Programm präsentiert

Grundrechte kreativ beleuchtet

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Das „Presseteam“ der Schultheatertage mit den beiden Moderatoren Anita Müller und Nalo Kösl (Mitte mit der kleinen Kugel).

Kempten – Es war eine Pressekonferenz wie man sie sich als Medienvertreter nur wünschen kann: gut vorbereitet, schmucke Pressemappe, leichtfüßig präsentiert mit geschmeidigen Themenübergängen und dabei äußerst informativ.

Die 8. Schultheatertage (STT), die als kreative Auseinandersetzung mit den Grundrechten vom 11. bis 15. Juni 2018 im Kemptener Stadttheater über die Bühne gehen werden, wurden diese Woche von 19 SchülerInnen der Vorklasse Wirtschaft der Beruflichen Oberschule Kempten zusammen mit ihrer Lehrerin Dr. Julia Kuntz präsentiert. Am Mikro standen in Galaroben Anita Müller und Nalo Kösl.

Und auch sie sind mit ihren KlassenkameradInnen Teil der 8. STT, die unter dem Motto „Wie willst Du leben?“ stehen. Für den Pressetermin haben sie zum Beispiel eine große Weltkugel gebastelt, auf der die Silhouetten der Kontinente aus Begriffen geformt werden, die die Jugendlichen mit der Frage, wie die Welt in der sie leben wollen denn sein sollte, verbinden. Nach mehreren gescheiterten Versuchen mit unterschiedlichen Werkstoffen nahm die Welt dann mit Hasendraht, Pappmaché, Bauschaum und noch so einiges mehr allmählich Gestalt an, wie die Erbauer erklärten. Der Kartograph Dr. Rolf Böhm habe aus den Begriffen die Kontinente gestaltet und auf Papier gedruckt. Eine weitere Herausforderung sei es dann gewesen, diese korrekt auf der Weltkugel anzubringen. Nun formen Schlagworte wie Kultur, Frieden, Respekt, rassismusfrei, Religionsfreiheit, Toleranz, Fairness, gesunde Umwelt, Liberal etc. diese (Wunsch-)Welt der Zukunft. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagten sie nicht ohne Stolz, „aber wir haben nie aufgegeben für unsere Werte zu stehen“. Ein kleiner Ball forderte diejenigen im Publikum, die ihn auffingen, zu einem spontanen Statement auf, beispielsweise zum Thema Meinungsfreiheit.

Dass ein „jeder das Recht hat anders zu sein“, unterstreicht die während der STT gezeigte Ausstellung „Dein gutes Recht!“ zu den Kinderrechten der UN-Kinderrechtskonvention, wofür die die Klassen F1a und F1b der Fachakademie für Sozialpädagogik Collagen angefertigt haben. Gelegenheit zum „Diskutieren wie die Profis“ gibt es für Jugendliche beim Planspiel Politik in quasi nichtöffentlicher Sitzung im Kemptener Rathaus, denn es soll eine neue Moschee gebaut werden. Dort also stellt sich einmal mehr die Frage: „Wie wollen wir miteinander leben?“

Das besondere an den Stücken ist diesmal, dass man mit jeder Aufführung Artikel des Grundgesetzes entdecken kann und das auf einer gleichermaßen kreativen wie vielfältigen theatralischen Reise:

• „Sechse kommen durch die ganze Welt“, nach einem Märchen der Gebrüder Grimm, gespielt von der Theater-AG der Grundschule Stein, verspricht ein turbulentes Spiel um den Wert von Außenseitern (11.06., 11 Uhr).

• In „Ich bin Ich und Du bist Du“ zeigen die Akteure der Astrid-Lindgren-Schule Kempten und der Nordschule, dass jedes Lebewesen einzigartig ist und dass jeder so ist und sein darf, wie er ist (11.06., 14 Uhr).

• „#5“ ist eine Kooperation der Städtischen Realschule und der Agnes-Wyssach-Schule, in der es um Themen wie Pressefreiheit, Jugendschutz und Gesetzestreue geht (12.06., 9 Uhr).

• „Mauern“, ein Stück mit wenig Sprache in dem die Akteure des AWO Horts „Einstein“ aufzeigen, wie sich die Missachtung von Grundrechten anfühlt (Di., 12.06., 16.30 Uhr).

• In „König Hupf“ widmen sich SchulerInnen der Suttschule einem omnipräsenten Thema: das innere Gleichgewicht und die Balance zwischen Pflichterfüllung und Kräftehaushalt (13.06., 11.30 Uhr).

• In „(K)ein Kinderspiel“ gehen die Akteure der Fachakademie für Sozialpädagogik auf die Suche nach ihrem Selbstverständnis (13.06., 17 Uhr).

• Am Mittwoch, 13.06., ist Festivalabend mit sattem Programm: eine Gruppe aus der Partnerstadt Trient bringt uns „Marco Polo“, einen der ersten Reisenden, der ohne Waffen in die Welt hinauszog nahe; es gibt eine Modenschau mit den Ergebnissen des Kostüm-Workshops und einen Poetry-Slam mit der Slammerin Kelly Streit.

• „So geht das doch nicht“ ist ein kurzes Stück der Mittelschule auf dem Lindenberg, über ein Dilemma, in dem sich Lena befindet. Die Zuschauer sind eingeladen sich in einer „spielerischen Diskussion“ einzumischen (14.06., 11 Uhr).

• „Pippi Langstrumpf geht tanzen!“ und zwar mit der Grundschule Kottern/Eich; dass dem Rotschopf, der gerne eigene Wege geht, der zeitgenössische Tanzstil am meisten zu liegen scheint, verwundert kaum (14.06., 12 Uhr).

• „Das Buch“ verspricht spontane Improvisation mit der WendeJacken Jugendgruppe „szenenLeben“, die humorvoll um Themen wie Zusammenleben, Menschlichkeit und unterschiedliche Interpretationen des Grundgesetzes kreisen (14.06., 19 Uhr).

• Hohe Wellen schlägt das immer aktuelle Stück „Die Welle“ schon lange. Die JugendTheaterWerkstatt Durach bringt auf einer wahren Begebenheit basierende Stück über die auch heute funktionierenden Mechanismen des Dritten Reiches auf die Bühne des Stadttheaters (15.06., 8.30 Uhr).

• „Der gute Mensch von Sezuan“ aus der Feder von Bertolt Brecht fokussiert die Frage, ob der Anspruch der Götter, „gut zu sein und doch zu leben“ in dieser Welt scheitern muss. Das Hildegardis-Gymnasium versucht es herauszufinden (15.06., 11 Uhr).

• Mit „Brett oder Nichtbrett, das ist hier die Frage“ kündigt die Montessori Schule Kempten ein Schauspiel an, das „fast eine absurde Tragödie“ ist (15.06., 13.30 Uhr).

• Und zum Abschluss gibt es mit „Dein verdammtes Dorf“ eine gesellschaftskritische Kriminalkomödie, aufgeführt von SchülerInnen des Carl-von-Linde-Gymnasiums (15.06., 20 Uhr).

Um das leibliche Wohl kümmern sich auch bei den 8. Schulthetaertagen SchulerInnen der GASTRO-Firma der ­Agnes-Wyssach-Schule in der „Festivalkantine“.

Christine Tröger

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