getunt“ worden. Nötig waren dafür laut Prof. Aschoff unter anderem zusätzliche Kameras, eine geänderte Software und ein stärkerer Motor für insgesamt 140000 Euro. Der Mehrwert für die Patienten sei enorm, so Aschoff. Mit dem neuen System können nun innerhalb von einer Sekunde bis zu 300 Bilder gemacht werden – das Klinikum Kempten-Oberallgäu hat damit den schnellsten CT im Allgäu überhaupt. Darüber hinaus biete das „neue“ Gerät insbesondere bei der Herzdiagnostik mehr Möglichkeiten. Denn dank der 64 Zeilen können mittlerweile auch fast gestochen scharfe Bilder von schlagenden Herzen abgebildet werden. „Wir haben hier eine bewegungsfreie Bildqualität“, so Aschoff. Das sei „ein Quantensprung“, der vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen sei. Grundsätzlich können mit dem neuen CT Herzkrankheiten schneller und schonender diagnostiziert werden. Weitere Vorteile des „GTIs“ seien, dass nun auch beispielsweise komplette Lungen in wenigen Sekunden komplett untersucht werden können oder bei einem Unfall-Trauma innerhalb kürzester Zeit die Verletzungen festgestellt werden. „Das Gerät erweitert das Spektrum der Diagnostik“, so Prof. Dr. Ricardo Felberbaum, neuer stellvertretender ärztlicher Direktor des Klinikums. Vision rückt näher „Wir kommen durch unser medizinisch und technisch hochwertiges CT unserer Vision eines medizinischen Hochleistungszentrums ein Stück näher“, frohlockte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bei der Vorstellung des Geräts am vergangenen Mittwoch. Ein zweiter Schritt soll im Herbst die Anschaffung eines neuen Kernspin-Tomografen sein. Mit diesem Angebot sei das Kemptener Klinikum dann auch das kardiologische Gefäßzentrum der Region, so Michael Schüler, Geschäftsführer des Krankenhauses. „Das Konzept der Radiologie wird damit rund“, sagte er.

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