Schnipp, schnapp, Wassertrieb ab

Jetzt ist eine gute Zeit, um Obstgehölze zu schneiden

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Dietmannsried/Überbach – Obstbaumbesitzer aufgepasst: Jetzt ist eine gute Zeit, um die Gehölze zurückzuschneiden. Der Obst- und Gartenbauverein Überbach führte vor Kurzem einen Schnittkurs im Ort durch. Der Vorsitzende Stephan Sichler erklärte die Grundlagen und ließ die Teilnehmer dann selbst Hand bzw. Schere anlegen.

„Ein korrekter Schnitt ist besonders bei jung gepflanzten Bäumen wichtig. Er dient dem Aufbau eines stabilen Astgerüsts“, so Stephan Sichler. 

Er erklärt: „Wichtig ist die Entnahme von Alt- oder Totholz. Diese Triebe sind sehr trocken, spröde und hängen meist nach unten. Sie bieten Krankheitserregern schwer verschließbare Eintrittspforten. Entfernt man sie, gelangt mehr Licht ins Innere der Baumkrone. Dies beugt einem Pilz- und Bakterienbefall vor, der ansonsten durch hohe Luftfeuchtigkeit und Schatten im Inneren der Krone begünstigt werden würde. Ebenfalls entfernt werden sollten die sogenannten Wassertriebe – diese wachsen oft auf der Oberseite von Ästen steil nach oben und belasten diese mit ihrem Gewicht. Außerdem fruchten Obstbäume nur an waagrechten, keinesfalls an senkrecht stehenden Ästen. Aus diesem Grund achtet man beim Baumschnitt auch darauf, dass nach oben wachsende Äste auf einen horizontalen Zweig abgeleitet werden. So erhält der Obstbaum eine breite Krone, die so licht sein soll, dass ‚man einen Hut hindurchwerfen könnte‘ (so die dazugehörige Redewendung). Ein guter Rückschnitt schafft nicht nur ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem Wurzelumfang und der Blattmasse, sondern führt auch zu Holzzuwachs und Fruchtbildung.“ 

Übrigens gilt der Schnittzeitpunkt im Frühjahr nur für das Kernobst (Apfel, Birne, Quitte). Das Steinobst (Kirsche, Zwetschge, Pflaume) sowie die Walnuss werden im Sommer (August) geschnitten, damit der Baum im Wachstum die durch den Schnitt entstandenen Wunden schneller verschließen kann. Um diesen Prozess zu erleichtern, werden Schnittwunden, die größer als fünf Zentimeter im Durchmesser sind, mit einem Wundverschlussmittel eingestrichen. 

Die örtlichen Gartenbauvereine geben bei Fragen Auskunft, der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Oberallgäu bietet den Mitgliedern auch regelmäßig Schnittkurse an.

Sabine Stodal

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