"Jugend präsentiert"

SchülerInnen beantworten spannende naturwissenschaftliche Fragen

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Die GewinnerInnen (v. hinten l.): Janine Vogt, Joelin Hank, Frieda Born, Sophia Wassermann, Anna Eglseer, Lara Fischer, Philipp Waibel, Isabel von Rützen, Esma Komar und Hannah Hamacher

Kempten - Die Teilnahme am „Jugend-präsentiert“-Wettbewerb ist für das Hildegardis-Gymnasium bereits zu einer kleinen Tradition geworden. Seit 2016 ist es offizielle „Jugend-präsentiert“-Schule und stellt sich mit seinen Schülern seitdem jährlich der Herausforderung – so auch am Mittwoch vor einer Woche.

„Es wird zwar naturwissenschaftlichen Fragestellungen nachgegangen, im Zentrum steht jedoch die Präsentationskompetenz“, erklärte Lehrer Matthias Klug die Intention dahinter. Die Regeln sind anspruchsvoll: Nach einer kurzen Vorbereitungszeit müssen die Schüler mit ihrer einstudierten Präsentation starten. Wer die vorgegebene Zeit von sechs Minuten überschreitet, wird von der Jury unterbrochen. Ein digitaler Medieneinsatz ist nicht zulässig.

 Um kurz nach 13 Uhr versammelten sich die Wettbewerbsteilnehmer im Neubau der Bildungsinstitution und wurden von den verantwortlichen Lehrkräften in Empfang genommen. Alle Schüler der vier 9. Klassen hatten sechs Wochen Zeit, um ein Präsentationsvideo vorzubereiten, das im Anschluss von den jeweiligen Fachlehrern benotet wurde. Die überzeugendsten Ergebnisse hatten es eine Runde weiter geschafft und durften nun vor einer Jury präsentiert werden. „Ihr könnt schon jetzt stolz auf euch sein. Von ehemals knapp 130 Schülern aus eurer Jahrgangsstufe sind nur noch 17 Gruppen mit 29 Schülern übrig“, leitete Lehrer Johannes Böglmüller in den Schulwettbewerb ein, während die Nervosität bei den Schülern sichtlich stieg. „Wer heute auf dem ersten Platz landet, darf direkt am Finale in Berlin teilnehmen. Die Zweit- bis Viertplatzierten kommen in die nächste Qualifikationsrunde“, erklärte Lehrer Severin Bauer die Chancen aufs Weiterkommen. 

Und dann ging es auch schon los. In verschiedenen Klassenräumen wurden Fragen wie, „Woher kennen Zugvögel ihren Weg?“ und „Wie groß ist das Universum?“ beantwortet. Eine Jury, die sich aus einem naturwissenschaftlichen Fachlehrer, einem Deutschlehrer und zwei Schülern, die im letzten Jahr erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen hatten, zusammensetzte, bewertete direkt im Anschluss die Präsentationen hinsichtlich der Kriterien Sachkenntnis, Darstellungsvermö- gen und Adressatenorientierung. 

Anja Reichl und Kilian Scheininger erklärten in ihrer Präsentation, warum tonnenschwere Flugzeuge trotz ihres Gewichts in der Lage sind zu fliegen und gingen dabei auf die besondere Flügelform und die dadurch entstehenden Luftströmungen, wie die Parallel- und Zirkularströmung, ein. Joelin Hank und Janine Vogt haben als Anschauungsmaterial ein eigenes Modell eines Atoms gebastelt, anhand dessen sie das Phänomen der „Götterfackeln“ erklärten, wie die Wikinger die Polarlichter einst bezeichneten. „Man muss gar nicht so weit reisen, um dieses Naturschauspiel zu bewundern. In Berlin wurden auch schon Polarlichter gesichtet“, erzählten die beiden in ihrer Präsentation. Frieda Born und Isabel von Rützen haben sich bei ihrem Vortrag für das Thema „Zöliakie“ entschieden, eine durch eine Glutenunverträglichkeit bedingte Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. Die zwei Freundinnen lassen die Jury wissen, dass es durch die Einnahme glutenhaltiger Produkte zu einer Überreaktion des Immunsystems kommt, wodurch der Körper überflüssige Abwehrstoffe bildet, die der Darm nicht verarbeiten kann. Die Ursache der Erkrankung ist unter Wissenschaftlern noch immer strittig. Eine Annahme beruht auf einen Enzymdefekt als Auslöser, eine andere basiert darauf, dass Säuglinge nicht lange genug gestillt und somit zu früh mit glutenhaltiger Ernährung konfrontiert wurden. 

Mit dem Präsentationsthema „Ist Schlafen vergeudete Zeit?“ schaffte es am Ende Hannah Hamacher ganz nach oben auf das Siegertreppchen. Auf sie wartet nun das Finale in Berlin. Joelin Hank und Janine Vogt (2. Platz: „Polarlichter“), Philipp Waibel und Lara Fischer (3. Platz: „Wie verheilt eine Wunde?“) sowie Frieda Born und Isabel von Rützen (4. Platz: „Zöliakie“) haben sich für die nächste Wettbewerbsrunde qualifiziert. Anna Eglseer und Sophia Wassermann (5. Platz: „Schwarze Löcher“) und Komar Esma (6. Platz: „Was ist Elefantenzahnpasta?“) durften sich über einen Gutschein freuen. Alle weiteren Schüler erhielten eine Teilnehmerurkunde. Letztlich haben noch alle die Chance, am Bundeswettbewerb teilzunehmen, da alle Präsentationsvideos an das Videoportal von „Jugend präsentiert“ weitergeleitet wurden und so von einer Jury für die nächste Runde ausgewählt werden können.

Dominik Baum

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