Umwelt-Ausschuss beschließt Schönheits-OP für den Schwabelsberger Weiher

Tier, Mensch und Natur in Einklang bringen

+
Attraktiver soll das inzwischen etwas verwilderte und vernachlässigte Naherholungsgebiet Schwabelsberger Weiher wieder werden.

Kempten – Artenschutz, ökologische Aufwertung für das gleichermaßen bekannte wie beliebte Naherholungsgebiet, Verbesserung des Freizeit- und Erholungswertes sowie Finanzierbarkeit waren Kriterien für den Dipl. Biologen Peter Harsch. Nun steht sein Fahrplan, der den Schwabelsberger Weiher Schritt für Schritt wieder zu einem attraktiven und auch den Sicherheitsanforderungen gerecht werdenden Ort machen soll.

Dass da einiges im Argen liegt, machte sein Vortrag vor dem Umweltausschuss deutlich. „Fraßdruck“ mit Auswirkungen auf die Population von beispielsweise Amphibien, zu dichte Baumbestände, die für Fledermäuse und Vögel oft wie eine Barriere wirkten, zu viele Büsche statt Freiflächen, zugewachsene Wege, ein wenig einladender Schilderwald mit Ge- und Verboten, verbesserungsfähige Gewässerökologie... und mindestens ein fröhlich nagender und baufreudiger Biber. Schon eine ganze Reihe der Bäume haben bereits Bekanntschaft mit den scharfen Zähnen gemacht. Viel gravierender aber ist der Umstand, dass ein Biber einen Kanal am Weiher für seinen Bau gewählt hat. Da aber das Wasser des Weihers jedes Jahr abgelassen wird, muss der Bau auch jedes Mal weichen, da sich sonst das Wasser dort staut. Laut EU-Recht könne man gegen den fleißigen Nager fast nichts unternehmen, erklärte Harsch. Auch bringe es „gar nichts, die Problematik mit Biberschinken oder Bibersalami aus dem Weg zu räumen“, meinte er mit trockenem Humor, weil innerhalb von zwei Wochen der nächste Biber da sei. Sein Vorschlag: das Wasser durch ein Wehr vor dem Damm um diesen herumleiten.

Viele der von ihm vorgebrachten Maßnahmen seien „mit Landschaftspflegemitteln zu machen“ und größtenteils auch förderfähig. 30.000 Euro wurden laut Betriebshofleiter Uwe Gail im städtischen Haushalt 2017 bereits dafür angemeldet. Die konkreten Kosten seien abhängig davon, was genau wann umgesetzt werde, denn es werde „ein Prozess sein“ und nicht in einem Jahr abgeschlossen werden. Einig waren sich die Gremiumsmitglieder dennoch, dass man tätig werden müsse.

Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Video
So finden Sie das richtige Parkett für Ihr Zuhause
So finden Sie das richtige Parkett für Ihr Zuhause
Allgäuerin macht sich stark für die Benachteiligten von Nicaragua bis Sri Lanka
Allgäuerin macht sich stark für die Benachteiligten von Nicaragua bis Sri Lanka
Verwirrung um 30er-Beschilderung
Verwirrung um 30er-Beschilderung
Autofahrer können Parkscheine ab sofort auch mit dem Handy lösen
Autofahrer können Parkscheine ab sofort auch mit dem Handy lösen

Kommentare