Ein Leben für Kinder und Jugendliche

Schulamtsdirektor Johann Fasser geht in Ruhestand

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Schulamtsdirektor Johann Fasser

Kempten – Nach 41-jähriger Berufszeit wurde Schulamtsdirektor Johann Fasser mit einer kleinen Feier in der Schrannenhalle im Kemptener Rathaus von Oberbürgermeister Thomas Kiechle und zahlreichen Wegbegleitern in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

„Ihrer Aufgabe haben Sie sich mit ganzer Kraft gewidmet. Sie waren als Schulleiter und Schulrat nicht nur Vorgesetzter und Organisator, Sie waren darüber hinaus Repräsentant einer Schulentwicklung in der Öffentlichkeit. Sie gaben dem Thema Schule und Bildung ein Gesicht“, würdigte Kiechle den scheidenden Schulamtsdirektor der staatlichen Schulämter der Landkreise Oberallgäu, Lindau und der Stadt Kempten. Lehrer, Konrektor, Rektor, Schulrat,Schulamtsdirektor beim staatlichen Schulamt: Für Johann Fassers herausragende berufliche Leistungen und sein Engagement wurde ihm bei seiner Verabschiedung herzlich gedankt, genauso wie für die fachlich kompetente Begleitung vielfältiger Entwicklungen und Veränderungen im schulischen Bereich, in der Jugendhilfe und auch besonders für die Förderung und Bildung der Jungen. „Es ist viel Gutes entstanden für die jungen Menschen in unserer Stadt“, so OB Kiechle. Er gab einen kleinen Einblick in den beruflichen Werdegang von Fasser, der im Jahr 1973 ein Studium der Philosophie und Sozialen Arbeit aufgenommen hatte, und dann 1974 in die Lehrerausbildung wechselte. Bereits damals sei der Grundstein für sein späteres Handeln gelegt worden. „Philosophie“ hergeleitet aus dem Altgriechischen, so Kiechle, bedeute „ein Freund der Weisheit“ bzw. „ein Freund der Menschen“. 

1981 kam Johann Fasser nach Kempten, zunächst als Grundschullehrer an die Nordschule, dann Wittelsbacher Schule und Fürstenschule. 1992 wurde er Konrektor und bereits vier Jahre später erfolgte die Beförderung zum Schulleiter. In dieser Zeit, so Kiechle, zeigten sich bereits seine fachliche Kompetenz und sein großes Engagement für die Förderung der Kinder und Jugendlichen. Er wurde 1996 auch Mitglied im Jugendhilfeausschuss der Stadt Kempten. Im Jahr 2008 dann der entscheidende Karriereschritt „Ernennung als Schulrat“ und im Weiteren Schulamtsdirektor, verantwortlich und zuständig für insgesamt 13 staatliche Grund- und Mittelschulen. 

Fasser übernahm während seiner Zeit als Schulrat eine Vielzahl an Themen, wie die inneren Schulentwicklungsprozesse, die gesamte Einführung und Implementierung des Lehrplan Plus, Qualitätssicherung, organisatorische Fragestellungen und auch Personalverantwortung. Herausfordernde Aufgaben und eine besondere Herzensangelegenheit seien für ihn die Implementierung der „Inklusiven Schule“ sowie das Projekt „Zukunft bringt‘s“ gewesen, so Kiechle.

Das inklusive Bildungssystem verfolgt ein gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung, von der Kindestagesstätte über Schule und Hochschule bis hin zu Einrichtungen der Weiterbildung. Und das Projekt „Zukunft bringt‘s“ stellt ein breites Unterstützungsangebot als Ergänzung zum bestehenden Angebot der Schulen dar, um allen Heranwachsenden eine zukunftsorientierte und chancenreiche Erziehung, sowie (Aus-) Bildung zu ermöglichen. Beide Projekte hatten für die Stadt Kempten eine besondere Bedeutung. Das dortige Schulamt wurde zur Modellregion Inklusion in Bayern. „Er hat die Geburt der Modellregion Inklusion sozusagen als Geburtshelfer erlebt. Die Einführung der ‚Inklusiven Schule‘ wird mit seinem Namen verbunden“, betonte Kiechle.

Johann Fasser war sich der „Ehre bewusst, sich in der Schrannenhalle von allen Wegbegleitern verabschieden zu dürfen“. All die Aufgaben in den 41 Jahren seiner Laufbahn haben ihm ungeheuren Spaß gemacht und so trage er sich auch so kurz vor der Pensionierung mit gemischten Gefühlen, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das lachende Auge stehe für mehr selbstbestimmte Zeit in der Zukunft ohne Terminkalender und Schuluhren und das weinende Auge für das Ende einer jahrzehntelangen beruflichen Erfüllung und der Verabschiedung von Menschen, mit denen er in den letzten Jahren sehr intensiv zusammen gearbeitet hat. Für ihn haben sich in den vier Jahrzehnten die schulischen Rahmenbedingungen, die Anforderungen und Herausforderungen, aber auch Lehrpläne, Unterricht, Elternschaft und die Kinder sehr verändert. „Unsere Kinder sind das größte Geschenk“, betonte Fasser. Um dem gerecht zu werden, sei ein gutes Miteinander, die Kooperation und Vernetzung, die Art und Weise der Kommunikation zwischen Schule, Stadt und Stadtverwaltung besonders wichtig. „Alleine geht‘s, gemeinsam geht es besser und macht auch mehr Spaß“, so das Resümee des scheidenden Schulamtsdirektors. Seinem Nachfolger Johannes Breitfeld, der ebenfalls aus Kempten stammt, wünschte er alles Gute, und hofft, die neue Aufgabe macht ihm viel Freude. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde durch die Schulband der Agnes-Wyssach-Schule mit den beiden Sängerinnen Celina und Julia, dem Rapper Leon sowie Fabian an der Bass Gitarre und Leon am Schlagzeug. Und auch die Leiterinnen und Leiter der Grund- und Mittelschulen, mit denen der Schulamtsdirektor in den letzten Jahren eng zusammengearbeitet hatte, ließen es sich nicht nehmen, ihm ein Abschiedsständchen zu singen.

Christine Reder

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